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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-04-04 · Heft 14 (4.4.1865) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 14 (4.4.1865)
Date
1865-04-04
Page
Seite 216 (sequence 10)
Language
German
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m ren. .Der weitere Zweck, und dieser wurde hitzig verfolgt , war, die; Verdammung der i liberalen Katholiken, dieser kleinen Partei, die, bemerkenswerth wegen ihrer Talente und ihrer Ueberzeugung, von den Ultramontanen durchs unerbittlichen Haß. getrennt ist."- Der Minister, erzählt hierauf, auf welche Weise den 1862 in Rom versammelten Bischöfen die Billigung der Enctyfftca' octroyirt wurde. Weiterhin sagt er: „Was mich anbelangt, so verfolgt die Encyklica Pius' IX. nur den von Gregor XVI. offen eingestandenen Zweck: der modernen Civilisation, unter welchem Namen sie sich auch einstellt, den Weg zu verlegen. Wie kann man behaupten, daß dieses nicht der Fall ist? Ein letztes Wort, und ich ende: Es gibt zwei Systeme, welche das religiöse Gefühl zu Grunde richten: das revolutionäre und das ultramontane System. Das erste leugnet alle positive Offenbarung, übertreibt die menschliche Vernunft, läßt die Leidenschaften ohne Zügel, sagt dem Papste, dessen Verbleiben in Rom ich mit der ganzen Energie meiner Ueberzeugung will: die Stunde des EM hat geschlagen, geh' in die christliche Welt und suche ein Asyl und verlasse die ewige Stadt, wo die Religion geehrt ist, wo sich das Depot ihrer Traditionen und ihrer Glaubenssätze befindet — laß denen, welche keinen Glauben haben, die geheiligten Basiliken, die Gebeine der Apostel, alle Monumente der Leiden und Triumphe der Kirche — man wird die freie Kirche im freien Staate erklären, um ihr leichter den Jndifferentismus unterstellen zu können. —/Dieses ist das erste, das revolutionäre System. Das zweite, das ultramontane System (aus Haß vor dem einen, wenden Sie ja nicht Ihre . Blicke von den Gefahren des zweiten ab), .stellt über Alles die päpstliche Macht, leugnet die Rechte des Staates, selbst dann, wenn derselbe intervenirt, um die nationalen Institutionen und den öffentlichen Frieden aufrecht zu erhalten, fälscht und notzüchtigt unsere bewunderungswürdige Religion,, leiht ihren Forderungen Doctrinen, welche sie nicht hat, an die man nie gedacht, und setzt sie der Gefahr aus, unverträglich zu werden mit der Unabhängigkeit der Völker und jeder legitimen Freiheit. Das sind die Vorwürfe, die ich im Namen der Religion selbst an sie richte. Wenn es sich um. solche Dinge handelt, müssen dann die Erfahrenen nicht in Besorgniß sein? Was mich anbelangt, so sehe ich den Kaiser genöthigt, einen Aufruf zu erlassen, um die Rechte des Landes aufrecht zu erhalten. Es liegt also ein Hinderniß vor. Wenn man dieses Hinberniß hinwegräumen kann, so müß Man es thün. Ich selbst verlange nur Eine Sache: die Ausführung! der Gesetze." — Herr Rouland gibt auch zu verstehen, daß er die Gesetze betreffs des Exequaturs verschärft haben will, und die Regierung sich hierüber mit Absichten trägt. Wir können ihm hierin nicht beistimmen. Gesetze sind gegen eine Macht und gegen Bestrebungen, wie sie dem Ultramontanismus einwohnen, eine durchaus ungenügende Abwehr. Gesetze bedürfen der Werkzeuge zu ihrer Ausführung j - und der Ultramontanismus findet oft genug Werkzeuge, welche die Ausführung hintertreiben. ' Der Geist kann nur durch den Geist bekämpft werden, und wenn die französische Regierung eine warme Fürsorge für den Volksunterricht bethätigte, die Schule von der Geistlichkeit emancipirte, den Schulzwang und für die Armen die Unentgeltlichkeit des Unterrichts bewirkte , so würde sie dem UltramontaniSmus kräftiger entgegenarbeiten, als durch alle Zwangsgesetze. Italien. Aus Oberitalien, 12. März. (Privatmitth.) Herr- Professor della Torre in Padua schreibt im Corriere Israelitico von Triest Artikel über die vom Institute zur Beförderung der israelitischen Literatur und Wissenschaft herausgegebenen Werke. Die letzten Hefte enthalten Berichte über die Schriften des achten Jahrganges. Herr Professor Samuel D. Luzzatto ist gegenwärtig mit der Uebersetzung der heiligen Schrift ins Italienische beschäftigt, welche sofort in Triest bei Colombo Coen gedruckt werden wird. Herr Ritter Morpurgo von Triest, der vor einiger Zeit in seiner Vaterstadt eine Stiftung zur Prämien- Vertheilung an verdiente Handwerker gegründet hat/ bedachte dieselbe neuerdings mit einer Vermehrung von 5000 Gulden. Dänemark. Kopenhagen, Ende Februar. (Privatmitth.) Am 22. Jan. d. I. feierte Herr M. M. Rüben hier sein 25jähriges Jubiläum als Vorsteher des jüdischen Krankenpflege-Vereins. Dieser seit 45 Jahren hier hestehende Verein, welcher gegenwärtig über 600 Mitglieder, nämlich 430 männliche und etwa halb so viel weibliche zählt, hat namentlich unter der Direktion des

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