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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-01-31 · Heft 5 (31.1.1865) · p. Seite 70

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 5 (31.1.1865)
Date
1865-01-31
Page
Seite 70 (sequence 8)
Language
German
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„Eine Schule, die sich des, Besitzes solcher vorzüglichen Lehrkräfte*) rühmen kann, bietet die. sicherste Bürgschaft auch für die Zukunft; diese ausgezeichnete und, von ihrem innern Organismus zu uriheilen,.blühende Lehranstalt hat. schon heitere, aber auch schon trübe Tage erlebt. Die Kraft und die Energie, in welcher sie inmitten selbst der größten Stürme und politischen Zeitströmungen ihren Fortbestand zu erkämpfen gewußt, läßt eö jeden ahnen, daß ihre Bestimmung eine durchaus nicht alltägliche sei. Ich stehe keinen Augenblick an, offen zu erklären, daß, was die landesbekannte säros pataker Hochschule im Großen für die Protestanten Ungarns ist,. die ujhelher Musterschule für die Israeliten Oberüngarns ist. Ja bei ihrer gegenwärtigen Richtung und vorzüglichen Kräften **) der Anstalt ist die letzte - in des Wortes vollster Bedeutung eine Lehranstalt, die das Interesse und die ungetheilte Aufmerksamkeit des ganzen Landes verdient." . So weit. ein protestantisch - ungarischer Gelehrter; was sagen aber unsere Dunkelmänner, unsere lichtscheuen Romantiker und Ämuletenritter dazu? Ist ihnen die „Normalschül" (so nennen sie die Musterschule) nicht ein Gegenstand der Verketzerung, der rohesten Angriffe? ' Oberlehrer I. Rosenmeher. Holland. Haag, 5. Januar. Die Angelegenheit des jungen Cohen hat zu einer Discussion im niederländischen Abgeordnetenhause Gelegenheit gegeben, aus welcher wir.nach dem Berichte, welchen die ^rod. isr. bringen, die wesentlichsten Punkte hierher stellen, nachdem wir bemerkt haben, daß die Redner Lhnden und van Meemstra Protestanten, Bieberstein,, van Hispen und der Minister Katholiken sind, sowie daß Herr von Bieberstein Pole von Abstammung ist. Es war bei der Verhandlung über das Budget der auswärtigen Angelegenheiten für das Jahr 1865, daß der Bericht der zweiten Kammer die Frage an den Minister stellte, ob er zu Gun¬ *) An der Anstalt wirken dermalen 4 Claffenlehrer, l Unterlehrer, 2 Fachlehrer; an der Mädchenschule 2 Lehrerinnen und eine Unterlehrerin. **) Hervorgehoben zu werden verdient der erweiterte hebräische Unterricht, der dermalen an der Anstalt ertheilt wird; zu wünschen wäre Ausdehnung dieses Unterrichtes auch für die Mädchenschule — doch sind diese Wünsche von mehr untergeordnetem Äntereffe, sten des jungen Cohen in Rom, Schritte gethan.-Dieser. erwiderte; daß in Betracht dessen, was für den jungen Mortara geschehender nicht geglaubt habe, in die religiösen Angelegenheiten der päpstlichen Regierung interveniren zu sollen. Hierüber stellte in der Sitzung vom 29. Nov. der Baron von Lhnden den Minister zur Rede. Erbemerkte, daß die israelitische Oberbehörde sich an den Justizminister gewandt habe, um die Zwischenkunft des Ministers des Auswärtigen zu erwirken, und dieser versichert habe, daß er in Rom auSgedrückt, wie sehr die Regierung der Niederlande den begangenen Act mißbillige, und er frage nun, ob sich dies so verhalte. Baron von Bieberstein meint, daß dies von Herrn von Lhnden eine Chicane sei, da er sich niemals um die unglücklichen Israeliten im Norden Europas oder um die Katholiken in Schweden bekümmert habe. Baron van Meemstra stellt das. Amendement, die Gesandtschaft in Rom zu unterdrücken. Ich verlange, sagt er, daß der Souverän, bei welchem wir einen Botschafter accreditiren mehr aus Gründen der Schicklichkeit als des Staatsinteresses, auf der Höhe der europäischen Civilisation stehe. Auch ich glaube, daß wir uns jeder Intervention in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates zu enthalten haben. Aber wenn wir einen Gesandten bei irgend einem Souverän accreditiren, so haben wir das Recht, zu erwarten,, daß die Duldung, welche im 19. Jahrhundert jede civilisirte Nation achtet, gleicherweise in einem Lande gewahrt werde, wo die Niederlande repräsentirt sind, und daß Vorgänge wie die des Mortara und Cohen nicht mehr Vorkommen können. Mein Rath an den Minister ist: mischt euch nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates, aber sucht durch euren Gesandten genügende Bürgschaften zu erlangen, daß Handlungen, welche selbst unsere katholischen College« Mißbilligen, sich dort nicht wiederholen können. Ich weiß, daß mein Amendement verworfen werden wird; dies kümmert mich wenig, denn ich habe nur im Auge, und darin spreche ich die Ansicht des größten Theiles der Kammer aus, gegen einen Act der Unduldsamkeit zu protestiren, unwürdig des Jahrhunderts, in welchem wir leben. — v. Bieberstein erklärt sich gegen das Amendement. Auch er sei der entschiedenste Gegner, jeder Intoleranz, wenn aber die Gesandtschaft in Rom unterdrückt werden solle, so müsse er dasselbe in den Ländern verlangen, wo die Katholiken noch größeren Verfolgungen.ausgesetzt wären. Habe man doch auch in Amsterdam in den Hos-

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