Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1865)
- Date
- 1865-02-21
- Page
- Seite 116 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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116 eine neue Recension des. talmudischen Traetats Kala, eine Abhandlung über das. Gericht Chukath Ha-Dajanim^ Auszüge ausdemS. Hamarkel und den Cherem vom Nasi Hodaja ,. aus hem bereits ein Bruchstück im Litbl. des Orieuts-/S,7.3d,,<mitgeth^lt wurde. Das Wichtigste dieser Sammlung ist der Traktat Kala, der so manche, uns wenigstens, nicht: .bekannte Stellen enthält, auf. die wir die .Talmudkundigen aufmerksam machen wollen. So wird >z..;B. im T. Pesach. 5o, Tos. Biccurim c. 2 das Großziehen des Kleinviehes, für nicht segenbringend gehalten (vgl. B. Kama 8 0); dagegen wird hier (S.. 19) das Wort „Großziehen" wegcorrigirt und dafür.„Schlachten^ gelesen.; Im Talmud wird in Beziehung auf die Stelle in Aboth nicht angegeben, welche Lehrsätze es sind, die Achitofel dem. König mitgetheilt hat; es finden sich jedoch im ^Talmud (Succa 53, Jer. Sanhedrin 38 und Bam. Rabba -c. 4) zwei Lehrsätze von Achitofel, die vermuthen. lassen, daß diese es seien, auf die in Aboth hingezielt wird. Hier (S. 16). gibt Rabba ausdrücklich diese zwei Lehrsätze an, es sind aber ganz andere, wie die, welche wir nach dem Talmud angegeben haben; ja sogar im Widerspruch, Hamit wird in Berach. 63b einer dieser Lehrsätze im Namen von N, Jose mitgetheilt. Zu bemerken ist noch,; daß in dem angeblichen Commentar zu Aboth von Maimun sich diese Stelle aus Kala in einer andern Version wiedersindet. Es ist zu bedauern, daß der Herausgeber zum bessern Verständniß dieses Traktätchens fast gar nichts gethan hat unv viele Stellen sind uns.unverständlich. . So z. B.: „Man soll nicht ins Wasser-blasen und es trinken (S. 17 b); .drMp-k rirr (S. 9), Die sonderbare/Stelle.(S. 13b): „Was haben die Hunde für ein Verdienst, daß man aus ihrem Unrath .Thorabücher und Mesusath anfertigt?" ist dahin zu erklären: weil man in alter Zeit den Unrath der Hunde als Gerbstoff verwendet .hat ^)..(vgl. Berach. 23). Aus Sirach werden mehrere Stellen angeführt, eine in hebräischer und die andere in syrischer Sprache, die alle in unseren Ausgaben fehlen, sie sind aber zum Theil so corrupt, daß wir nicht wagen, sie in Ueberfetzung vorzuführen. — Wir muffen noch bemerken, daß hier unter den Sieben (m. h. Acht), die lebend ins Paradies kamen, der Sohn von *) Dem entgegen sieht man in Palästina darauf, daß die Häute, die zu heiligen Zwecken verwendet werden, nicht durch Hundekoth gegerbt werden (Hamanhig S. 115; vgl. P. Schirah). R. Iehuda Hanasi Und Haaöez (1 Chr. 4, 9) als zwei Personen, ausgestellt werden und ausdrücklich dabei bemerkt ist, daß von elfterem dies eine traditionelle Sage sei; die Correctur von, Margolioth zu dieser Stelle in Derech Erez c. 1 (Hamagid 5, S. 240) ist daher abzuweisen; dagegen heißt es auch hier unrichtig Ehiram, König von Zor, statt Chiram aus Zor, waS Margo» lioth als fehlerhaft erkannt hat und nach ihm der Herausgeber.; ' (Schluß folgt). Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, 1. Februar. (Privatmitth.) Inder jüngsten Sitzung des Comitös der nunmehr hier ins Leben tretenden Kinderheilan statt, wurde Dr. Mehenberg, ein Jude, der zuerst das Bedürfniß einer solchen Anstalt mit richtigem Blicke erkannt hatte, einstimmig zum Arzte an derselben ernannt. Auf Ersuchen der Direction des hiesigen israelitischen Wohlthät.igkeitsvereins hielt vr. Wiener vor kurzem am Stiftungstage, des genannten Vereins in der Synagoge einen religiösen .Vortrag, in welchem er nachwies, wie die im Judenthume. gelehrte Nächstenliebe weder den Feind noch den Bekenner eines andern Glaubens ausschließt und wie der Baum der Wohlthätigkeit unter den Juden auch im Mittelalter: eine so rührende Pflege fand, daß er in seinen einzelnen ^Zweigen die herrlichsten Früchte: trug, welche den Juden gewissermaßen ersetzten, was der Druck und die Lieblosigkeit, die sie von der Außenwelt erfuhren, ihnen versagte. Den hiesigen Musikfreunden steht ein außerordentlicher Verlust, bevor.. Concert-Director Joachim hat nämlich seine Stellung gekündigt, und zwar aus folgender Veranlassung. Vor einigen Jahren erhielt derselbe von seiten der königl. Theaterintendanz den Auftrag,, einen tüchtigen Geiger für das hiesige Orchester mit der Aussicht, später hier als Kammermusikus angestellt zu werden, zu engagiren. Joachim engagirte hierauf Herrn Grün, einen hervorragenden Künstler der damals in Weimar angestellt war und Jude ist! Ob man letzter« Umstand bei dessen Anstellung an maßgebender Stelle kannte, ist ungewiß. Vor einiger