Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1865)
- Date
- 1865-02-07
- Page
- Seite 89 (sequence 11)
- Language
- German
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89 Haupt werden Direction und Verwaltung der Anstalt es sich zur unabweislichen Ausgabe machen, auch das häusli^e und sütstche Leben der Zöglinge nach Kräften zu beaufsichtigen.' Stipendien sollen^ von seiten des Talmud-Thora-Vorstänbes' nur /ausnahmsweise gewährt werden.. ' ' /' V'': V .''// ' ‘V.. VV' b. Die hiesige jüdische Gemeinde hat ein 'Seminar dauernd begründet, in welchem jüdische Aspiranten ihre Ausbildung' als. Elementarlehrer erhalten. Zur Prüfung' der in demselben/ äusgebildeten Abiturienten hat der Herr Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten eine königl. Prüfungs-Commission ernannt, welche genau nach den Grundsätzen zu verfahren hat, wie solche bei den Abiturienten-Prüfungen der königl. Seminarien zur Anwendung kommen. ' Hiernach, und da nach §. 8, Litt. s. Nr. 2 der Militär-Ersatz-Jnstruction vom 9. December 1858 den Zöglingen der unter gesetzlich gleichen Verhältnissen stehenden jüdischen Vereinsschule in Münster die Begünstigung zugestanden ist, ihrer Militär-Dienstpflicht durch eine sechswöchentliche Dienstleistung bei einem Infanterie-Regiment genügen zu dürfen, unterliegt es keinem Bedenkendieselbe Vergünstigung denjenigen Zöglingen der hiesigen jüdischen Lehrerbildungs-Anstalt zuzugestehen,, welche durch die königl. Prüfungs-Commission mit einem'Befähigungszeugnisse versehen worden. /Das.königl. General-Commando und das königl. Ober-Präsidium setzen wir hiervon zur gefälligen weiteren Veranlassung ergebenst in Kenntniß. . Berlin, den 12. October 1864. Der Kriegs-Minister. Der Minister d. Innern. In. Vertretung : Im Aufträge: , v on Glisczinski. Sulzer. . Hoffen wir, daß diese Anstalt, die ein so großes Bedürfniß ist, immer mehr erblühe und wachse! Berlin, 26. Januar. (Privatmitth.) Bei dem; Interesse, daß die Mittheilungen des Central-Plattes. über das jüdische Lehrer-Seminar selbst über die Gren-' zen unserer vaterländischen Gemeinden hinaus in Anspruch nehmen,, ist. es nöthig, zu einem Punkte der den officiellen Actenstücken a. und b. veraufgehenden Einleitung esnige kurze Erläuterungen /hinzuzufügen, Es ist ^rer' der/.Hinweis^ auf die Modrfieation des §. 10 der Statuten, der von der Entlassungs-Prüfung handelt, gemeint. Der wesentliche Inhalt dieser Modifikation ist: eine königl. Commission aä koe unter ausgedehntester Mitbetheiligung; des Lehrer-Collegii bei der Entlassungs-Prüfung gegen einen bloßen königl. Commissarius des früheren §.10, der in Verbindung mit dem Lehrer-Collegium und dem geistlichen Mitglieds des Talmud-Thora-Vorstandes ' die Prüfungs-Commission ausmachte. Ist nun auch dieser: Unterschied nicht zu vertuschen, wie er denn auch in den betreffenden Kreisen zu den allerenergischsten^Eontroversen und Remonstrationen geführt, so kann andererseits behauptet werden, daß mit der in Rede stehenden Modifikation vorzugsweise, ja lediglich eine formelle Rectification beabsichtigt wurde. Der ftühere §. 10 war ein bors d’oeuvre, das zu' der bestehenden staatsrechtlichen „Kleider-Ordnun g", insoweit sie uns Israeliten angeht, nicht gut paßte. Abseitens jedoch der Form ist für die thatsächlichen Vornahmen und für die objectiven Zwecke der Anstalt die lebhafteste Theilnahme und das wohlwollendste Entgegenkommen zu Tage getreten, wie dies auch in dem vorerwähnten Eingang sich geflissentlich andeutet. Diejenigen aber, die an der „jüdischen" Lehrerbildungs - Anstalt ein besonderes. Interesse haben, werden aus dem, was ihnen nunmehr vorliegt, mit Genugthuung wahrnehmen müssen, daß der jüdischen Seite der Anstalt nicht nur mit Rechtschaffenheit und Correctheit, sondern, zugleich mit einer Axt Eleganz Rechnung getragen werde. , Und so möge denn, ein Institut, das nunmehr im sechsten Jahre in Wer, jedoch müh- und kampfreicher Arbeit auf die Zukunft der gesammten Glaubensgemeinde gerichtet ist, 0 deren sittlichreligiöse Wohlfahrt und Würde, ja deren sociale Reinheit und Freiheit lich nur auf den Grundlagen eines tüchtigen Jugendunterrichts auferbauen kann — so möge.denn dies Institut, das, indem es den Bedürfnissen der Gegenwart genügt, eine .bessere Zukunft anbahnt,' schon in der Gegenwart Förderung und Theilnahme finden. O esterr ei chisch er Ka iserstaat. Pesth, 15. Januar. (Privatmitth.) Der Verein zur Unterstützung armer israelit. Studirender hat bereits seine, Thätigkeit zu entfalten begonnen und unter dem Präsidium des Schulendirectors: A. Lederer seine erste Sitzung gehalten.