Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1865)
- Date
- 1865-03-28
- Page
- Seite 196 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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zählt, vermissen -wir die Namen der vorzüglichsten und ältesten Gemeinden in Deutschland und Oesterreich fast ganz und gar. Um so anerkennenswerther und verdienstlicher ist es daher, daß die Leiter des Instituts das Möglichste angewendet haben, um allen, gerechten und billigen Ansprüchen nachzukommen, und den Mitgliedern eine kleine Zahl von gediegenen und elastischen Werken in hebräischer Sprache, in 5 Bändchen und in-prachtvoller, eleganter Ausstattung bieten zu können. Wir müßten wohl die Grenzen einer Recension, die selbstverständlich bei solch anerkannten Werken aus früherer Periode gar nicht nothwendig ist, zu sehr überschreiten, wenn wir auf eine kritische Würdigung der vorliegenden Schriften, die deshalb auch gar nicht jetzt in unserer Absicht lsegcn ckann, eingehen wollte. Es reicht wohl vorläufig hin, so wir dem geschätzten Leser ein kleines Bild des Dargebotenen entwerfen und aufrollen, und überhaupt auf das neue, junge, der Theilnahme und Unterstützung noch sehr bedürftige, wissenschaftliche Unternehmen die allgemeine Aufmerksamkeit lenken. Die gelehrten Leiter des M. N. bestrebten sich allen Wünschen nach Möglichkeit zu entsprechen — und in den veröffentlichten Werken findet der gelehrte Talmud ist wie auch der Freund der hebräischen Poesie und der Verehrer des Bibelstudiums volle Befriedigung, wie dies der Leser aus unferm kurzen nachfolgenden Referate selbst entnehmen wird. Das umfangreichste Werk (gegen 30 Bogen in Octav), welches dieser Jahrgang brachte, ist das berühmte kolossale, talmudische Lexikon : Pachad Jizchak von R. Jizchak Lampronti aus Ferrara, wovon bisher im Jahre 1749 in Venedig der Ifte Theil und in den folgenden Jahren, aber erst nach langjährigen Unterbrechungen die übrigen Theile, und zwar blos vom Buchstaben: Aleph bis inclusive dem Buchstaben: Mein erschienen ist; dessen Fortsetzung aber die k. Bibliothek in Paris, auf Verwendung des Herrn S. Munk, als Manuscript vor ungefähr 20 Jahren erworben hat und als unieum besitzt. Es war längst ein sehnlichst gehegter Wunsch aller jüd. Gelehrten, diesen kostbaren Schatz zu heben und sowohl die Veröffentlichung des handschriftlichen Theiles dieser wahrhaft großartigen, talmudischen Encyclopädie, als auch eine neue Herausgabe der gedruckten Theile des theuer und selten gewordenen ausgezeichneten und voluminösen Werkes anzubahnen, und einmal doch möglich machen; wozu aber auf buchhändlerischem Wege bei den dazu erforderlichen ungeheuren Kosten nicht die geringste Aussicht vorhanden war. Cs muß VatüM als eine wahrhaft glückliche Idee bezeichnet werden,- daß die Leiter des Vereins die Edirung des Pachad Jizchak — und zwar sowohl der gedruckten wie der handschriftlichen Theile— begonnen haben und auf diese Weise ■ der hebräischen Literatur ein einzig in seiner Art dastehendes Opus zugänglich machten, das auf eine andere Art schwerlich gar jemals zur completen Veröffentlichung und Drucklegung gelangt wäre. Es liegen uns in dieser neuen Edition 2 Theile vor: nrts und m« pitr« ins, d. h. der Buchstabe „Aleph" (aber nur zur Hälfte) und der Buchstabe „Nun" vollständig, dessen Abschrift die Gesellschaft nach dem pariser Manuscript veranstalten ließ. Die nächsten Jahrgänge werden, wie bereits zugesagt, die anderen Buchstaben des alphabetischen Werkes, nämlich den Schluß von Aleph und Samech, bringen. Es versteht sich von selbst, daß bei größerer Theilnahme des Publikums die Fortsetzung und Vollendung dieses ausgezeichneten, leider nur zu voluminösen Lexikons desto rascher und schneller erscheinen würde; so daß schon in 5—6 Jahren das Ganze in den Händen der Gelehrten sein könnte. Wohl hätten es viele Mitglieder lieber gesehen, daß vor Allem zur Vollendung der blos als Handschrift vorhandenen uttedirten Theiledes Pachad Jizchak und dann erst zur neuen Auflage der bereits gedruckten Bände geschritten worden wäre; allein bei rascher Fortsetzung dürfte sich auch diese nicht ganz unberechtigte Verzögerung in Betreff der Completirung des freilich nach dem vollständigen Erscheinen erst wahrhaft brauchbaren Nachschlagebuches leicht entschuldigen lassen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, 8. März. (Privatmitth.) In der jüngst hier stattgehabten Sitzung Mx Calenberg-Grubenhagen-. schen Landschaft wurde unter Anderem ein neues Reglement für die von der Landschaft zu vergebenden Freitische an der Landes-Universität genehmigt und beschlossen, daß zur Bewerbung um jene Freitische nur solche Studirende zugelassen werden sollen, welche einer der drei christlichen Confessionen angehören. Die bisher bestandene Vorschrift, daß die Bewerber Luthe-