Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1865)
- Date
- 1865-03-21
- Page
- Seite 182 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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182 Baß' Dies ist als;■ ein Sprung in die?!Dissonanz nicht zulässig.- Hierbei sei noch auf zwei Druckfehler aufmeM sam gemacht. - Nr. 10, .TM 10 muß .im Tenor f statt § stehen. Nr. 12, T. 3 die drei ersten Noten der Unterstimme h c h müssen b e b heißen. —r Schließlich wünschen wir dem Werke eine rechte Verbreitung als Aufmunterung und Lohn für das edle Streben des Componisten. Emil Breslaur. A u s Westfa len. Von Velhagen und Klasing in Bielefeld erscheint seit Dctober v. I. das „Daheim", ein jillustrirtes Familienblatt. Von. welcher Seite dieses Watt mit.aller Anstrengung colportirt wird, ist bekannt.' Für Israeliten genügt als Wahrzeichen-, daß > das - vierte Heft bereits in der kleinen Novelle-„Lippold der Schatzjude" auch auf die Juden kommt, worin der Verfasser sich alle erdenkliche Mühe gibt, den Titelhelden als einen. Unmenschen erscheinen und in satanischer, verdrehter Sprache reden zu lassen. Wahrscheinlich hat der Verf. in dieser Novelle blos zur Abwechselung sich einer herben Darstellung befleißigt, da im Uebrigen der süßholzige, -christlich-germanische Ton der vorherrschende— Und. doch soll das „Daheim" den Streit der Parteien über keine Schwelle tragen, versichert die Verlagshandlung... .. :: - . Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, 22. Februar. (Privatmitth.) Am 19. d. M. fand die statutenmäßig festgesetzte General-Versammlung des hiesigen israelit. Wohlthätigkeits-Vereins statt. Nach Vornahme einiger neuer.Wahlen von Directions-Mitgliedern kam die Abrechnung des verflossenen Jahres zur Vorlage, welche mit einem Ueberschuß von circa 500 Thlrn. abschloß. Den zweiten Gegenstand bildete wiederum die Erbbegräbnißfrage, da zu dem vorjährigen .Beschlüsse, keine Erbbegräbnisse zuzulassen, der Gemeindeausschuß seine Genehmigung verweigert und vielmehr verlangt hatte, -daß? Erbbegräbnisse eingesührt, werden sollten. Die Direetion des Wohlthätigkeits- Vereins hatte auch geglaubt, hierauf eingehen zu dürfen, ohne die General-Versammlung zu befragen, und dieser Umstand gab Veranlassung zu einer lebhaften Debatte. ' Endlich wurde dev Antrag aV genommen: die Direetion des Vereins^ nufzufordern> nochmals mit dem Gemeindeaüsschuß in Verhandlung zu treten und das Ergebniß derselben der nächsten Versammlung zur Genehmigung: vorzulegen. , Wir würden jedenfalls sowohl in Rücksicht aus den Geldpunkt als auch, um dem vielfach sich kundgebenden und: einzig und allein in der Pietät begründeten Verlangen, dereinst neben seinen Familienmitgliedern zu ruhen, zu entsprechen, der Einführung von Erbbegräbnissen das, Wort reden und vermögen iw solchen einen Unterschied zwischen Arm und Reich nichtzu erkennen. ,Die Differenz zwischen dem- Concertdirector Joachim und Herrn Grün einerseits und der königl. Theaterintendanz andererseits, über welche wir in unserer jüngsten Correspondenz berichtet haben und die dem. Kladderadatsch zu dem beißenden .Witze' Veranlassung gab, daß eine hiesige distinguirte Persönlichkeit keine Juden sehen könne, ist nunmehr wiederum ausgeglichen und beide Virtuosen bleiben uns erhalten. Se. Majestät der König hat nämlich das Entlassungsgesuch des: Herrn Joachim nicht angenommen und sollen die gerechten Ansprüche des letzteren und des Herrn Grün eine Erledigung finden, ohne daß die hergebrachten Hofgesetzenach denen einem Juden der Titel eines Kammermusikns nicht verliehen wird, eine Aenderung zu erfahren brauchen. Herr Grün erhält nämlich bei höherem Gehalte eine lebenslängliche Anstellung und wahrscheinlich auch eine,» höheren Rang, als er jetzt hat. Infolge der gedachten Hofgesetze sah sich bereits vor mehreren Jahren ein anderer jüdischer Künstler, der bekannte Componist Anton Wallerstein aus: Dresden, veranlaßt, aus der hiesigen Kapelle zu scheiden. . In der hiesigen katholischen Kirchehält gegenwärtig der Pater Augustin, ein angeblich auf wunderbare Weise znm Katholicismus bekehrter Jude aus Hamburg die Fastenpredigten unter großem Zulaufe von sseiten des Volkes. Wir bedauern, daß auch: einzelne Judenwenn auch nur aus Neugierde, die Zuhörerschaft dieses Predigers zu vergrößern, der seinen Ankündigungen mit einer gewissen Ostentativ« seinen früheren , jüdischen Namen, Herrmann Cohen, beifügt. Trotzdem daß seine Predigten sehr derb sein sollen und er durch eine überaus lebhafte Gesticulation in seinem Vortxage zu rmponiren sucht, glauben wir kaum, daß es ihm hier gelingen werde, Seelen zu sangen und wird, er sich wohl damit begnügen müssen, , seinen Bruder, den Fabrikant »