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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-04-04 · Heft 14 (4.4.1865) · p. Seite 211

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 14 (4.4.1865)
Date
1865-04-04
Page
Seite 211 (sequence 5)
Language
German
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schen, sondern auch vom wissenschaftlichen und historischen Standpunkte einer besonderen und ungetheilten Würdigung im höchsten Grade verdienen. Auch in diesen Theschuboth finden sich recht interessante und gelehrte Briefe und Abhandlungen, Auslegungen und Erklärungen von agadischen Sagen, die sehr lehrreich sind, und durch eine unbefangene oft freisinnige Auffassung vieler Bibel- und Talmudstellen sich vortheilhaft auszeichnen. Bei allen Anthropomorphismen und Anthropopatismen in der Bibel wie in agadischen Sagen wird hervorgehoben, daß dies blos poetische Figuren, Allegorien und tropische Redensarten sind, die man also nicht wörtlich und buchstäblich nehmen darf. R. Hai's Worte lauten daselbst Nr. 98 in Beziehung der Sage über die Entstehung, der Erdbeben u. dgl. außerordentlicher Naturereignisse, Berachoth 59. a.: Mb b32i M21 , a^n an^aa anb72 'aM n'Dirw b2 labn , maa ■»‘inn b2 "pa pn'n T-wa 21222b bw?2 n2in2 aba ni2)2a aN2, 2-18 Ii©b2 rtnn £22221 ■>2,.‘p2 Mb2 , 'm t]a, 'm , 'n •jv ■j,'tai73in ‘pbnn» *>2M 2-,a,’23 •'32 1i©bi b©73 n2W2 aba M^taiös b2 iabi , iaa2 i©2 •'121 M2aa ^222 i^na 1>>2M jjai , 22a (Vgl. auch Ln Jakob z. St.) Man sieht also, daß die Gaonim die bekannte hermeneutische Regel: ^22 'jiwbu M2in M222, 22a, die Schrift drückt sich in menschlicher Redeweise aus, ganz im maimunischen Sinne (More I. Kap. 28) genommen haben, und daß Maimuni hier blos den älteren Lehrern gefolgt sei, wodurch also, nebenbei bemerkt, die kritischen Einwürfe und Bemerkungen des sel. Reggio, Ozar nechmad I, 126 und Geiger ibid. 159, aus die wir bei einer andern Gelegenheit ausführlicher zurückkommen werden, gänzlich wegfallen. Wir können es nicht unterlassen auf Nr. 115 zu verweisen, wo R. Nissim Gaon den Grundsatz aufstellt, daß überall, so in der Bibel bei den prophetischen Erscheinungen die Worte Vorkommen: Ich sah den Ewigen sitzend auf seinem Throne (Könige 22. 19; Ies. 6. 1; 2 B. M. 24. 10 u. 33, 23.) ein Sehen im Geiste, nicht ein Sehen mit den Augen verstanden sei: ivm :n2S22 ab MiivaM rr&nii mt ^2 •’fiba na ia2M 2°>n2 2221, '121 2bM n^ann aba. a^M orra“! ab na?: 2n272©3i 2in2 2na a2p72i, bai ba2©-> a-'wp ab i2->p22i? '22Ma ^a2p iwpi Via? nsm-i.bs , vbn n^a-,2 ba2iiM •’Mba na la^r 2^22 a-ip -'an a->ipw -,3aL)3-,. n^a-D 2n->«2 ab ^2 2->n22 ->am 2p2M 2,’2S732 22© ©■». ^2 2P2"> a2,2 r M^a2 MT *p22 WH 2272 *’3“1273bT * 12b2 Ma2© aba 2^23L722 MIM ab 2ivbnM b22 ^a© 22^1 i^2Mb 2nb •’i pTa niND2 2^)2© mn©*» I2a2i2b ni722 1.212 ba2©^2 ©^©212^21)2 2^222 2©a 2^2222 1^2M, yra ^2©2 2b ''pabn 2272a « 272© - .y,2vpaa» na niaab ^22 12 ab In diesem Geiste werden daselbst eine Menge Bibel- und Talmudstellen ausgelegt und erläutert — und schon daraus geht deutlich hervor, daß Maimuni bereits im Jahrhunderte der Gaonim viele Vorläufer gefunden hat. Als das kostbarste und theuerste Angebinde, das das Institut als Erstlingsgabe den Freunden der hebräischen Poesie präsentiren konnte, verdient vorzüglich der „Divan" des R. Iehuda Halevi, versehen mit einer trefflichen Vorrede und zahlreichen gelehrten, kritischen und gründlichen Anmerkungen zu jedem Gedichte von Herrn S. D. Luzzatto, hervorgehoben zu werden. Herr Luzzatto, der größte Kenner der neuhebr. Poesie, hat bereits 1840 Proben aus seinem handschriftlichen Divan des Verfass, des Kusari unter dem Titel: Bethulath balh Jehuda in Prag herausgegeben, und er hat somit nicht nur das Verdienst dieses unschätzbare Kleinod aufgesunden und der Vergessenheit entrissen, sondern auch hauptsächlich die Aufmerksamkeit der Gelehrten auf die bisher vernachlässigten neuhebräischen Dichter des Mittelalters gelenkt zu haben. Es ist charakteristisch, daß die Meisterwerke eines Iehuda Halevi, Gabirol, Moses b. Esra u. s. w. sogar in der Mendelssohn'schen Periode, wo das grammatische Studium und die wissenschaftliche Behandlung der hebräischen Sprache wiederum so mächtige Anregung gefunden und mit Vorliebe gepflegt, nicht im geringsten gewürdigt, und von vielen selbst geringschätzig behandelt wurden. Erst in unserer Zeit sind durch die Bemühungen eines Rapoport, Zu.nz, Luzzatto, Dukes, Geiger, Sachs und Kämpf, diese mittelalterlichen Poesien zur Anerkennung gekommen und aus der Verborgenheit eifrigst hervorgesucht worden. Dasselbe Loos theilte auch, wie bekannt, die altdeutsche Poesie, z. B. die Nibelungen, Gudrun und die Heldenlieder, die man erst in unserer Zeit nach Gebühr achten und schätzen gelernt hat. — Der sel. Dr. Sachs in Berlin veranlaßte kurz nach dem Erscheinen be8 Bethulath bath Jehuda, das damals wahrhaft Epoche machte, seinen Freund und Verleger Dr. Veit den Verlag des glücksicherweise von Luzzatto aufgefundenen „Divan" von R. Iehuda Halevi zu übernehmen, wozu sich dieser auch bereitwillig erklärte; aber derselbe vermochte infolge verschiedener Hindernisse, trotz des besten Willens, dasselbe dennoch nicht auszuführen. Auch hier, wie beim Pachad Jizchak, haben die Leiter des M. N. die Initiative ergriffen und die bisher

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