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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-01-10 · Heft 2 (10.1.1865) · p. Seite 24

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 2 (10.1.1865)
Date
1865-01-10
Page
Seite 24 (sequence 10)
Language
German
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solche Knaben, welche unsere 4classtge Hauptschule mit gutem.Erfolge zurückgelegt haben und weder ein Gymnasium besuchen noch ein Handwerk erlernen wollen, aufzunehmen und denselben einen gediegenen Unterricht sowohl im hebräischen Fache, als: Mikra, Mischne, Gemara mit den dazu erforderlichen Commentatoren und hebr. Grammatik wie auch in den nöthigen Realien und in den beiden Landessprachen (ungarisch und deutsch) zu ertheilen. Dazu werden täglich 8 bis 9 Stunden verwendet. Der Lehrer des hebr. Faches, Herr Goldberg, ist ein tüchtiger Hebräer und anerkannter Talmudist, tritt jetzt in das 25ste Dienstjahr und erfreute sich stets der ungetheilten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und der allgemeinen Achtung aller seiner Collegen. Der Lehrer der profanen Gegenstände ist Hauptschullehrer S. Ungar, ein allseitig gebildeter junger Mann. Wien, 30. December. (Privatmitth.) Bei dem Umstande, daß die hiesige theologische Facultät um ein Gutachten in Betreff der Blasphemien der Kirchenzeitung angegangen wurde, dürfte es vielleicht nicht ohne Interesse sein, die Namen der Herren Professoren an der theologischen Facultät der hiesigen Universität kennen zu lernen. Ich setze sie deshalb hierher und zugleich das Fach, über welches sie Vorträge halten. Wir lassen dabei jedwede Titulatur weg. Müller Ernst, Moraltheologie; Kokelka Franz, Bibelstudium des Neuen Testaments; Kißler Josef, Pellegrinetti Hyacint und Schräder Clemens, Dogmatik; Gruscha Anton, Pastoraltheologie; Dauko Josef, Alter Bund; Sebak Vincenz, Kirchenrecht; eine andere Professur über Kirchenrecht ist jetzt unbesetzt; Horny Anton, Kirchengeschichte; Vitvar Josef, orientalische Sprachen und höhere Exegese. — Ich will offen meine Unwissenheit bekennen, mir sind die Leistungen dieser sehr ehrenwerthen Herren auf literarisch-wissenschaftlichem Gebiete nicht bekannt. Das neueste Heft von „Jeschurun" des Hrn. Rabbiner Hirsch in Frankfurt hat hier in dem kleinen Kreise, wo mau von der Existenz dieses Journals weiß, eine kleine Aufregung hervorgerufen. Gewissermaßen scherzweise bemerkte ich einmal in einer Corresp., in welcher ich die Polemik eines jüd. Journales erwähnte, welches sich nicht entblödete, in seiner Polemik. das Wort tpicn zu gebrauchen, daß wir dahin kommen könnten, als Argument das Wort -anu? anzuwenden. Leider ist der Scherz zum Ernst geworden und der „Jeschurun" des . Herrn Hirsch hat sich mit dieser Schmach bedeckt, dieses Wort in einer Recension der jüngst erschienenen Predigten des HerrnI)r. Jeüinek; zu gebrauchen. Er citirt nämlich gegen Hrn. Dr. Jeüinek die Stelle 'tun ■•biD tpsmn f »Tb* Unter gebildeten Personen bedarf es nicht der Bemerkung, daß ejn-Journal, welches einen derartigen Ausdruck gebraucht, sich für alle Zeiten gebrandmarkt hat. Mit derartigen Waffen kämpft kein ehrlicher Mensch. Wer sich ihrer bedient, zeugt nicht nur von der Jämmerlichkeit seines Charakters, sondern daß er auch für eine sehr schlechte Sache kämpft. Uns ist es übrigens recht, so sehr , wir im Interesse der guten Sache den Vorgang bedauern, daß einmal die Wahrheit an den Tag kam. Herr Hirsch verstand es längere Zeit, die Leute über sich zu täuschen. Herr Hirsch war Landesrabbiner in Mähten. Er ging weg unter dem Vorwände, daß er nichts wirken könne, tatsächlich aber^. weil es ihm zu schwül wurde, aus dem Stuhle, auf welchem ein Marcus Benedict, ein Menachein Kröchmae rc. gesessen, zu sitzen, und weil er in Frankfurt mehr bekam, als er in Nikolsburg hatte. Der gute Mann hat rechnen gelernt und kennt besser die miss, als sie die obgenannten Herren ^kannten. Er befürwortete dann im „Jeschurun" die Spaltungen in den Gemeinden; er forderte geradezu.auf, , dieselben herbeizuführen. Fromme Gemüther, die den Werth deö Freundes zu würdigen wissen, suchten dessen Ausschreitungen mit dem vorgeblichen Uebereifer für die heilige Sache des Herrn Hirsch^zu entschuldigen. Vernünftige Menschen' sahen freilich sofort ein, daß dieses ganze Mannöver nur darauf berechnet sei, um den Schwiegersohn Gugenheim, der Zank und Streit in die Gemeinden brachte, zu entschuldigen. Die schnöde Entlassung des Lehrers aus seiner Schule wurde als eine Privatsache betrachtet. Mehr erstaunt war man über den Haß und die Rachsucht, die über das Grab hinausgehen, welche Herrn Hirsch eigen sind. So hat er in seinem „Jeschurun" gänzlich vergessen, den Tod von Männern, wie Dr. Beer in Dresden, , vr. Sachs in Berlin rc., die in vollem Sinne des Wortes eine Zierde der Juden und des Judenthums waren, deren Hinscheiden fast von der gesammten europäischen Presse bedauert wurde, auch nur zu erwähnen. Doch gute Freunde und Friedensselige suchten dieses und noch mehreres andere zu entschuldigen. Erinnern wol-

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