Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 14 (4.4.1865)
- Date
- 1865-04-04
- Page
- Seite 212 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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SIL dergeölich erwartete Herausgabe dieses Nationalwerkes begonnen. Das 1. Heftchen: 8L1'' «!?Lr ''idn nun'' S latn Ta ->L>2 -si?>72 7i2iusrr^in SVLVr NkiV TKb 'idi bViö enthält 86 Gedichte von dem vielgefeierten Dichter, worunter sich auch die bekannte Zionide Nr. 16: 121 Nbn “iT’lE befindet, die Herr Luzzatto mit trefflichen Noten und Emendationen reichlich ausgestattet hat. Daß R. Zehuda Halevi keinen bessern Commeniator und Herausgeber seiner Gedichte als eben in Hrn. S. D. Luzzatto, dem vortrefflichen Dichter, dem Gelehrten, Exegeten und ausgezeichneten Grammatiker, finden konnte, wollen wir nur beiläufig bemerken, da der gesch. Leser die Gedichte zur Hand nehmen muß, um sich einen rechten Begriff von dem zu machen, was L. hier geleistet hat. — Unsere Zeit, die in Erfindungen so reich, ist auch in Auffindungen glücklich—und seit wenigen Jahren sind noch zwei handschriftliche Exemplare des Divan von R. Jehuda Halevi bekannt worden, wovon eins Hr. I. Saphir in Jerusalem, gegenwärtig in Paris, und das andere Hr. I. Günzburg in Paris besitzt. Auch vom Divan ist die Fortsetzung im 2. Jahrgange versprochen, und alle Teilnehmer freuen sich im Voraus auf diese schöne und herrliche Gabe — und wünschen zugleich Hrn. Luzzatto eine stets sich erneuende Jugendkraft, um seine schwierige, mühevolle Aufgabe glücklich zu lösen und zu Ende zu führen. Schließlich hat auch Herr B. Goldberg in Paris durch die Edition des seltenen, in Paris allein befindlichen, handschriftlichen, mafforethischen und grammatischen Merkchens: bVpYi'b ibiö 2V einen schönen Beitrag geliefert,, und wir gar nicht zu versichern brauchen, daß auch dies Merkchen von R. David Kimchi den Bibelforschern höchst willkommen sein wird. Darum können wir es uns füglich ersparen, etwas zur Empfehlung des Et Ssofer zu sagen, da bekanntlich die Alten auf Kimchi das Wort der Mischna anwendeten: Im en liernnelr en Thora, ohne Kimchi keine Lehre, kein rechtes Verständniß der Schrift! — Hoffentlich wird nun der Leser selbst aus dieser dürftigen Skizze von der Reichhaltigkeit und Wichtigkeit der Publikationen deS M. N. sich überzeugen, und es würde uns ungemein freuen, wenn viele dadurch ermuntert werden möchten, sich diesem wiffenschaftlichen Institute anzuschließen und beizutreten. Die allgemein verehrten Namen der Leiter desselben: vr. M. Sachs s. A., N. Adler, Rabb. in London, Alb. Kohn in Paris, S. D. Luzzatto in Padua, I. Zedner in London, M. Straschon in Wilna find L. Silbermann in Lhök, - sind hinreichende Bürgschaft für dessen Gedeihen. Der jährliche Beitrag, den jedes Mitglied zu leisten, ist klein, nämlich 2 Thlr. oder 4 Fl. ö. W. — und wird reichlich ersetzt durch die gediegenen Schriften des Institutes, dessen Aufgabe es ist, jüdische Wissenschaft und Literatur zu verbreiten und zu unterstützen. Hr. Rabb. Silbermann hat gleichzeitig eine Aufforderung zur Einsendung der Beiträge pro 1565 versendet, und es wäre zu wünschen, wenn recht Viele derselben Folge leisten möchten. Neueintretende Mitglieder können gegen Erlag des doppelten Beitrages von 4 Thlr. die Schriften des ersten Jahrganges auch erhalten. Wir erachten es als eine heilige Pfiicht aller Freunde der hebr. Literatur, Rabbiner und Lehrer in ihren Kreisen für eine rege und lebhafte Betheiligung nach Kräften zu wirken, denn was könnten die beiden Vereine: „Das Literatur-Institut" und der „Mekize Nirdaraim“, bei ausreichender Unterstützung nicht alles leisten!! Zeitungsnachrichten. Deutschland. Tauberbischofsheim (Baden), im März. (Privatmitth.) Zum erstenmale seit ihrem Bestehen hat die israelitische Centralbehörde für das Großherzogthum Baden, der Oberrath einen Rechenschaftsbericht erstattet und denselben jeder Gemeinde zur Kenntnißnahme zugesandt. Es war dies um so gebotener, da die Errichtung der Centralkasse eine neue ist und allenthalben schon längst der billige Wunsch geäußert wurde, über die Verwendung der eingesandten Oberrathsgelder Näheres zu erfahren. Vor der Errichtung dieser Centralkasse bestanden in den 4 Kreisen des Großherzogthums getrennte Kreis- Kassen, aus welchen die in §. 4 und 5 des Rechenschaftsberichts vom Jahre 1863 erwähnten Unterstützungen verabreicht wurden, in einer Weise jedoch, die nur geringen Erfolg hatte, indem wegen zu großer Zersplitterung die Unterstützungen sehr gering ausfallen mußten. Diese kleineren Beträge an einzelne Bedürftige wurden durch die neue Organisation aufgehoben und desto größere und somit wirksamere Unterstützungen, wie die im §..5 genannten Personalzulagen