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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-02-14 · Heft 7 (14.2.1865) · p. Seite 105

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 7 (14.2.1865)
Date
1865-02-14
Page
Seite 105 (sequence 11)
Language
German
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ioö ./. Preßburg , im Januar. sPrivatmltth;) „Die Todtew reiten schnell/^ Kaum sind - die Acten in Angelegenheit des Rabbiner - Seminars äm Wege des UnkerrichtSrathes in Szegedinangelangt und schon wandern sie durch Hinzuthun Hes Geldwechslers Deutsch in Wien in die Schierstubedes hiesigen - Qberrabbi, der bereits auch Sitzungen mit seinen Getreuen abgehalten hat. Daß der Magid Rebbe Feisch als Neuorthodox von diesen Conferenzen ausgeschlossen blieb, pm so einleuchtender, da ohnehin das Berhältniß dieser zwei Männer schon lange kein freundliches ist. Ein soeben erschienener Erlaß der Statthalterei untersagt den ^öffentlichen Blättern die fernere Veröffentlichung! der Actenstücke in der Seminar-Angelegenheit und find hierüber unsere Orthodoxen um so mehr erbaut, da die nhreghhäzer Eingabe an die hohe Statthalterei einstweilen den Blicken der Israel. Bevölkerung entzogen ist. — : : Holland. Haag, 5. Januar., (Schluß aus Nr. 5). Wiederholt zum Zeugniß aufgefordert, betrat nunmehr Herr God efroi (Israelit) die Rednerbühne und sprach: „Hr. Präsident, nur ungern nehme ich an dieser Discussion Theil. Aber man nöthigt mich dazu. Man hat Thatsachen vorgebracht, zu denen man mein Zeugniß verlangt. Man hat sich über mein Stillschweigen gewundert. Ich bin also genöthigt, es zu brechen. Zunächst will ich es aussprechen, daß man stets auf mich zählen kann, wenn es sichdarum handelt, die Menschenrechte zu vertheidigen, in welchem Land und durch welche Negierung sie auch verletzt seien; daß man in mir bei jeder Gelegenheit den heftigsten Gegner jeder Intoleranz finden wird. Ich werde stets aus allen Kräften Thatsachen verdammen, wie "die es sind, auf welche Hr. v. Bieberstein hingedeutet hat. Aber ich gestehe, daß diese Thalsachen, so wie er sie berichtet hat, mir unbekannt sind. Ich weiß sehr wohl und ich verberge es nicht, daß man den Proselytismus gegenmeine Glaubensgenossen in der Hauptstadt öfters gemißbraucht hat. Aber Versuche;-die in einer öffentlichen Anstalt, in einem Hospital an gestellt sind, um Israeliten zum Chrisienthume überzuführen, sind mir unbekannt und sie sind um so weniger wahrscheinlich,, als.die Israeliten in Amsterdam nicht in dem städtischen Hospital verpflegt werden, sondern in einem. Hospitale, welches ausschließlich für die bestimmt sind, welche diese Religion bekennen.- - Wenn ich bei irgend einer Gelegenheit von Thatsachen gesprochen habe, die den von Hrn. v. Bieberstein erwähnten analog sind, so handelte es sich um Mißbräuche des Proselhtismüs, die ich mit skandalösen Beispielen belegen könnte. Der ehrenwerthe Vorredner wunderte sich über das Stillschweigen , welches ich bis jetzt bei-dieser Discussion bewahrt habe. Ich bin im allgemeinen kein Teilnehmer bei Debatten, welche kein praktisches Resultat Haben können; hier besonders, wo die dringendsten Bitten dem kalten und unbeweglichen non possumus begegnen würden. Und doch drücke ich meine volle Dankbarkeit den ehrenwerthen Mitgliedern aus, welche ihre Stimme gegen einen Act erheben wollten , welcher in jedem civilisirten Staate den Rächerarm der Gerechtigkeit aufgerusen hätte. Weder von dieser Discussion noch von Schritten der Regierung darf man irgend ein Resultat erhoffen: aber dennoch ist es gut, wenn das moralische Gefühl des civilisirten Europas gegen Thatsachen protestirtz die den barbarischen Zeiten des Mittelalters an gehören, aber welche im 19. Jahrhundert und. in einem Staate, welcher Anspruch darauf macht, durch die Religion civilisiren zu wollen, unglaublich sind. Ich will mich auf diese Bemerkungen beschränken , indem ich noch einmal meinen Dank ausspreche gegen die beiden ehrenwerthen- Deputirten, welche ihre mächtige Stimme gegen die empörende Thatsache, um die es sich.handelt, erhoben. Hierauf ergriff der Minister des Auswärtigen das Wort. Er hob den Unterschied zwischen de'n beiden' Fällsn - Mortara und Eoen hervor. Mortara war ein 6 jähriger Knabe, der seinen Eltern entrissen, von Bologna nach Rom gebracht und seinen Verwandten' mit Gewalt'vorenthalten' worden. Aber auch damals'wären her französische und niederländische Gesandten die einzigen gewesen , welche bei derpäpstlichen - Negierung protestirt hätten; der französische Gesandte sei durch die französische Occupation Romsbewogen gewesen, weil diese Frankreich eine gewisse Verantwortlichkeit auferlege. Der niederländische Gesandte sei damals kalt abgewiesen worden: es handle sich -um religiöse Dinge/ die vom Klerus allein entschiedenwerden müßten. Bei Coen liege es anders; er wäre ein' 11jähriger'' Knabe, der -aus freien Stücken in das KatechumeneNhaüs ge^ gangen und sich zum Chriftenthume bekennen wollte. Ob in solchem Falle die elterliche Gewalt das - Kind zurückzuhalten berechtigt sei, wäre unter den Rechtsleh- 7**

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