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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-02-14 · Heft 7 (14.2.1865) · p. Seite 103

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 7 (14.2.1865)
Date
1865-02-14
Page
Seite 103 (sequence 9)
Language
German
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103 fjenf,; allbekannten Städte, und Denkmäler die kleineren unscheinbaren Dörfer und Stellen geschichtlicher Bedeutung nicht .-aus idem-Gesichter verloren und die Schilderung ^mancher Gegenden, welche von sonstigen Reisenden wenig oder gar nicht besucht wurden, mit dankenswerther Ausführlichkeit geliefert. Daß er die Werke eines Robinson, <vRitter, Frankl,,Sepp und des ihm näher stehenden Titus Tobler: benutzt hat/ thut seinen ^Wanderungen^ keinen? Abbruch; sie. sind überhaupt nicht für Gelehrte, .sondern, für den weiten Kreis Gebildeter, denen ein, verständiges Ausfassen der biblischen „Bilder und Geschichten ein Bedürfniß ist", 'geschrieben. ,Ueber den theologischen Standpunkt, welchen der Berf. in diesem Reisewerke einnimmt, wollen wir mit ihm nicht rechten, es ihm. auch nicht geradezu zum Vorwurf machen, daß er eine große Masse Stellen aus dem A. und N. T. mitunter ohne nähere Veranlassung in seine Beschreibung miteingestochten hat. Auf Einzelnheiten in diesem trefflich nusgestatteten Buche kommend wir ein anderes ÄArl zurück. - / vr. Kayserling. Zeitungsnachrichten. Deutschland. : Regenöburg, 10.: Januar. (Privatmitth.) In letzter Zeit finden - sichin diesem Bl. einige Angriffe gegen die hiesige israel. Cultus-Gemeinde, die der Berichtigung bedürfen. - Vorerst ist allerdings die religiöse Leitung der hiesigen Gemeinde dem Herrn Rabbiner Dr. Löwenmayer von Sulzbürg übertragen und die Gründung? einesj selbständigen Stadt-Rabbinats noch nicht erfolgt; allein die Ursache liegt nicht im leidigen Materialismus oder Jndifferentismus, die wahrhaftig hier im Ganzen seltener sind als in vielen größeren und kleineren vaterländischen Gemeinden. Da die h. israel. Schule guter, Leitung anvertraut ist, so stehen hier noch dringlichere. Fragen auf der Tagesordnung, die -der Erledigung - bedürfen. Wird aber, nach der Erweiterung- oder: dem; Umbau - dvr hiesigen! Synagoge, welcher in -naher Zeit realisirt werden soll, die Rabbinatsfrage zum Austrage kommen, so wird man wohlweislich? nur auf. solche Candidaten. Rücksicht nehmen, die neben rabbinischer und akademischer Bildung auch pädagogische Erfahrungen gesammelt-haben, damit der künftige Rabbiner Gelegenheit sich' verschaffen könne, nicht sowohl im Jnspiciren als im willenskräftigen Mitwirken der sittlichen religiösen Zucht und Bildung der israel. Jugend selbstthätig zu sein. Trotz des erledigten Rabbinatsstuhles hat aber die hiesige isräelit. Gemeinde ihren sittlich - religiösen Charakter treu bewahrt. An Sabbath- und Festtagen ist die Synagoge fast von sämmtlichen Familien in andächtigster Weise besucht; ja auch an Wochentagen — '"w^ani 'raa — kann man auch zweimal *pa?a zur Morgenandacht eilen sehen. —: Seit zwei Jahren besteht hier auch eine gut fundirte »han; die ihren Mitgliedern in Freud und Leid menschlichen und religiösen Beistand leistet; zur sittlich-religiösen Vervollkommnung ihrer Theilnehmer hat diese auch angeordnet, daß an jedem Sabbath¬ und Festtage vom Religionslehrer ein kurzer erbaulicher Vortrag gehalten werde; auch diese wöchentlichen Vereinsversammlüngen sind ebenfalls viel besucht. — Zu dem neugegründeten Verein O'tvm noaan und zur städtischen Armenkasse - leistet die 60 Familien zählende Gemeinde alljährlich circa 1800 Gulden — nach Verhältniß gewiß ein großes Wohlthätigkeits-Conto, abgesehen von der Privatwohlihätigkeit, die nicht minder lobenswerth ist. In väterlicher Weise hat auch die hiesige Cultus- Gemeinde ^— obschon mit einem dickleibigen Budget' belastet — von Neujahr 1865 beginnend, ihre sämmt-! lichen Bedientesten in ihrem Einkommen aufgebessert, j was sogar in der hiesigen periodischen Presse schon Hohe Anerkennung gefunden hat. Preußen. : : Berlin, 1. Februar. Bisher war es mit. geringer Unterbrechung seit Mitte 1848 bis 1849 üblich/ ^daß das hiesige königl. Provinzial-Schulcollegium bei I Ausstellung von Prüfungs-Zeugnissen für jüdische Lehrer und Lehrerinnen die Klausel aufnahm, das Zeugniß berechtige nur zum Unterrichte in jüdischen Schulen. Kürzlich fühlte sich der Vater einer hiesigen Lehrerin durch diese, im Gesetze nicht begründete Einschränkung beschwert und wandte sich' deshalb an den! Minister des Unterrichtes; welcher die'Einfügung der vorgedachten einschränkenden Klausel für nicht gerechtfertigt erklärte und sie demgemäß aus dem Zeugnisse entfernen ließ, was auch für die Folge maßgebend sein; soll. So wichtig principiel auch diese Entscheidung 7-

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