Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-03-21 · Heft 12 (21.3.1865) · p. Seite 184

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 12 (21.3.1865)
Date
1865-03-21
Page
Seite 184 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226473-3226486--22909-3250187
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

M Che tri Preußen Neue Normen ein, indem es den Chen der Juden / so weit es' sich um staatliche Anerkennung derselben handelte, den religiösen Charakter entzog,* den sie seit Jahrhunderten und noch im Gesetze vom 11'. März 1812 hatten. Da die Sitte öft stärker als das Gesetz ist, so wurden, zum großen Schaden der Betheiligten, die neu eingeführten Gesetzesbestimmungen theilweise nicht beachtet, so daß sich die Minister der geistlichen Angelegenheiten, der Justiz und des Innern schon vor! einigen Jahren veranlaßt sahen, das Gesetz in Erinnerung bringen zu lassen. Dessenungeachtet kommen immer noch vereinzelte Fälle von Nichtbeachtung vor, so daß die Erinnerung und Mahnung wieder erneuert worden ist. Diese letzteren sind um so dankenswerther, als es sich ja um das Glück und die Ehre von Familien handelt. Berlin, 2. März. Die heutige „Voss.Ztg." schreibt : Unser Mitbürger, der als ein sittlich sehr hochstehender Mann, tüchtiger Arzt und charakterfester Politiker gleich anerkannte und hochgeehrte Dr. Eduard Abarda n ell 86n., ist nach einer fast 2jährigen Krankheit seinen vielen Freunden und Verehrern am 28. Febr., Abends 9^/4 Uhr, durch den Tod entrissen worden; sein Krankheitszustand war von Anfang an ein sehr schmerzhafter, die Kräfte allmählich auszehrender , so daßer seinem Beruf schon lange nicht mehr sich hingeben konnte. Das öffentliche Leben beschäftigte ihn auch während seiner Krankheit, deren große Leiden er mit festem Muth zu ertragen wußte. Sein Verlust wird um so tiefer empfunden werden, je seltener Männer von seiner Gemüthstiefe und Eharakterreinheit sind. Abarbanell war früher zweiter Vorsitzender des berliner Handwerker-Vereins, welches Amt er aus Gesundheitsrücksichten niederlegen mußte, und hat sich um den Verein sehr verdient gemacht. Sein Wirken'hat wesentlich mit dazu beigetragen, den Verein auf die Höhe zu bringen, auf der er jetzt steht. Auch die Gesundheitspflege-Vereine verlieren viel in dem Verstorbenen; er war der Gründer eines der ersten derartigen Vereine und eifriger Beförderer derselben. — (Am 4. März hielt dem Verstorbenen der berliner Handwerker- Verein eine würdige Gedächtnißfeier ab.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Debreezw, im Februar. (Privatmitth.) Vor wenigen Tagen sind die Statuten des dahier gegrßndeten „Jsr. Industrie- und Ackerbau-Vereins" herabgelangt und findet noch im Laufe dieses Monats die erste constitüirende Versammlung des Vereins statt. — Die dahier bestehende israel. Hauptschule gedeiht unter der Leitung des Oberlehrers M. Ehrentheil vortrefflich. Der Präses der Schulsection, Herr Dr. Poper, versäumt keine Gelegenheit, die Anstalt der Bevölkerung an das Herz zu legen und sind wir unter solch vorzüglichen Kräften zu den schönsten Hoffnungen berechtigt.' S. A. Ujhely, im Februar. (Privatmitth.) Unsere Ehassidäer bieten Alles auf, den Nachlaß des großen Heiligen Rebb Moscheh - Teitelbaum zu sammeln und wird der erste Theil eines kabbalistischen Werkes dahier im Druck erscheinen. — Homonner, ein benachbartes Städtchen im Comitate, hat den Beschluß gefaßt, seine Volksschule zu einer Hauptschule zu erweitern und bereits den Concurs zur Besetzung einer vierten Classenlehrerstelle ausgeschrieben. — Das Reich Hospital unserer Gemeinde gibt bereits einige Lebenszeichen von sich und wurde vom heiligen Verein ein Gebäude um den Werth von 8000 fl. ö. W. zu diesem Zwecke angekauft. R...... Pesth, im Februar. (Privatmitth.) In der jüngsten General-Versammlung des Ungar, israel. Vereins wurde der bisherige Vicepräfts der ebenso geistreiche als für die Vereinszwecke begeisterte Dr. Heinrich Polka! zum Präses gewählt. Zu bedauern ist, daß die Einzahlungen so spärlich einlaufen und dem Verein eine jede Verbindung mit der Landbevölkerung mangelt. Wir unsererseits möchten dem Verein correspondirende Mitglieder Vorschlägen, ein Wunsch, der um so gegründeter, da gerade die Landbevölkerung Culturvereine jetzt mehr als je benöthigt. — Aus dem Ungar. Schulfond erhielt die Gemeinde zu Vesprim einen Vorschuß von 20,000 fl. ö. W. Italien. Rom, Ende Februar. Ein neuer Umstand lehrt uns, daß die sonst gerühmte Consequenz und Einheit in den Maßnahmen der römischen Curie nicht mehr vorhanden. Es hat sich dies hinsichtlich der päpstlichen Cnchklica schon mehrfach erwiesen, jetzt wieder folgendes: „Der Cardinal-Viear in Rom hat bei der Verfündißung der Jubiläumstage — 5. März bis 9, April

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.