Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1865)
- Date
- 1865-02-28
- Page
- Seite 139 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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M seine Augen inThransnchrÄlett;/W Pr beweinen Tag und' Nacht die Leiden' seines/Völkes^ "für das seine i zävte und an^VaterländÄrebe/reiche Seele' noch in der; Entfernung eiMe schwache Hoffnungsstrahlen, leuchten j .läßt.';. -. Durch die Visionen eines Jesaias^-eines Michah j werden sie in die glücklichen Zeiten der - Zukunft der-; setzt, „wo der Bär /und 'die -Ferse' zusammen weiden / gehen, wo der Krieg verschwünden'H,/wd die Men-; scheu im' Frieden, .Wer' beim Weinstocke und' dem Fei-! gen.b.au^le-^^^^en; ’ bD^ i)ie Erde voll ist.der Erkenntmß - Gottes." Das Buch/Hiob -weiht Sie in die Geheimj nisse! der Vorsehung und der göttlichen Gerechtigkeit ein; die mächtigen Bilder des enthusiastischen Elihu, - diemajestätische Erscheinung Gottes blenden Ihren! Blick. Noch läßt der Dichter Ihre Einbildung in dem; Lande der Wunder an den Ufern des Nils irren, und schon / stellt sich das Hohe Lied ein, um Jhre aufgeregten Gefühle; zu beruhigen. (Denn, wie Eichhorn bemerkt hat, ifL das Hohe Lied in den hebräischen Bibeln gleich hinter Hiob gestellt; 'und Eichhorn glaubt' hierin die Absicht zu sehen, den Kontrast, welcher zwischen beiden Dichtungen besteht, deutlicher hervorzuheben.) Hier rollt ein Schäfer-Drama die Scenen einer bezaubernden Natur vor Ihren Blicken auf; der Schäfer und seine Schäferin schildern Ihnen die Liebe mit allen ihren Reizen und allen ihren Oualen, in gefühlvoller Schilderung, was man auch darüber sagen möge. „Ich beschwöre euch, Töchter von Jerusalem,! erwecket nicht die Liebe, ermuntert, sie nicht! Sie ist wie Gluth des Feuers, öine 'GottesflaMMe, die Fluchen/und: Stürme nicht auszulöschen vermögen."; .„Bald danach; finden - sie den Schwattengesaüg des hebräischen Volkes: „Alles hat seine Zeit, und eine Dauer ist angewiesen jedemDinge ünterd'em Himmel. Eitelkeit der Eitelkeiten/sagt/detPrediger, ÄW ist eitel." Die ganze Bibel endliche ist ,eim großes,..EpoS.^. deffey Helden Gott und sein Volk, find: „Als Israeli noch jung war , liebtich - es und von Aegypten an -nän'Nte ich es meinen Sohn." So 'spricht Gott' durch den Mund seines Propheten Hosea. Wir sehen diesen Sohn erwachsen: in deck Tagen, des Glückes hat es seinen Vater nicht, anerkennen wollen; die Tage des' Unglückes kommen-, und es wirfi sich mit aufrichtiger Reue in seine Arme.-l Die Sänger . Zion's verlassen den heiligen Boden/'ürid sie hängen /hre Harfen, auf an den Thränenweiden der Flüsse von Babylon- . Wenn die Sieger, ihnen .sagen: „Singt uns das . Lied von Zion", so antworten sie : ,,Wie"könrlten' wir singen düs Lied des Herrn'auf einer fremden Erde?" " „Das ist Poesie/'die stets eine Seite im Herzen aller Meüschen anschlagen wird; das ist Menschheitspoesie. Und wenn Horäz, tt'achdem! Ä Wne ^Lydia und seine Chloe, wen Mäzen unddenÄugustüs besungen, zu erlisteren BetrachtunM züdückkehrt,/zü seiUtn earmina priüg üon äuckita, dl?.'Äicht,MHtheilt'"Würden dem profanum vulgus, solltemäürlicht sägen,' Laß er die PsalMen oder den PredtD' 'mächähinÄV'./^" "An'd der Redner citirt zur Bekräftigung zwei Stdophen und endigt' seine Rede unter dem einstimmigen Beifall deS Auditoriums." ' - Vj':_ /; :V Paris, 15/ Februar. (Privatmitch.) Die Thronrede des Kaisers Napoleon/enthält öinigd Stellen , d'ie hier 'eine"'BörüÄfichügung'- erfötdern/' Er' sagt'unter Andern„Die Religion und der öffentliche'Uttkerricht sind Gegenstand'meiner' fortwährenden Fürsorge.' Alle Bekenntnisse erfreuen' sich der gleichen Freiheit; die katholische Geistlichkeit übt selbst außerhalb ihres geistlichen Amtes einen berechtigten Einfluß aus': kraft des Unterrichtsgesetzes betheiligt sie sich an der Erziehung der Jugend; kraft des Wahlgesetzes kann sie in die öffentlichen Berathüngen eintreten; kraft der Verfassung hat sie Sitz im Senate. Aber" je' rücksichtsvoller und ehrerbietiger wir gegen sie aüftreten, desto'mehr rechnen wir daraus, daß-sie die Staatsgrundgesetze achten werde." ' ' - ■; ' -,;j - - Sv gelinde diese Ausdrücke sind, 'sd enthalten'sie / doch einen Protest gegen die Encyklica und' das Verfahren der französischen Bischöfe üüd beMftigen den Grundsatz der Religiönsfrelheill Andererseits gesteht der Kaiser selbst zu , daß er den GründM dcv Mesigionsgleichheit nicht beachtet find 'der kätholifchetH Geistlichkeit Vorrechte eingeräumt habe, an denen er die Geistlichkeit der anderen Confessionen nicht Theil'nehmen ließ. Die- Folgendavon-verspürt er bereits selbst. Wir heben aber auch eine andere Stelle hervor aus einem ganz andern Gebiete, die ,so lautet: „Aus/einem andern-Gebiete werden Ihnen neue Gesetze' vorgelegt werden, welche den Zweckshaben, die Bürgschaften für die persönliche Freiheit zu vermehren: eicste^Äheilt die Befugniß zur vprläufigeflFreilaffung/gegeuu oder ohne Caution selbst in. Criminalsachen; es , wird , die Strenge der Präventivhaft vermindern;' das zweite hebt die Leibeshaft in Civil -' und Handelssachen auf, eine