Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1865)
- Date
- 1865-02-14
- Page
- Seite 104 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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immerhiy.jst,so,-dürsten. ihr doch praktisch keine weiteren Folgen gegeben werden. ^7- Breslau, 27. Januar. (Privatmitth.) Der 10. Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars ist soeben erschienen, und zwar diesmal in Octav. Voran geht-eine Arbeit.des Directors Dr. Z. Frankel:. Entwurf einer Geschichte der -Literatur der nachtalmudischen Responsen, eine Arbeit, auf die in d. Bl. Wohl zurückgekommen werden wird. Die Anstalt hat-somit jetzt ihr erstes Jahrzehend zurückgelegt und der Bericht nimmt an, daß sich in dieser Zeit nicht blos die allmähliche Organisation vollendet, sondern auch der ganze Plan sich bewährt habe. Dieses Urtheil wird denn auch wohl jeder Billigdenkende als gerecht anerkennen. Denn man. wag auch in manchen Beziehungen mit der Richtung nicht einverstanden sein, welche, den Jüngeren der Anstalt gegeben wird, mag man dieses oder jenes anders wünschen: so muß doch jedermann den Ernst und die Würde anerkennen, wit welcher der wichtige Gedanke deS Seminars ergriffen, die Ausdauer und den, Fleiß, mit denen er ausgeführt und den wissenschaftlichen Charakter, der ihm ausgeprägt worden. Sieben als Rabbiner und Prediger fungirende.Theologen sind bereits aus ihm hervorgegangen. In diesem Jahre wurden wieder zwei, im nächsten Jahre werden drei als Rabbiner entlassen werden. Das Rabbiner-Seminar zählt 57 Hörer, und zwar 27, Preußen, 20. Oesterreicher, 2 Badenser, 1 Darmstädter, 1 Hannoveraner, 1 Lippe-Bückenburger, 1 Niederländer, 1 Schweden, 2 Russen, 1 Polen. Weit geringer ist die Wirksamkeit der Anstalt für das Lehrerfach, denn das Lehrer-Seminar zählt nur 10 Hörer. Die Zahl der Stipendien aus, anderen Gemeinden und Stiftungen mehrt sich in erfreulicher Weise. Oester re i ch i s ch e r K a t serstaa t. Wien,- 30. Januar. Die „Presse" schreibt: In der letzten Sitzung des Consistoriums ist über die Frage der Zulassung der Akatholiken zu denakademischen Würden abgestimmt worden, und sprach sich die Majorität des Universitäts- Consistoriums dafür aus, daß den Privilegien gemäß es auch künftig dabei zu verbleiben habe, daß nur die Katholiken Decane und Rectoren werden dürfen. Nicht ohne Genugthuung. berichten wir dieses Factum, daes bestens geeignet ist, unsere Anschauung von dieser Behörde - zu besiätigem DaS Resultat dieser Abstimmung wurde auchdiesmal durch das. einträchüge Zusammenwirken von Doctoren: Und Theologen .und - die energische - Parteiführung des Herrn Weihbischofs, zugleich Kanzlers der. Universität, herbeigeführt. ■ - (Man vergesse übrigens nicht, daß auch - in anderen Ländern derselbe Geistherrscht, nur daß er da die Katholiken und Juden, wie in Wien die Protestanten und Juden ausschließt. Die Red. d. A. Z. d. Jud.) Prag, 26. Januar. (Privatmitth.) Die hiesig^ auch in weiteren . Kreisen bekannte Sp „Beerdigungs-Brüderschaft", welche schon vor mehr als 300 Jahren von Hoch Rabbi Löb und anderen berühmten Männern ins Leben gerufen wurde, feierte, wie alljährlich, auch dieses Jahr am am SV ihren Gedenktag. Nach dem ausdrücklichen Willen der Gründer soll diese» Tag von den Mitgliedern der „Beerdigungs-Brüderschaft" ernst und feierlich begangen werden, ja es soll derselbe gleichsam das Gepräge des Jom-Kippur — das Fasten mit einbegriffen — an sich tragen. Die hiesige Gemeinde ehrt den Willen jener großen und edlen Männer uich hält 'ihn - heiligt Denn wenn es überhaupt als ein Charakteristicum unseres ganzen jüdischen Stammes geltenkann, daß er für das Alte stets Sinn bekundet und für das aus früherer Zeit uns Ueberkommene streu ge Pietät bewahrt;' jo gilt dieses insbesondere. von der prager Israeliten - Gemeinde. Sie hat der Denkmäler gar viele und. nichtblos solche, die von jüdischer Hand, sondern auchz.solche, die von jüdischem Geiste und jüdischer Mildherzigkeit aufgerichtet worden sind. — Die Hauptfeier begann auch dieses Mal um die Minchah-Zeit und, wie seit einer Reihe von Jahren üblich, hielten die Herren Oberrabbiner Rappoport und Professor vr. Kämpf, dieser vor dem Minchah-Gebete im Sessionssaale, jener nach, dem Minchah in der Wintersynagoge Klaus, die dieser Feier entsprechenden Vorträge. — Allgemein bedauert wird, daß der greise Wehli aus den . Vorsitz bei der Repräsentanz verzichtet hat und dessen Gesuch von der Statthalterei angenommen wurde. Es gereicht uns indeß zur Genugthuung, hier berichten zu können, daß Adressen zur Unterzeichnung im Umlaufe sind, um die Statthalterei und den verdienstvollen Mann selbst zu vermögen, die betreffende Demission rückgängig zu machen.