Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1865)
- Date
- 1865-01-24
- Page
- Seite 56 (sequence 10)
- Language
- German
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56 M Talrpud in, uxsua,^ Josps,; WrK»äo--r^!por» kMMen., Das. Gutachten, soll e0> hervorheben, daß XeevL ureriÄ rc. ,Mcht zunl'Talmud gehören, aber doch gewissermaßen geistige Wahlpersvandtschaft mit demselben haben und Anklänge aus demselben enthalten. Infolge 'dieses Gutachtens fragte das Landesgericht beim Vorstände der israel. Cultusgemeinde an, ob die betreffenden Stellen in dem halqchlschen oder im haggadischen Theile des Talmuds Vorkommen. *) . S. A. Ujhely, 2. Januar. (Privatmitth.) Der tolssvaer Geistliche > - Domherr P r a m e r, hat bereits sein Amt als Inspektor der israelitischen Musterhauptfchule infolge höherer Enthebung niedergelegt und in ebenso warmen als patriotischen Ausdrücken ein Schreiben an den Lehrkörper gerichtet, welches ebenso warm erwidert wurde. Z.... Pesth, 7. Januar. (Privatmitth.) Der Wohlthätigkeitssinn der hies. israel. Cultusgemeinde hat sich auch im heurigen Winter trotz der hier herrschenden Geschäftslostgkeit aufsglänzendste bewährt. Bekanntlich besitzt dipr hies. israel. Gemeinde drei öffentliche Hauptschulen? nebst einßv'Kinderbewahranstalt, die zum größten Theile von sehrarmen Kindern frequentirt werden. Beim größten? Wer der gxmey Kinder und heiW b.estM Wisten ihrer Eltern müßte der Schulbesuch in der rauhen kalten Winterjahreszeit ein. höchst mangelhafter sein, wenn nicht in unserer Mitte Männer lehLep-?ju deren Herzen die jüdische Erbtugeud: „Wohlthun^ mit Flam? menzeichen eingezeichnet wäre. In früheren. Jahren war es der unsterbliche Jacob Kern, der an den Thüren unserer Begüterten um ein Almosen für die arme Schuljugend anklopfte, welches gewöhnlich so reiche lich ausfiel, daß 3—400 Kinder völlige Bekleidung erhalten konnten. Im.letztern Jahre waren.!es vorzugsweise die Herren Moritz Munk/ Brachfeld, Hermann Latzko und Schönfeld, welche hiß ehrenvolle, wenn auch unerquickliche Mission best selig. Jacob Kern übernahmen. Das Ergebniß des diesjährigen Collectirens war, daß 375 arme Schulkinder bekleidet werden konnten. Es wurden nämlich vertheilt: 144 Röcke, 212 Beinkleider, 249 Paar Stieseln und 39 völlige Mädchen-Anzüge. Am 6. Januar fand zu diesem Behufe in den Localitäten der königl. israelit. Musterhauptschule eine recht ergreifende Feierlichkeit statt. In den? Lokalitäten des Mlag^ar E^ylet wurden die in früheren Jahren gebräuchlichen Vorlesungen auch Heuer fortgesetzt. Es haben bereits die Herren vr. Ha- *) Um den Lesern dieser Ztg. den Einblick in die fragliche Sache zu geben, möge nun doch der blasphemische Artikel der „Wiener Kirchenzeitung" hier folgen. Diese wollte ihrem kleinen Leserkreise zeigen, daß die. Juden in ihrem Glauben ärger'als die Heiden seien, und glaubte dies durch eine Zusammenstellung einiger, allgemeinen Sätze aus einem Katechismus — was enthält ein solcher Katechismus noch sonst! — und Stellen aus dem Talmud, dem „kanonischen Buche der Juden" — die sie in ihrer Weise äla Eisenmenger interpretirt, zu thün. Nämlich: Der kleine Katechismus für die Erzdiöcese Wien lehrt: .Das kanonische Buch der Synagoge, der Talmud, sagt: 1. Gott ist ein reiner Geist, 2. Gott ist allmächtig, 3. Gott ist höchst gütig, 4. Gott ist allgegenwärtig, 5. Gott ist. allwissend, - 6. Gott ist höchst heilig, 7. Gott ist höchst gerecht, 8. Gott ist höchst barmherzig, 9. Gott ist ewig. 1. Gott ist durch das Berühren der Leiche Moses verunreinigt worden. Sanhedrin 39, 1. : 2. Gott kann gebannt und gezwungen werden, etwas zu thnn oder auch zu unterlaffen. I'aanilh 19, 1. 3. Gott habe geweint und weine noch immer, auch brülle er wie ein Löwe dreimal in einer jeden Nacht. Berachoth 3, 1. Chagiga 5, 2. 4. Gott habe in der Welt nur vier Ellen Raum; wo er sich aufhalten kann, öeraeliolli 11, 1. 5. Gott müsie noch immer lernen und wird sehr oft in der. Beantwortung vieler theologischer Streitfragen von den Rabbinen Lbertroffen. Aboda Sara 3, 2. ' ' 6. Gott ist ein Sünder, ein Meineidiger und ein Lügner (Jälkut Schimon. •168,;2; Zeena ur6na Par. Vajera 12, 2.); . 7. Gott ist höchst ungerecht (Mos. Mercarlo Auslegung der! Psalmen 18, 4.) 8. Gott ist ein Spieler und ein Tänzer (Avoda Sara 3, 2; Midr. Tilhim 29, 2.) ' 9. Gott ist ein Barbier und ein Friseur. Sanhedrin 95,'2. 96, 1. Leraehoth 61, 1. -