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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-02-28 · Heft 9 (28.2.1865) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 9 (28.2.1865)
Date
1865-02-28
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Erwiderung. Von so'großem Einfluß die Journalistik auch in polemischer Beziehung immerhin ist, weil dadurch die Aufmerksamkeit geweckt und gar manchem Uebrl abgeholfen wird , so ist es hingegen zu bedauern/-wenn dieselbe zum Zwecke persönlicher Gehässigkeit benutzt und' daher zur Entstellung der Wahrheit ausgebeutet wird. — Auch' in Ihrer sehr geschätzten Zeitung Nr. 37 d. I. findet sich — abgerechnet diejenigen Zeilen welche < die Huld unseres Herrn und- Kaisers und gleichzeitig die Wohlthätigkeit. des Herrn. Gnnzburg^besprechen —- ein solcher Artikel aus St. Petersburgvor, der dem Interesse der Gemeinde gewidmet zu sein scheint, im Grunde aber aus ganz anderem- Motiv > hervorgegangen und der Oeffentlichkeit übergeben worden ist.— Wir würden vielleicht dennoch die Sache auf sich beruhen lassen, wenn jene Mitcheilung aus der Provinz erfolgt wäre,' in welchem Falle wir nur etwa auf die wenigen inhaltreichen Worte"unserer Weisen uns beschränken würden '121 Vn Da aber jene Zeilen aus St. Petersburg datirt sind, so wäre Schweigen ein Zugeständnis dessen,, was theils eine falsche Anschuldigung, theils Unwahrheit ist. — Vor Allem müssen wir bemerken, daß die Zahl derer, die das Recht der Niederlassung erlangt, resp. sich hier, angesiedelt haben, , eine bei weitem kleinere ist, wie-, man bei Durchlesung jener Zeilen zu glauben sich berechtigt fühlen könnte und. selbst diese nur theilweise der Neuzeit angehören. Dem sei aber wie ihm-wollen so klänge kein anderes geeignetes gottesdienstliches Local beschafft ist, oder beschafft werden kann, so lange kann aber auch an keinen geordneten und geregelten Gottesdienst gedacht werden, zumal dieser mit Ausnahme derjenigen Sabbath- und Festtage, wo Predigt ftattsindet, fast ausschließlich nur von angereisten, sich zeitweilig aufhaltenden Ebräern besucht wird. — Unser Rabbiner hat nicht unterlassen schon vor feiner Antrittspredigt, in der er über das Bedürfniß der Zeit hinsichtlich eines zu veredelnden Gottesdienstes so warm und ergreifend gesprochen, fast buchstäblich Hand an's Werk gelegt, indem er die sogenannte welche einen großen Raum eingenommen und das Licht versperrt hatte, hinwegnehmen und gleichzeitig eine Kanzel vor die heilige Lade anbringen ließ. Weiter konnte er es, einige wenige Anordnungen abgerechnet, *) Uns erst heute, 19. Febr. 1865, per Post zugekommen. Die Redaction. St. Petersburg, im Nop. 1864. *) : unter solchen Umständen nicht bringen. . Ja als er zu seiner An-; trittspredigt, einige.- -hohe- Personen eingeladen hatte, mußte, er nolens volens auf delikate Weise den Widerruf per Einladung zu j entschuldigen suchen, nach dem der Vorstand ihm erklärte, in.diesem i Locale für Ruhe und Ordnung wie gehörig und in solchem Falle; doppelt notwendig, nicht bürgen zu können.— Wie sehr dies übrigens zu bedauern war, bedarf, wohl nicht : erst-erwähnt werden,- Man bot nachher Alles auf,, ein,..anderes, \ Local zu miethen, w-as aber zu diesem Zweck .nicht zu erreichen, --war. Es dürfte daher leicht einzusehen, sein, daß. die. Anschuldif- - guug des Status quo hinsichtlich dep Synagoge am. allerwenig-; sten dem Rabbiner ,. dessen aufrichtiges Streben für gemäßigten; Fortschritt, bekannt, zur Last, gelegt, werden kann..---,?lber-auch, j der Gemeinde müssen wir hierin das Wort reden.- Wer-Peters-, \ bürg kennt, — und das setzen wir von dem,Verfasser jenes Hr-, ' tikels. voraus. —, ■ der wird — wenn anders wahr rr gestehen, daß diese Weltstadt viel an Raum, gerade dadurch , aber — wie man zu sagen pflegt —p wenig Zeit hat. Daher, denn auch ein.; Jahr nicht als Zeitmesser angenommen werden kann, für viele } Dinge die anderweitig;oft bei weitem schneller .abgemacht und: ausgeführt werden können. ...... .... Soweit-.in Betreff des Gottesdienstes., Auch .hinsichtlich der , - Errichtung einer Schule und zwar sowohl für Knaben als auch : für .- Mädchen, hat-der Rabbiner -gleich nach .seinem ,Antritte - Schritte gcthan, und die Gemeinde,chereit-.gefunden -das-Möglichste dazu beizutragen, vorläufig jedoch nur für eine min und ist bereits schon vor einem halben Jahre ein Hauptlehrer engagirt, das Local dazu gemiethet und eingerichtet und sieht man tagtäglich der nachgesuchten Bestätigung entgegen. Unwahr ferner ist die Voraussetzung, man habe keine Statistik über die der Gemeinde Angehörenden. Schon im Monate Januar har der Rabbiner wo gehörig nachgesucht und ein solches Verzeichniß auch erhalten. Ob aber nicht dennoch Hunderte von unseren Glaubensbrüdern hier sich aufhalten, ohne als solche gekannt zu sein, oder gekannt sein zu wollen, wer sollte dies ergründen und erforschen können? „Das Verborgene ist des Ewigen unseres Gottes." — Unwahr ist ferner die Mittheilung hinsichtlich dessen, daß seit einem Jahre das Koschcrflcisch theuer geworden. Denn während vielmehr früher der jüdische Soldat gleich jedem anderen Israeliten für das Pfd. Fleisch 14 Kop. zahlen mußte, kostet es

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