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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-04-11 · Heft 15 (11.4.1865) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 15 (11.4.1865)
Date
1865-04-11
Page
Seite 230 (sequence 8)
Language
German
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230 nett Schwerte gemeinnütziger Arbeit und dem goldenen Apfel sich unterstützend , umschlungen vom Bande der Eintracht und Bruderliebe, erringen sie sich die Krone des Verdienstes und wahren BürgerthumS. : So verlief ein Fest, das die Bande, die uns seit jeher mit unseren christlichen Mitbürgern verknüpft, nochfester schloß. O, mögen sie nie durch egoistische Sonderinteressen gelockert werden! M. Federmann. Coeeespondenz. - ' 3ii&ifjd)£ßxxefe2Ubfrt;Cx)l)n. r.M-.! ■' VII-—IX i r! r } , (Schluß.) ■ ’? ‘ - V - Nachdem ich einen Brief benutzt hatte', welchen mir mein College Gorrezzio, der durch seine Herausgabe der Bamayana bekannt ist, an Herrn Bargagll gegeben hatte,' der an dem egyptischen Museum, eine' der berühmtesten Sammlungen von Europa in diesem Zweige, Director und bekannt ist durch die Veröffentlichungen von Bosselini in dem alten Glöbe, begab ich mich nach Genua, um mich dort nach Livorno einschiffen zu können. Ich Lewunderte in Genua die Superba, mit ihren reichen Palästen und Gallerten, mit dem Blick auf die erste wirklich italienische Stadt, die ich so glücklich ' war zu sehen, mit dem Blick auf das Meer, welches ich so'oft durchschiffen sollte. Diese Stadt, in der sich jetzt eine ansehnliche Gemeinde befindet, war' damals den Israeliten verboten, und dieses Land) welches die Wiege der israelitischen Freiheit geworden ist, indem es allen seinen Kindern den Zutritt zu allen Ehren und allen Würden eröffnete, wurde zu jener Zeit wie' ein gastbringender Aufenthalt von allen Israeliten vermieden. * Der dritte Mensch, dem ich in den Straßen begegnete,'war ein Priester oder ein Soldat, und der jesuitische Geist/ welcher von ob^n herab kam, schien keinen Schatten von' Hoffnung unfern unglücklichen Glaubensgenoffen zu lasten/ deren Zahl, Gott sei Dank! damals nicht' bedeutend' war, und, wenn ich mich nicht irre, im ganzen KÄNigthume nur 8000 Seelen betrug. Zwanzig Jahre darauf war Alles wieder verändert)/und von Neuem' hätte'strch , das Wort des größten der Propheten erfüllt: ,/Der Ewige wird für Euch kämpfen; doch Ihr, Ihr sollt'schweigen." \ - Eine Seereise -vön - einer Mcht führte mich in - ein verhältnißmäßig freies Land und-in eine Stadt, welches als Gemeinde, damals die erste der Habinsel war. Livorno, lediglich eine Handelsstadt, der Zufluchtsort für unsere verjagten Brüder aus Spanien, welche als Zeugniß ihrer tiefen Dankbarkeit gegen die Vorsehung, deren Wege undurchdringlich sind, eine prachtvolle Synagoge aus weißem Marmor erbaut hatten; seit vielen Jahren durch seine Druckerei die wirklich vermittelnde Station für die Gemeinden Tunisiens und der Levante — Livorno hatte zu damaliger Zeit mehrere israelitische Mitglieder im Stadtrath, und öffnete großmüthig jedem Kommenden seine Thore. Der verstorbene Doctor Uzielli, einer der angesehnsten Israeliten Italiens, den ich das Vergnügen hatte während beinah fünfundzwanzig Jahren zu kennen, hatte die Güte, mich in die Gemeindeschulen zu führen, welche schon damals bewunderungswürdig geleitet wurden. Knaben und Mädchen, kleine Kinder und junge Leute, welche sich, sei es den höhern heiligen oder profanen Studien, sei es dem Handel widmeten, fanden in dieser Musteranstalt, für welche die Familie große Opfer gebracht hatte, aber auf die Kosten der Gemeinde unterhalten wurde, alle Hülfsquellen, um ihren Geist zu bereichern und sich auf eine thätige und ehrenvolle Laufbahn vorzubereiten. Als ich ein viertel Jahrhundert später, vor fünf . Monaten, die Stadt und die Schule wieder besuchte, konüte ich nur mein früheres Urtheil über dieses Institut bestätigen, das unter seinen gelehrten Profefforen den Vr.'Ben Amözegh, Prediger und geachteten Schriftsteller, zählt. '• In Livorno übergab mir im Jahr 1839 Herr Basevi, der Kanzler der Gemeinde, die Copie des Briefes,- ^welchen die- Samaritaner von Naplus wenige Jahre vorher an die Israeliten dieser Stadt gerichtet hatten / in der trügerischen Hoffnung, welche sie noch 1&54 -gern nährten, als ich mit Herrn Erlanger/ meinem Collegdn im Wohlthätigkeitscomitä, einem Sonnabend'mit ihnen verbrachte: nämlich daß dies Samaritaner und keine rabbanitischen Juden seien. ' Ich/'habe-diesest Brief in einem jüdischen Journal veröffentlicht^ das 'der'verstorbene Herr' Jost unter dem' Namen „Israelitische' Annalen" damals in Frankfurt' a. M. herausgab. ' - : '' Dasselbe Schiff,' das mich nach 'Livorno gebracht hatte, -führte mich am Abend nach Livita — VecWia, dem langweiligsten-Ort, den ich kenne, aber welcher den Vortheil'hat, durch den Seeweg das Thor Roms'z'u'sein.

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