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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-01-10 · Heft 2 (10.1.1865) · p. Seite 25

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 2 (10.1.1865)
Date
1865-01-10
Page
Seite 25 (sequence 11)
Language
German
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23 % len wir nur noch, mit welchem denunciatorischen Tone Herr Hirsch das Rabbinerseminar in Breslau angriff, bevor dasselbenoch ins Leben trat. - Nun aber kam der Pferdefuß dennoch zum Vorscheine und in seinem Journale findet sich jener Ausdruck, den wir oben citirten, der wohl seines Gleichen sucht und nicht findet, außer bei dem Falle, der im Talmud vorkommt. Die Söhne des Patriarchen Jacob bezeugen den Kampf gegen eine. ganze Stadt für die Ehre ihrer Schwester. Mit der ganzen Entrüstung edler Seelen rufen sie aus i:nninK n« wr r^Torr* Herr Rabbiner Hirsch entblödet sich jedoch nicht, einer jüdischen Mutter, die schon seit Jahren im Grabe ruht, ein Schimpfwort nachzurufen, welches jedes ehrliche Weib erbeben machen muß. Wir fragen jeden, der mit der Literatur vertraut ist: wurde je eine derartige Schandthat verübt? ist je ein Rabbiner so tief gesunken und hat dem blinden Hasse so weit die Zügel schießen lassen, um einer ehrenhaften Mutter im Grabe keine Ruhe zu gönnen? Sind es Söhne Jacobs, die so etwas thun können? Doch genug über eine Schandthat, die sich selbst richtet, und ist es nur unser innigster Wunsch, es möge die jüdische Journalistik und das jüdische Schriftthum von derartigen Schmählichkeiten nicht mehr befleckt werden. Fünfkirchen, im December. (Privatmitth.) Durch den edlen Sinn des größten Theiles der hiesigen Gemeinde-Mitglieder ist es dem Eifer des Hrn. Vorstands- Mitgliedes M. Reich gelungen, mittelst einer veranstalteten Sammlung in der kürzesten Zeit 89 fl. 25 kr. zur Bekleidung der armen Schulkinder zusammenzubringen. Wir führen dies an, um zur Nachahmung anzuspornen. Josef Weiß. Wien, 29. December. (Privatmitth.) Der in jüngster Zeit von der Administration der fürstl. Esterhazhschen Güter im Verein mit Sr. Excellenz Hrn. Grafen Zichh zurückgetretene General-Inspektor Josef Schulhof ist Jude und hat erst unlängst dem wiener 1000 fl. gespendet. Es ist gewiß erfreulich, daß Ge. fürstl. Durchlaucht ihn auf sein dringendes Ansuchen zwar seines Amtes enthoben, aber in Anerkennung der geleisteten Dienste den Titel fürstl. Esterhazy'schen General-Jnspector als auch den bisher bezogenen Gehalt ihm lebenslänglich zugesichert hat. Italien. Nom, 25. December. Der „Presse" wird geschrieben: Aus Rom liegt mir der Bericht über eine kleine Judenrazzia vor, die sich jedoch diesmal nur auf dem Gebiete des Handelsverkehrs bewegt. Sie wissen, daß die im Jahre 1849 gefallenen Schranken des Ghetto später wieder aufgerichtet wurden. Jenen Israeliten, welche die Beseitigung deö mittelalterlichen Hemmnisses zur Eröffnung verschiedener Geschäftslocale außerhalb des Ghetto benutzten, erwuchs nun großer Schaden, dem einige dadurch entgingen, daß sie unter christlicher Firma ihre Verkaufsläden behielten. Die christlichen Hausbesitzer fanden ihren Bortheil dabei, und so bestanden und bestehen gegenwärtig noch in Rom viele derartige Negozii. Neuester Zeit wird jedoch wieder mit ganz ungewohnter Strenge zu Werke gegangen und mehrere derartige Geschäftslocale, deren Inhaber sich gerade für die Feiertage mit ausreichenden Vorräthen, den Bedürfnissen der um diese Zeit zuströmenden Provinzbewohner entsprechend, versehen hatten, wurden plötzlich policeilich überfallen und zur Sperrung verhalten. Schweiz. Aargau, 20. December. (Privatmitth.) Schon vor. Beginn der jetzt beendeten Bundes- Versammlung hatte das politische Departement dem Bundesrath einen Antrag vorgelegt, betreffs der völligen Gleichstellung der schweizerischen Israeliten. Dieser Antrag ging dahin, den Canton einzuladen, womöglich von sich aus auf die Zurücksetzung der schweizerischen Israeliten zu verzichten oder, im Falle sich in einem Canton Schwierigkeiten zeigen sollten, dem Bundesrath hierüber daö Genauere zu berichten. Der Bundesrath fand für passend, in die Behandlung des Antrags nicht einzutreten, bis nach Ablauf der Bundes-Versammlung. Nunmehr wurde derselbe genehmigt. Es wird infolge dessen möglich werden, die Judenfrage bis zur nächsten Bundes-Versammlung vollständig in dem einen oder andern Sinne zum Entscheide reif zu machen. Die betreffenden Circulare an die Cantone sind von dem Bundesrath bereits erlassen. 2**

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