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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-03-21 · Heft 12 (21.3.1865) · p. Seite 183

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 12 (21.3.1865)
Date
1865-03-21
Page
Seite 183 (sequence 9)
Language
German
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183 ten Cohen in Harburg, Ln den Schoß der alleinseligmachenden Kirche geführt zu haben. Erfreulich ist es, wahrzunehmen, daß sich hier einzelne Gemeindemitglicder von dem Handel abwenden und sich dem Fabrikbetriebe widmen. So sind drei derselben augenblicklich damit beschäftigt, am hiesigen Platze eine Kunstwollefabrik zu etabliren. In Lieben au starb vor kurzem eine israelitische Frau, namens Sarah Moses, in dem hohen Alter von 89 Jahren. Als Resultat der jüngsten Volkszählung Heilen wir zur Ergänzung unseres vorigen Berichts noch mit, daß sich in Geestedorf 55, in Stade 50 und in Hameln 129 Juden finden. Oppenheim, im Februar. Der „Didaskalia" schreibt man von hier: Oppenheim, durch seine romantische herrliche Lage am Rhein, durch seinen vorzüglichen Wein, die alte Schloßruine „Landskrone", sowie die in rein gothischem Stile erbaute Katharinenkirche weit bekannt und daher alljährlich von Touristen stark besucht, hat in jüngster Zeit ein Kunstwerk erhalten, von dem nach Wissen des Einsenders in diesen Blättern bis jetzt keine Erwähnung geschehen ist. Es ist dies die von der nur 30 Familien zählenden israelitischen Gemeinde mit verhältnißmäßig großen Opfern erbaute neue Synagoge. Der Bau, in gefälligem, dem mosaischen Ritus entsprechenden Stil unter Leitung des Kreisbauamts Oppenheim meisterhaft ausgeführt, reiht sich an die übrigen Sehenswürdigkeiten der Stadt würdig an und besonders ist es seine innere würdige Ausschmückung, welche einen erhebenden Eindruck auf den Besucher macht. Dieser Eindruck wurdebei dem Einsender, der einer gottesdienstlichen Handlung beiwohnte, noch wesentlich erhöht, alser statt des altherkömmlichen.Gemeindegesanges vortrefflich eingeübte und ebenso ausgeführte Choralgesänge dortiger Männer und Jungfrauen unter Orgelbegleitung vortragen hörte. Mit dem schönen Bau selbst ist somit auch der darin stattfindende Gottesdienst in vollständiger Harmonie und verdient der in letzterer Beziehung bethätigte Fortschritt dieser Gemeinde, von dem zeitigen Vorstand angebahnt und durchgeführt, alle Anerkennung. Auch verdient hier noch registrirt zu werden, daß in echt religiöser Duldsamkeit einem christlichen Lehrer gestattet wurde, bei den gottesdienstlichen Handlungen Orgelspiel und Choralgesang zu Mn..." Mannheim, im März. (Privatmitth.) Ein jedes wahrhaft gute Werk überdauert seinen Schöpfer und ist dann eine immergrüne Cypresse auf seinem Grabe. Unser verewigter Stadtrabbiner Präger hatte einen „Verein zur Erziehung armer Waisen und Kinder dürftiger Eltern israelitischer Religion" gegründet, und der eben erschienene sechste Bericht, der das letzte Vereinsjahr umfaßt, gibt Zeugniß für das Blühen dieses Vereins, dessen sich auch unser jetziger Rabbiner Dr. Friedmann kräftig an nimmt. Auch in diesem Jahre sind nicht allein die Ausgaben des Vereins vollständig gedeckt, sondern auch sein Vermögen von 14,000 auf 18,000 fl. erhöht worden. Für Unterricht, Kost und Wohnung von 12 Pfleglingen wurden 1300 fl. verausgabt, und da jene auf eine völlig angemessene Weise befriedigt wurden, so ist das geringe Maß von Kosten, welches der Verein gebraucht, rühmend und als mustergiltig hervorzuheben. Ballenstedt, 1. März. (Privatmitth.) In vergangener Woche ist hier ein 31 jähriger Mann aus Calbe a/Milde von der evangelischen Religion zum Judenthume übergetreten. Der besagte junge. Mann wandte sich behufs seiner Aufnahme in das Judenthum an den hiesigen Religionslehrer, Herrn Elkeles, und erklärte demselben, daß er sich mit der Wichtigkeit und mit den Pflichten des israelitischen Glaubens bekannt gemacht habe und aus vollkommener Ueberzeugung zum Juderrthume übergehen wolle. Es wurde infolge dessen ein Dreimänner-Gericht gebildet, und, nachdem er auch vor diesem seinen unerschütterlichen Entschluß in das Judenthum eintreten zu wollen ausgesprochen hatte und nochmals auf die Wichtigkeit der jüdischen Religion aufmerksam gemacht wurde, wurde der rituelle Act der Beschneidung durch Herrn Elkeles, welcher zugleich Mohel ist, in höchst geschickter Weise an ihm vollzogen. Preußen. Unna, 16. Februar. Sicherem Vernehmen nach hat der Vorstand der hiesigen israelit. Gemeinde den Redacteur und. Pastor F. C. v. Bodelschwingh wegen des Judenaustreibungs-Artikels im „Hausfreund" bei der Staatsanwaltschaft in Hamm zur Anzeige gebracht. (S. Nr. 10 d. Bl.) Berlin, 2. März. Das Gesetz vom,23. Juli 1847 führte für die bürgerliche Beglaubigungder jüdischen' 12

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