Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1865)
- Date
- 1865-01-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Aera der Schöpfung, welche allgemein erst in unseren Tagen von ihnen angenommen wurde, und es konnten für die einen sowohl wie für die anderen Verwirrungen entstehen, da unveränderliche Monumente und eine allgemeine Basis für die Daten fehlen. Das Resultat dieser Zusammenstellung von Ziffern ist, man muß es gestehen, nicht sehr befriedigend; denn wenn von der einen Seite ihre Aussage genau ist (4281 -j- 177 ------ 4458), so stimmen sie in dieser Inschrift wenigstens nicht mit dem Briese von 1820 überein, und wenn, nach diesem letzteren, die Differenz mit unserer Aera 678 Jahre beträgt, so betrüge sie nach dem neuen Document 521 .Jahre oder 157 Jahre weniger. " Trotz dieser Verschiedenheit, welche, wir geben es zu, ein wenig die Authenticität und Glaubwürdigkeit dieser Inschrift angreift, soll sie uns nicht verhindern, einige Thatsachen, deren Unmöglichkeit uns bis jetzt noch nichts beweist, anzuerkennen, nämlich: erstens die Existenz einer Abtheilung dieser Secte an diesem Orte im zweiten Jahrhundert der christlichen Aera (deren unbestimmte Fixirung, die Denis der Jüngere sestgestellt hat, bei ihnen verschieden sein könnte und welche andere Piecen einst rectificiren werden); zweitens die erste ebenso alte Erwähnung einer Aera, welche von der Geburt Adam's, des ersten Menschen, datirt; drittens der Synchronismus eines gewiffen Hohenpriesters Aakoum mit der Zeit von Jesus und viertens die Berwandtschaftsverhältnisse zwischen Adrian und dem samaritanischen Priester, dessen Tochter der Kaiser heirathete (oder nahm). Welches auch immer der Werth dieser Piece und die Autorität der wenig gewiffen Angaben, welche sie bis jetzt liefert, ist, so verdiente sie doch hier veröffentlicht und so der Aufmerksamkeit der Sachkundigen zugewendet zu werden. Aus der Vereinigung solcher sekundären Thatsachen, anscheinend unbedeutend und heterogen, wenn sie vereinzelt genommen werden, setzen sich die noch dunkeln Seiten der Geschichte der Juden seit ihrer Zerstreuung zusammen.*) M. Schwab. *) Ohne im Augenblicke, wo wir diesen Bericht empfangen und nach Leipzig zum Drucke senden, im Stande zu sein, den Inhalt genauer prüfen zu können, verräth sich uns die Unglaubwürdigkeit der mitgetheilten Note aus dem Register der samaritanischen Gemeinde zu Kairo schon aus dem einfachen Grunde, daß schwerlich schon im Jahre 177 der christlichen Zeitrechnung diese letztere exifiirte und in Kairo von den Samaritanern gebraucht Zeitungsnachrichte». Deutschland. Unterfranken, im December. (Privatmitth.) Erlauben Sie, einige Verhältnisse meines Bezirks zu besprechen. Es sind solche localer Natur; aber auch diese müssen oft in die Oeffentlichkeit dringen, wenn sie Mißstände betreffen, die gerügt und beseitigt werden müssen. Trotz der gegentheiligen Phrasen der Orthodoxie, paart sich Jndifferentismus gegen das Heilige auch oder besonders mit der fanatischen Buchstabenkleberei. Dieses nehmen wir bei den Israeliten'der Rhön deutlich wahr. Schon seit vielen Jahren ist die Synagoge zu Wüst. so baufällig, daß es in doppelter Beziehung frevelhaft erscheint, hier seine Andacht zu verrichten. Betritt ein Fremder aber erst die inneren heiligen Räume, so schaudert er vor dem sich ihm bietenden Anblick — und höhnisch klingen ihm die gedankenlos hlngesprochenen Worte seiner Begleiter ima rro, 2p?-' — ein kleiner, finsterer Raum, schwarze Wände, große und kleine, mitunter zerbrochene „Ständer" im Kreise oder besser im Chaos! Wahrlich, da bebt man vor Entrüstung über die Gleichgiltigkeit einer Gemeinde, über die Saumseligkeit eines Vorstandes, wenn man hört, daß schon bei 2000 sl. zum Zwecke eines Neubaues gesammelt worden und daß die Gemeinde das Fehlende ohne fremde Hilfe leicht aufbringen könnte! Es harmonirt dieses Gebaren mit den religiösen Zuständen unseres Bezirks. Wurde ja im vorigen I. in Gersf... ein jüdischer Handlungsreisender, der in einem dortigen christlichen Gasthofe am Samstage eine- Cigarre geraucht haben sollte, unter Verwünschungen und beinahe Thätlichkeiten aus der Synagoge gewiesen! Bei solchen Fällen können unsere Dunkelmänner gleich den ultramontanen Blättern bei Besprechung der im diesseitigen Baiern sich immer mehr bildenden katholischen Vereine wohl auch sagen: es ist noch viel tiefer, religiöser Sinn im Volke. Was aber dieser einseitig wurde. Nimmt man aber an, daß diese Note eben später gemacht und die Angabe auch nach der christl. Zeitrechnung hinzugefügt worden, so verliert sie alles Gewicht, da auf samaritanische Sagen und Fabeleien wenig zu geben. Die Redaction.