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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-03-21 · Heft 12 (21.3.1865) · p. Seite 181

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 12 (21.3.1865)
Date
1865-03-21
Page
Seite 181 (sequence 7)
Language
German
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181 Wir kennen diese Weisheit herzlich wenig; aber wenn uns ein Pröbchen von ihr in dem Unsinn des Grabrituels erhalten ist, so mußte dies einem positiven und erleuchteten Geiste, wie dem des Moses, Widerwillen einflößen. Nein, man kann in dem Monotheismus Abraham's und Moses' nur ein providentielles Ereigniß sehen, die unmittelbare Einwirkung der Vorsehung auf die Geschichte des Menschengeschlechtes und besonders in feiner religiösen Erziehung. Ich will Ihnen keineswegs dieses providentielle Ereigniß erklären, aber Sie kennen noch andere ähnliche in der Entwickelung der religiösen Ideen des Menschengeschlechtes. Gerade um die Anerkennung dieses providentiellen Ereigniffes zu vermeiden, hat man den „monotheistischen Instinkt" erfunden, den die ganze semitische Race beseffen haben soll, und die, wie wir gesehen haben, nur eine Chimäre ist."- So weit Herr Munk, und wir haben allen diesen trefflichen Worten, diesen ganzen aus ebenso gründlichem wie vorurtheilsfreiem Wissen hervorgegangenen Auseinandersetzungen unsererseits nichts hinzuzufügen. Wir freuen uns, einen so bewährten Kampfgenossen in dem von uns eröffneten Feldzug gegen die Knechtung der Menschheit unter dem Racenschematismus gefunden zu haben. Dieser hatte sich namentlich in Frankreich mit so vielem Aplomb und so scheinbarer Gelehrsamkeit erhoben, daß alle Welt davon geblendet wurde und nicht wenige unserer gelehrten Glaubensgenossen seiner Berechtigung einigen Platz einräumten. Um so wichtiger ist es, ihn in seiner Ungründlichkeit nachzuweisen, ihm die bunten Lappen, mit denen er seine Blößen deckt, abzureißen.- . Fügen wir nun noch, hinzu, daß uns in diesen Tagen ein Vortrag .des vr. Iellinek über Salomon Munk, gehalten im wiener Bet ha-Midrasch (Wien, Herzfeld und Bauer, 1865) zugekommen. Der Verfasser würdigt in geistreicher und gemüthvoller Weise die ganze Bedeutung der Wahl Munk's zum Professor am coll&ge de France und wirst dann einen kritischen Blick auf die ganze Reihe der vorzüglichen Leistungen Munk's auf dem Gebiete der Wissenschaft. Wir empfehlen dieses Schriftchen jedem Freunde der orientalischen Literatur.- Literarischer Wochenbericht. Berlin, 10. Februar. Zwölf Präludien für Orgel oder Pianofvrte nach ulten Synagogen« Intonationen, comp, von Moritz Deutsch, Ober- Cantor in Breslau. Breslau, bei Hainauer. Das vorliegende Werk beweist, daß der Componist seinen Geschmack an den edelsten Mustern gebildet hat, und je weniger ein großer Theil unserer für die Synagoge bestimmten Compositionen der Würde des Gotteshauses Rechnung tragen, um so freudiger begrüßen wir ein Werk, aus dem uns wahre Würde mit frommen Sinn gepaart entgegenleuchten. Der Componist benutzt die alten Melodien derartig, daß er einzelne Motive derselben durchführt und zu kurzen Präludien verarbeitet. Er versteht es, die alten Intonationen, so weit er sie hinstellt, durch würdige Harmonie recht interessant zu machen und den manchmal etwas trivialen Inhalt derselben in einen bedeutenderen zu verwandeln. Doch ist diese Art der Durchführung nicht recht geeignet, die Melodie selbst dem Laien verständlich zu machen. Dieser Zweck wäre zu erreichen gewesen, wenn der Componist die Melodie, vielleicht in verschiedenen Stimmen, mit interessanter Harmonie und contrapunctistischen Wendungen hätte auftreten lassen. Wir hörten vor kurzem die Bearbeitung einer alten Melodie in dieser Weise für Chor mit Begleitung von Blechinstrumenten, welche sehr wirkungsvoll war und von dem Herrn Lewandowski herrührte. Es soll dies kein Vorwurf sein, den wir den Präludien machen, denn wenn dieselben in das Gotteshaus, als zur Liturgie gehörig, eingeführt werden sollten, so werden sich die Melodien-Bruchstücke dem Hörer wohl einprägen und sein Sinn wird sich auch der Durchführung derselben leicht erschließen. — Nachdem wir die Vorgänge der Präludien hervorgehoben, sei es uns auch gestattet, einige Schwachen derselben zu berühren. So hätten wir bei mehreren eine strengere Durchführung des Themas gewünscht, wodurch eine größere Einheitlichkeit erzielt worden wäre. Auch die Eintritte der Stimmen sind nicht immer kunstgerecht. Außerdem stoßen wir noch auf einige Incorrectheiten. Wir finden S. 7, Z. 3, Takt 5 in den beiden letzten Achteln Octavenfortschreitungen a-g. Schlecht klingt die Fortschreitung in Quarten auf derselben Seite Z. 4, Takt 1 zu 2 ---- h c und f g. In Nr. 5, Z. 1, Takt 3 muß das c im dritten Accord wohl ä heißen. Der Eintritt e im Sopran und ä im Baß in Nr. 8, Takt 6 ist nicht zulässig. — Bei Nr. 9 letzte Zeile, Takt 9 ist ein Druckfehler Mituntergelaufen. Die erste Note im Baß muß einen Punkt haben,, die letzte muß ein Viertel sein, da sonst eine Septimen-Fortschreitung entsteht. Auf .(§?< 12, Taft 1 befindet fich es c im Tenor und cb im

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