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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-02-07 · Heft 6 (7.2.1865) · p. Seite 84

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 6 (7.2.1865)
Date
1865-02-07
Page
Seite 84 (sequence 6)
Language
German
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hetrifft, so - ist es mit seinem Beweise nicht weit i her. Denn er führt nichts weiter aus, als was jedermann weiß, daß. unter; den dreizehn . Glaubensartikeln des Mäimonides auch dev Glaube an . den persönlichen Messias sich befindet..-Daß er weiter nichts zu beweisen vermag, nimmt feinem Beweise nicht blos alle Kraft, sondern führt den Gegenbeweis gegen ihn. Er muß selbst gestehen, daß in der Thora dieser Glaubensartikel „nur in allgemeinen Umrissen prophetisch bildlich angedeutet. fei" — ein schlimmes Geständniß zu Gunsten eines Glaubenssatzes, ohne welchen das Judenthum kein Judenthum sein soll, denn was man alles „prophetisch bildlich angedeutet" in der Thora finden kann, beweisen täglich die Missionäre. Er muß zu dem Hilfsmittel greisen, zu insinuiren, daß Me Propheten von Moses bis Maleachi den persönlichen Messias verkündigen, wahrend es doch nur geringem Bibelkunde bedarf, um den Hrn. Rabbiner zu belehren, daß fast alle prophetischen Bücher von dem persönlichen Messias gar nichts aus sagen. Er kann aus dem Talmud und den Rabbinen vor Maimonides nicht Nachweisen, daß der Glaube an einen persönlichen Messias zur unumstößlichen Bedingung, zum formulirten Glaubensartikel des Judenthums gemacht worden ist. Er muß zugeben, daß auch nach Maimonides die Ausstellung von Glaubensartikeln überhaupt und die Aufstellung des persönlichen Messias als Glaubensartikel von vielen durchaus nicht gebilligt wurde. Sagt doch der Talmud selbst nur: p73N73 ■«n 2fT?b UTJinV.,’=T «b „Wer nicht an die Ankunft des Messias glaubt, verdient ihn nicht in der zukünftigen Welt zu sehend ein Ausspruch, der keinenfalls die Excommunication enthält, die unseren Neuorthodoxen beliebt. Simon Kahira, der 751 starb, sagt im 8. Halachoth; gedoloth:, rpiibdr trmnb rp23iü ■’isn *p«iö öttirt nW Sim.M ‘np*^ ün* Es ist durchaus nicht gut, der Gotteslehre mehr als den einzigen Glaubensartikel an das Dasein Gottes zum Grunde zu legen." So sehr sich auch unser „ehrliche" Mann dagegen sträubt, so kann er. aus dem Buche des R. Albo nicht das 42. Kap. des 4. Abschn. ausstreichen, in welchem er aussagt: daß, wer nicht an einen persönlichen Messias glaubt, nur ein „Gebot übertrete", und dies nur künstlich dadurch stützt, daß in der Thora geboten wird, den Worten des Propheten zu glauben und die Propheten von der Ankunft des Messias weissagten. Hinterdrein führt er ausführlich aus, wie viele Rabbiyen alle messiänischen Stellen der h. Schrift nur auf bereits Geschehenes deuteten und dadurch bewiesen,! daß der Glaube an den- Messias nicht biblisch sondern nur traditionell sei. Er sagt wörtlich: „Bei alledem ist die Glaubenswahrheit vom Messias kein Glaubensartikel,. so daß mit seiner Verleugnung die Lehre selbst in ihrer Existenz unmöglich würde." Deutlicher kann der Widerspruch gegen den maimonrdischen Glaubensartikel doch nicht ausgedrückt werden und Rabbi Albo kann sicherlich zu. den Stützen der neuorthodoxen Eiferer nicht gezählt werden.*) .— Im 8. Haolmoth. Yen. 1721. f. 12, 2. heißt es: „Der Glaube an die Ankunft eines Messias ist kein Glaubensartikel der Thora; wer dessen Ankunft leugnet, darf deshalb nicht ein Leugner einer Grundlehre genannt werden. Denn der Grund des Glaubens an einen Messias ist lediglich traditionell, wie wir es von unseren Vätern empfangennicht aber in der Thora und nicht in den Worten der Propheten liegt eine Weissagung, welche nothwendig auf die Ankunft eines Messias Hinweise; denn alle jene Stellen erklären sich nach Ort und- Zeit, wo sie erwähnt sind. Auch sind viele talmudische Weisen der Meinung, daß jene Weissagungen zur Zeit Chiskijah's, Königs in Juda, und zur Zeit des zweiten Tempels, in den Zeiten der Hasmonäer erfüllt wurden. Alles dies beruht also aus der Tradition."**) Wir glauben, daß -schon durch dieses wenige jenen neuorthodoxen Schreiern, zu denen unser „offene" Mann weder „Ehrlichkeit" noch Gelehrsamkeit gebracht hat, aller Boden unter den Füßen hinweggenommen wird und daß, wenn sie durchaus aus dem Glauben an den persönlichen Messias ein Schisma deduciren wollen, sie dies nicht mit den Männern unserer Zeit sondern etwas früher, etwa um 340 der gew. Zeitr. beginnen müssen. Es bleibt also aus allem diesen Geschwätz der Gegner und besonders des „ehrlichen" Mannes nichts weiter übrig, *) Schon früher I. 23 sagt Albo: „Auch der Mefsiasglaube ist weder Grundnoch.Folgesatz des mosaischen Gesetzes, weil es ohne sie denkbar ist." **) bsro min hp^s? str*« rr>©73n irwinren ip^ -o ->p^2 -iDiD rvr 8"ip^ Nb inem lmrötttzj P«! 13^72873 73b2pw nb2pn pV rpl»732 N37738N N-12N2 mwiö riama-o*nz:1 D-'iPnsirs «br rrnm bs> ü737p53 •»sb übis “’S N''Ä13N bv ^722w 72WNÄ m733n '732N73 Ä'' p7 2''3737N m22 77 "Np!'' ^b73 np7n vbi2 p->pr?2 Pkb2pn b* no-n« tnn nr ba ■np’v? ^2 2'>83773wnn D. M. Tobiahu S. Haolmoth. Ven. 1721. f. 12j 2. Vgl. Zunz, Zeitschr. f. d. Wissensch. d. Judenth. Heft 2. Berlin, 1822.

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