Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-02-28 · Heft 9 (28.2.1865) · p. Seite 138

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 9 (28.2.1865)
Date
1865-02-28
Page
Seite 138 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3226473-3226483--22860-3250135
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

folgen aufeinander ohne anderes Band als das i „und";; die prosaische Redeweise gleicht: der Sprache: der Kinder.! Die Araber tu A.. sind;, selbst zur Zeit - ihrevCultur im! Mittelalter, nicht dahingekommen, erträgliche Geschichtl Schreiber zu besitzen: , ein Thukydides, ein Livius, -ein! Tacitus w.ären in. jeder semitischen Sprache etwas An-' mögliches, . . Wenn die Araber elegant schreiben wollten,: -sind sie in, Kindereien und. Geschmacklosigkeit verfallen-;! Miterationen,, Assonanzen,/Wortspiele, alle Arten Kunststüikchen ,verletzen unser modernes Ohr. Um davon eine Idee zu geben,-mögen.hier einige Stellen aus den „Sitzungen" oder „Novellen" des Hariri ihren Platz finden: .-Ein Prediger sagt, indem er vom Tode spricht: „Welm die. Unglücksstunde wird eintreten — welches fromme Werk wird, für dich beten? Was wirst du entgegenstellen. — Die Fragen, die man dir wird -stellen? -Wenn du -v.or Gott wirst stehen — was wird dir beistehen? Seit langer Zeit dich die Jahretrafen, dich, zu erwecken — yher: bw heucheltest , als; ob im Schlafen, du bliebest stecken." Und. denken Sie sich ein ganzes. Geschichtswerk in diesem Stil., wie das -Leben Timur's fTamerlan's); von Jbn Arabscha!" Herr Munk kommt, nun zu langen Details über den Monotheismus der Hebräer; er beweist, daß sie allein im Alterthume wahrhafte Monotheisten waren; und daß, wenn, man den „Instinkt" dieses Glaubens allen semitischen Völkern zuweist, dies eine reine Chimäre; ist. *) Er setzt, auseinander, warum die Hebräer cheder die plastischen Künste noch die Philosophie betrieben .staben.**) : .! V.' . Er fährt so fort: „Beschränkenwir uns jetzt auf die beiden folgenden Punkte: 1. Die indo-europäische *) Wir brauchen nicht zu bemerken, daß wir vollständig, die Ansicht des Herrn Munk hinsichtlich des Monotheismus theilen, und haben dies erst jüngst in Nr. -5 und 6 d. Vl. in dem Artikel „Racenschematismus" nachgewiesen. Der Monotheismus der Semiten ist reine Erfindung , einentheils um den Hebräern ihr Verdienst zu schmälern, anderntheils um dem Ossenbarungsbegrifs .ans dem Wege zu gehen. . Die Redact. d. A, Z. d. I. - **) Es ist bekannt, - daß.-Herr Munk nichtbloß dem alten Israel, sondern, den Judenüberhaupt die Philosophie .' abspricht.,. Er,chat-:diese .• seine Ansicht . in der/ von unserm. sel., Freunde vr. B. Beer bearbeiteten Abhandlung .dargelegt. Mir chattendieft Meinung für eine irrHe,' .wie .wir in der, Recension . gedachter Abhandlung kurz stargethän, bei Gelegenheitaber wieder darauf:zur'äckkommen^werden. ,, Die- Bedact. A. Z. d. 9. - Poesie verlegt das gdldenelZeitaitM''ist'Iden 'Beginn best Zeiten-uuüd''-proclämirt den fortlaufenden Verfall 'der -Welt.- Die''biblische Poesie stellt das goldene Zeitalter mt * das'Ende * der- Zeilen' und ' proclamirt dE'beststydigen Fortschritt des Menschengeschlechtes üud festen enh- Äche Vollendung,'! iüvdm sie dem Menschen ein entferntes Ziel zeigt, *) - däs 'dr'zu Erreichen suchen soll/ .'Ein berühmter Schriftsteller sagte küMch : „Die MenMeit braucht die Erde als heiliges'Änd und 'die Welt als Jerusalem." Nun wohldas '.ist die gattze'Richtung der biblischen Poesie und des Propheüsmüs. Der ,'crtirte Schriftsteller ahnte, indem' er'stuf'feste Ärift'sprach», keineswegs, daß er fast wörtlich eiste Stelle'der 'asten allegorischen Erklärer der Synagoge, '„MidraHim"' genannt, wiederholte: „Wie wird, fragt Man, das kleine Palästina eines Tages alle Bewohner enthalten können, und man antwortet: Jerusalem wird so groß fern wie Palästina, und Palästina wird so groß'sein 'wie die ganze Erde." 2. Die biblische Poesie ällein drückt Gefühle aus, die von den Menschen aller Länder und Zeiten verstanden werden: Hd-HaMst"känasäüf Universalität Anspruch machen. Um die brähutanische Poesie gut zu verstehen, muß man ein Hindu sein; um 'alle Schönheiten Homer's, Pindar's in Sophokles'vollständig nachzufühlen, muß man sich gut Mit dem hellenischen Geistezu: identificiren wissen/ : Um die biblische Poesie gut 'zu verstehen, braücht man nur ein Mensch zu sein. „Lesen Sie die -h.'Schrift mit wesentlich menschlichen -Gefühlen, und Sie 'lverden Mi Entzücken dem Psalnüsten -in seinem lyrischest Aüfschwstüge folgen, den ihm sein Gott einflößt; Sie '-werdestW'"einem/wahrest Schrecken den einfachen Schäfer ' voll Thekoa'h (Ämos) hören: „Der Gott rufen laßt von der Höhe Zi o n's und von Jerusalem aus ' sein DoNNerwoktschleudern, Und die Weiden-Jerusalems werden Wüsten, her'Gipfel des Karmel* verdorrt, und er ruft: dreimal und viermal wehe den Gräueln von DaMä.scus und Gaza,von Zor und Edom, von Amon und Moäb, von Juda und Israel." Sie werden weinen Mit dem ästen Äeremias, wenn er, aufden Trümmern Jerusalems sitzend, „wünscht, daß sein Haupt sich wandelt in Wasser und *) Diese Ansicht ist auch die. unserlge., die "wir im vorigen Jahre in dem Artikel, über,. diel.„Mesfiasidee" Nr: 17,' S. 252'.'ausgeführt habest,, und-über, welche wir auf unsere „Religidnslehre" Bo. M, H„st.33.chinweisem " '' ' Die Nedäct/' d. Ä. Z. d. I.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.