Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1865)
- Date
- 1865-03-28
- Page
- Seite 199 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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rung, dürch welche die Vornahme einer anderweitigen l Wahl üttgeordnet ist, verbleiben. v ' , \ ' Königsberg, den 7. März 1865. Der Oberpräsident." Bonn, im März. (Privatmitth.) Wir halten es : fortwährend' für ein Bedürfniß und darum für eine; Pflicht, daß die Oeffentlichkeit theils der Anerkennung j und Aufmunterung wegen, theils um an anderen Orj Lew Nachahmung zu erwecken -und Vorbilder zu geben, 1 von den verschiedenen Wohlthätigkeitsanstalten und Verj einen Kenntniß gäbe. Da aber der Raum, dieses Bl. j nicht genügt, selbst nur über die hervorragenden Inj stitute ausführliche Berichte zu geben, so werden wir' kurze Vermerke aus den uns zukommenden desfallsigen Druckschriften von Zeit zu Zeit zusammenstellen. — j Der „israelitische Unterstützungs-Verein" in Worms' gibt seinen „vierten Jahresbericht." Er hat im verflossenen Jahre 1355 reisende Handwerker und ArMe mit 861 fl., 374 verschämte auswärtige Arme ebenfalls * mit 861 und 20 verschämte Familien in WorMs Mit; 87 fl. bedacht. Man ersieht hieraus, in welch unveri hältnißmäßigem Grade die Wohlthätigkeit der Gemeinj den für auswärtige ArMe beansprucht wird. Der Verj ein hat wesentlich zum Zweck, die Hausbettelei zu bei fettigen, flogt aber deshalb über Unzulänglichkeit seiner ' Mittel, da der Verein am Ende lange nicht so viel geben kann, wie die Armen sich durch Ansprechen der einzelnen Gemeindemitglieder erlangen würden,*) und; wünscht daher, daß die Beiträge erhöht werden und alle Gemeindemitglieder beitreten mögen. Sicherlich findet er hierfür bei dem bekannten Wohlthätigkeitssinn der Wormser Israeliten ein williges Gehör. — Der 22. Jahresbericht des in Wien bestehenden „Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" weiß zu rühmen, daß er im verflossenen Jahre 44 beitragende Vereinsmitglieder neu genommen, wodurch die Jahresbeiträge bedeutend gewachsen, wie auch die Bethausspenden und die Legate zugenommen haben. Das Vereinskapital beträgt daher jetzt 26,888 fl. Der Bericht bemerkt aber auch, daß in gleichem Maße *) Man übersehe aber nicht, daß die durchreisenden Armen bei einer Bereinsgabe viel Zeit und darum auch Unterhaltskosten ersparen, welche das Hausbetteln erfordert, so daß sie sich bei jener, wenn sie auch mäßig ist, im Ganzen besser stehen als bei diesem. Die Redactiou. sich auch die Anforderungen an den Verein steigerten. Er sagt hierbei: „Wir können jedoch die Bemerkung nicht unterdrücken, daß diese vermehrte Inanspruchnahme des Vereins von seiten der Armen gleichzeitig die erfreuliche Wahrnehmung gestattet: wie tief die Sehnsucht nach einer soliden gewerblichen Thätigkeit bis in die untersten Schichten unseres Volkes bereits gedrungen ist. Es ist schwer, der innersten Ergriffenheit sich zu erwehren , wenn, wie es oft geschieht, Knaben im Alter von 13—14 Jahren aus weiter Ferne mitten iM Winter unter Entbehrungen und Mühseligkeiten aller Art zu Fuße hierher wandern, um die Hilfe des Vereins zur Erlernung eines Handwerkes anzusprechen." Im verflossenen Jahre würden 88 neue Zöglinge ausgenommen, 29 zu Gesellen gesprochen und am Schluffe des Jahres waren 167 Zöglinge bei 23 verschiedenen Gewerben verblieben. Alle Ausgaberubrikeü wie Aufdingungs- und Freisprechungstaxe, Wäsche und Bekleidung u. s. w. erhöhten sich daher. ' Die Gesammtsumme der Ausgaben rm verflossenen Jahre betrug 6700 fl. Die Bildungsanstalten für die Zöglinge: der sonntägliche Gottesdienst, der Wiederholungsünterricht in 3 Classen und die Zeichnenschule in den Vereinslocalen in 3 Zimmern unter 2 Lehrern, bestehen iü gedeihlicher Weise fort, und die erbauliche Feier des ersten Osterabends nebst Speisung sämmtlicher Vereinszöglinge wurde auch im abgelaufenen Jahre in gewohnter feierlicher Weise abgehalten.*) — Der „Pe sicher israelitische Wohlthätigkeits-Berein Coneordia" hat im verflossenen Jahre 1321 Individuen ärztlich behandeln lassen und hierfür sowie für Unterstützungen, Leichenbestartung u. s. w. an '6000 fl. verausgabt. Auch dieser vortreffliche Verein ist im Wachsthum begriffen, und seine Mitgliederzahl wächst immerfort. Berlin, 15. März. (Privatmitth.) In hiesiger Stadt ist abermals ein Jude, der Assessor Lasker, *) Am erfreulichsten ist, wenn wir die Gewerbe, welchen sich die Zöglinge widmen, durchmustern, die Wahrnehmung, daß diese von der verschiedensten - Art sind, und jener Vorwurf, daß die Juden nur leichtere Gewerbe erlernen, völlig widerlegt wird. Getave die schweren Handwerkewie Drechsler (57), Schlosser (28), Tischler (24), Schmiede (6), Kupferschmiede,- Messerschmiede, Zeugschmiede finden sich am meisten und z. B. das Schneiderhandwerk gär nicht vertreten. Ditz Redaction. *3