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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-23 · Heft 52 (23.12.1862) · p. Seite 756

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 52 (23.12.1862)
Date
1862-12-23
Page
Seite 756 (sequence 8)
Language
German
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kannt gemacht zu habenwährend wir deren, bei Carmoly sowohl als, auch bei Epstein nur vier — nämlich Benjamin, Eliezar, David und Abraham — kennen lernen.— Was den Familiennamen de Porta Leone anlangt, so ist derselbe — nach Carmoly — erst von Abraham, dem Urenkel .in „me-Schaar Arie“ übersetzt worden. — Von diesem Abraham, den wir schon oben als den Autor des Werkes Schild ha- 6 i h b o r i m bezeichneten,; sei Hier noch bemerkt, daß er anfänglich nur rabbinisch-theologischen Studien sich widmete, und Männer wie J e h u d a und A b r a h a m P r o - vencal, Meier Katzenellenbogen rc. zu seinen Lehrern gehörten. Erst nachdem er in diesen Studien glänzende Resultate erzielt hatte, bezog er die Universität zu Pa via, woselbst er mit gleichem Eifer die Philosophie des Aristoteles, wie die Medicin des Hyppokrates, und Galmus unausgesetzt studirte. Mit 21 Jahren, also 1563*), ward er zum Doctor medicinae und ein Triennium später (1566) — wie De Rosst berichtet — zum Mitglied des medicinischen Collegiums in Mantua ernannt.— Aber schon im Jahre 1564 erschien zu Venedig unter dem Titel „Tres dialogi de auro“ sein erstes medicinisches Werk, worin er die Anwendung des Goldes in der Heilkunst behandelt, und von welchem ein sehr gelehrter Akademiker, Arthur Beugnot**), sagt, daß „die erste Bekanntschaft von dem Gebrauche des Goldes als Arzneimittel" mit Recht den Israeliten zugeschrieben würde. — Außerdem giebt's von Abraham de Porta Leone noch zwei andere unedirte medicinische Schriften, von denen Carmoly und De Rosst sagen, daß sie veröffentlicht zu werden verdienten. — Das Hauptverdienst gebührt indeß unstreitig seiner unter dem Titel: veröffentlichten Alterth ums künde, betreffs deren alle Literaturhistoriker und Kritiker ihr Urtheil dahin abgeben, daß sie zu den besten Schriften der rabbinischen Schule Italiens gehöre. Genanntes Werk, das 1612 zum ersten Male in Mantua (in Folio) erschien, hatte der Autor seinen drei Söhnen gewidmet, von denen Herr G. Wolf indeß nur Einen, nämlich David, anführt. Wagenseil und Opitz, Jken und Ungelino sind des Lobes voll von dem großen Wissen, das in dem SchiltA ha-Gibborim'entgälten. Seitens des Zuletztgenannten sind in seinem „Schatz der heiligen Alter- *) Denn Abr. d. P. L. ist nach Allen im I. 1542 geboren., . **) „Die Juden des Abendlandes." thümer^ mehrere Abhandlungen jenes Merkes in lateinischer Sprache wiedergegeben. Bon Jken ist eine, vollständige Uebersetzung versprochen, aber nicht erschienen. Ein handschriftlicher Auszug des Werkes soll nach Carmoly in der Raths-Bibliothek zu Leipzig sich befinden, — Das Todesjahr Abraham's de P. L. wird von Allen auf 1612, nur von Epstein allein auf 1607 *) angegeben, r— David de Porta Leone und Eliezar de Porta Leone, deren Ersterer der Vater und Letzterer der Großvater Abraham's gewesen, werden von Carmoly rc. unter denjenigen berühmten jüdischen Aerzten Italiens aufgezählt, deren ausgezeichnete Erfolge in ihrer Stellung die Veranlassung gewesen, daß, Paul IV. im I. 1555 den Juden in Italien die ärztliche Praxis verbot**), — eine Verordnung, welche 1562 durch Pius IV., 1581 durch Gregor XIII. erneuert und verschärft — und erst 1586 durch eine Bulle des Papstes Sixtus V. wieder aufgehoben wurde.***) Louis Weyl. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hamburg, 6. December. (Privatmitth.) Im nächsten Jahr wird vermuthlich von hier manches Interessante zu berichten sein, da die Legislatur an die Judensachen (Armenwesen rc.) kommt und nicht nur im Gemeindewesen, sondern auch im Tempel agitirt wird. Vom Main, 10. December. (Privatmitth.) Die altehrwürdige jüdische Gemeinde zu Frankfurt a. M. ist noch immer ohne Rabbiner. Dem Vorstande, der, wie wir hören, diese Stelle schon, mehreren Persönlichkeiten, die als Kanzelredner sich eines gewissen Rufes erfreuen, vergeblich hat anbieten lassen, muß sich allmälig die Ueberzeugung aufdrängen, daß kein dieser Stelle auch nur halbwegs gewachsener Mann sich auftreiben lasse, der sich den Banden der aufgestellten Rabbinatsinstruction zu fügen gewillt ist. Die indem *) Dieses ist das Jahr, in welchem das Werk "w "an beendigt wurde, und daher vielleicht der Jrrthum Epstein's, der übrigens auch, gleich allen Andern, unfern Abr. de P. L. 71 Jahre alt werden läßt. **) Bullarium 1, IV. ***) Die betr. Bulle ist vom 22. October dieses Jahres datirt und erlaubt den, jüdischen Aerzten ausdrücklich „bei Christen Krankenpflege zu üben."

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