Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1865)
- Date
- 1865-02-28
- Page
- Seite 136 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Aachia Aräbli überkommen ist, dann dem Abr. Almawzoli abgetreten, würde, dann David Alftrem, nach einem gerichtlichen Act, der durch zwei Zeugen bestätigt wurde, im Monat Cheschwan 5107 (November 1346). Es folgen hierauf zwölf Blätter, welche mit bloßem Auge gesehen, verschiedene Muster, Verzierungen und Arabesken, die sich ineinander verschlingen, zeigen; wenn man diese Miniaturen näher und mit dem Mikroskope betrachtet, ist man erstaunt und verwundert, in ebenso kleinen wie regelmäßigen Buchstaben die 150 Psalmen zu finden, ganz den Launen des Musters folgend. Man kann sich eine annähernde Idee davon nur durch den Augenschein machen, oder wenn man damit das Porträt von Moses vergleicht, dessen Zeichnung mit kleinen Linien gefüllt ist, die das Deuteronomium enthalten. — , Diese Bibel ist auch nach literärischer Seite hin interessant, wegen der zahlreichen massorethischen Varianten, welche sie enthält. Diese Bibel ist soeben von der Kaiserin für 4000 Frcs. erworben worden. Die hohe Dame gab dem Reisenden aus freien Stücken eine Audienz, in welcher sie sich mit ihm in engl. Sprache über den Zweck und die Ausdehnung seiner Reisen unterhielt. — Paris , im Februar. Wie wir bereits gemeldet, hat Hr. Munk am 1. Febr. seine Vorlesungen eröffnet, und wir geben aus seinem ersten Vortrage die Analyse, welche die 4reb. isr. darüber bringt.*) Bei derselben bemerkte man unter den anwesenden Personen: Hr. Guigniaut, beständiger Secretär der Akademie der Inschriften und schönen Künste; einige seiner Collegen, wie die Herren Garcin de Tassy und Dehöque; Hr. Stanislas Julien, Verwalter der pariser Universität; Hr. Södillot, einige Rabbiner und endlich ei- *) Wir theilen hier diese Analyse mit Vergnügen mit, theils weil sie das Jnteresie der Leser in hohem Grade beanspruchen wird, theils weil wir selbst in dem Bortrage des Hrn. Munk den Geist erkennen, welcher uns in der neueren Betrachtung der h. Schrift als der richtige stets erschien, nämlich, daß die Kritik nur ein Moment ausmachen dürfe, das andere aber und wichtigere die schöpferische, in den Geist eindringende und Inhalt und Wahrheit zur Erkenntniß bringende Behandlung sein müsse. Wenn wir daher auch in manchen wichtigen Punkten mit Hrn. Munk nicht einer Ansicht sind, so freuen wir uns doch feines Vortrages und empfehlen ihn der Beachtung. Schade, daß er uns eben nur im Auszuge vorliegt. .. Die Redaktion d. A. Z. d. I. j nige katholische Geistliche , welche wegen der religiösen; oder philosophischen Ansichten des neuen Professors des Hebräischen ' vollständig beruhigt urid zufriedengestellt schienen. Nach einigen Höflichkeitsworten in Betreff seiner Vorgänger stellte Herr Munk folgende Betrachtungen an über den Gegenstand der Vorlesungen und über einige Fragen, die sich an denselben reihen: „Der Gegenstand der Vorlesung, ihr Name sagt eS: es ist eine Vorlesung über die hebräische, chaldäische und syrische Sprache; also eine einfache Vorlesung über Grammatik, so zu sagen dem materiellen Unterrichte in diesen Fragen gewidmet; ganz abgesehen von dem Nutzen, den die Zuhörer für ihre respeetiven Studien, seien sie heilige oder profane, ziehen wollen. Muß ich deshalb mich eng in die Grenzen dieses Programms einschließen und mich jeder Art Exegese enthalten? muß ich mir jede Erklärung versagen, die sich z. B. auf die vergleichende Grammatik, die Geschichte, die Archäologie bezieht. Das ist meine Absicht keineswegs. Die Urkunden, welche wir zu erklären haben werden, die zum Theil die ältesten Schristdcnkmale des Menschengeschlechtes sind, weisen oft Schwierigkeiten aus, welche die grammatikalische Analyse allein nicht zu lösen im Stande ist, und für die wir Wohl anderwärts Aufklärung suchen müssen. Auf der andern Seite macht das hohe Alterthum dieser Dokumente sie bisweilen fähig, ein Streiflicht auf die Geschichte der alten Völker zu werfen, die den Schauplatz der Bibel umgaben und die uns kein schriftliches Denkmal hinterlassen Haben. Nach diesen beiden Beziehungen also werden.sich eine Menge nützlicher und interessanter Bemerkungen dem Geiste des Erklärers aufdrängen. Eine einzige Art Exegese wird gänzlich aus unseren Unterrichtsstunden ausgeschlossen sein: die dogmatische oder theologische Exegese.*).... „Nach dieser Erklärung komme ich auf die drei Sprachen zurück, mit denen wir uns beschäftigen werden. Das Hebräische, Chaldäische und Syrische gehören zu einer Sprachfamilie, die man seit dem Ende des vor. *) Dieser ganze Paragraph, in welchem der Verfasser durch Beispiele aus den Vätern der Kirche und der Synagoge gezeigt hat, daß die Schrift zwei Auslegungen zuläßt, die eine vernünftig, die andere mystisch, wurde von dem (klerikalen) Journale Union wiedergegeben. Der Artikel dieses Blattes beweist, daß der Klerus über die Methode des neuen Professors keine Besorgnisse findet. Die Redaktion der A, J.