Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1865)
- Date
- 1865-01-24
- Page
- Seite 52 (sequence 6)
- Language
- German
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(Kauffmgrm, lSy64)._ SDcrj Bersi,.-der schon „Leichenreden^ Hergusgegeben, veröffentlicht-hier eine kleine Sammlung von. Verlvbungsreden,' Reden beim. Hochzeitsmahle, Einweihung eines Wohnhauses, Beschneidung-- silberner -.und goldenen. Hochzeit, Festessen-, von WohMätigkeitsvereineu u. s. w. Sind, dieselben an Jnhglt und. Form rauch nicht.-zu den ausgezeichnetsten gehörend, foentsprechen, fie; doch den Zwecken, für welche sie; bestimmt sind, und, werden weniger geübten Rednern einewillkommene Anleitung und Gabe sein. — In Paris erscheint -jetzt unter der. Redaction eines Herrn Ezra Benveniste eine Zeitschrift in spaniolischer Sprache mit hebräischen Lettern, also für die türkischen Juden bestimmt. Es liegt uns bereits Nr. 13 vor. Ebenso ist die Herausgabe der hebräischen Zeitschrift Libanon von Jerusalem, wo sie der: Pascha verboten hatte, nach Paris verlegt worden. -7- H am b ürg, im Janugr.; Ein.junger Gelehrter, . Hr. S. L i p s ch ü tz, der erst vor, kurzer Zeit die Universität verlassen hgt, ist . mit der Herausgabe einer Geschichte der Juden beschäftigtdie — wenigstens nach der Meinung des Verf. —— allgemeinesAufsehen erregen soll. Uebereinstimmend mit dem Spruche : Wer das Schwert entgürtet, rühme sich nicht wie der Angürtende, hat derselbe schon Juli v. I. ein sehr bescheidenes Programm unter dem Titel; „Einiges über das Bedürfniß einer jüdischen Geschichte, und deren, Darstellung" in einem Blatte vorausgeschickt,, in welchem er- Salvador, Jost u. Grätz jede Befähigung zur Geschichtschreibung abspricht. Salvador, sei. ein Pantheist, Jost ein.Heuchler und Grätz' ein Halbwisser mit nur phantastischem Phrasenschatz, dem es an gedrungener und kräftiger; Haltung gebräche, und seine ganze Gelehrsamkeit seierWmrr ärmliche Brosamen, die er aus Jochasiü und Seoer Hadoroth aüfgelesen habe.*) Nur Herzfeld scheint dieser neugeborene Historiker nicht zu kennen und erblieb noch von seinem;Zornesblitze verschont;, dagegen werden Ewald, Delitzsch und. Berthrau unbarmherzig niedergeschmettert, .denn sie seien um so weniger fähig, eine jüdische Geschichte zu schreiben, weil unsere Geisteshoheit ihnen fremd, dessen Gemüthstiefe sie nie gekostet und an dessen Leidensbecher, nie genippt, haben. Der Glaube an.einen persönlichem *) „Gut gebrüllt, jünger Leu" — hätten wir fast gesagt, wenn uns nicht das Lied einsiel: „In dem Vorsaal, eines Reichen stimmten, sie ihr Liedchen an, soein Lied,. da^ j— u, s. w." - n, , - Die Redaction. Messias - sei Dach und. Krons des ^jüd^GlaNeüs -üNd Geschichtsgebäudes; um diesen Punkt-tztstppLtöt^ sich-Viir-' gangenheit, ^Zukunft und Gegenwart ^unserer^Geschichte! „Statt.!der ^Hecken sollen Cederm aufwachsen---statt stechenden Dorngestrüppes duftende Myrthe-' empotsprießen." .Auf dieser, Ceder wird fortan das-Pamet -des echten Judenthums wehen, und:an dieser duftenden Myrthe der Geist , der Jugend..sich stärken; die Erzieher unb Lehrer- Werden nicht mehr nöthig haben, an ^Jossis Heidengerichten, zu nippen oder, in Grätz's. Hexenküche sich eiN -hist'orisches Mahl zu bereiten', denn aus dem Kopfe dieses; schüchternen Jünglings entsprang-eine vollendete Geschichte,' würdig. unserer großen Vergangenheit und vorbereitend eine hoffnungsreiche, ftohe messianische Zukunft. Jenes stechende Dorngestrüppe aber wird in loderndem Feuer aufgehen und ewiges Vergessen der Lohn ihrer Arbeit sein. Zeitungsilachrichteü. Deutschland. v Vom Harze. (Privatmitth.) Die israel. Gemeinde in Braunschweig hat jüngst durch den Tod des Hofbanquiers Nathalion einen herben Verlust erlitten. Derselbe war nnverheirathet; seine Firma, - wie er selbst, in den weitesten -Kreisen geachtet Durch sein Testament hat er sich ein dauerndes Andenken in der jüdischen wie christlichen Bevölkerung daselbst 'gesichert.-'-Er hat nicht, allein solche Familien, die ihm nahe standen,- ohne Unterschied.des Glaubens, reichlich bedacht, sondern auch 5000 Thlr. für verschämte Arme ausgesetzt. Den Rest seines bedeutenden Vermögens hater 'der' jüdischen Gemeinde zum Ban einer Synagoge-überlassen. Auffallend muß es indessen erscheinen, -daß er geringbesoldete. jüdische Cultusbeamte - verhältnißmäßig spärlich berücksichtigtes während er den Kindern wohlhabender. Eltern reiche Geschenke.hinterließ. Die ihm nahegestandenen Persönlichkeiten hätten zu Gunsten jener gewitzt einen bessern Einfluß üben können. Trotz dieser, eigentlich unberechtigten- Rüge dürften doch gar viele - edler - Männer über den Heimgang Nathalion's mit mirlausrufen-: nrä ^2; nun-1 Außerdem gereicht es dem Rest zur Freude, dahin berichten zu können, daß die Juden der Stadt wie des HerzogthUms Braunschweig im allgemeinen sich einer schönen socialen Stellung - und der aufrichtigen" Liebe