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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-16 · Heft 51 (16.12.1862) · p. Seite 743

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 51 (16.12.1862)
Date
1862-12-16
Page
Seite 743 (sequence 11)
Language
German
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74S daß Herr Professor %a z at u s eine ordentliche Professur an der hiesigen Universität erhalten hat, Nicht minder erfreulich' ist die Mittheilung, daß derselbe als Anerkennung der Verdienste, welche sich derselbe bereits um die hiesige Hochschule , erworben, zum, Decan der philosophischen Facultät ernannt -wurde. Die Berner Philosophen hängen in der That mit vieler Liebe an ihm,-Md verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß ein von ihm in diesem Semester gelesenes ethisches, Eolleg in überwiegender Mehrheit von Theologen besucht wird. £>te von ihm in Verbindung mit Steinthal herausgegebene Zeitschrift für Völkerpsychologie erfreut sich der wachsenden Theilnahme. Endingen, 28. November. (Privatmitth.) Aufgefordert durch Herrn Rabbiner Dr. Kayserling, versammelten sich am 23. d. M. zu Alten mehrere für das -Gemeinwohl ihrer Glaubensgenossen interessirten Israeliten der Schweiz und beschlossen die Gründung, eines Cnlturvereines der Israeliten in der Schweiz. Nach den unter dem Vorsitze des Herrn vr. K. .berathenen Statuten ist der , Zweck des. Vereins: a) die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten in der Schweiz zu befördern, b) den Iugendunterricht zu heben,. bessere Berufsbildung und Berufsthätigkeit bei der Heranwachsenden israelitischen Jugend anzubahneu und zu unterstützen. , Es. wurde ein provisorisches Somit«; ernannt in den Herren vr. Kayserling, Leopold Dreifuß von Basel, Gustav Dreifuß von Biel, Daniel Guggenheim von Baden und Louis Bennays von Zürich. Demselben wurde die Aufgabe, zuuächst ein Circular zu erlassen, um die Israeliten in der Schweiz von der Schlußnahme zu Alten in Kenntniß zu setzen und sie zur Theilnahme an dem neuen Institute einzuladen. Ferner wird das Comite - die nöthigen Anordnungen treffen, um beförderlichst eine.Generalversammlung abzuhalten. — Am politischen Himmel im Aargan steht es sehr düster aus und sein gegenwärtig versammelter Große Rath, der jetzt die Verfassungsrevision berathet, bietet das traurige Bild streng geschiedener confessioneller Gegensätze; em St. Gallen No. 2.! sagt der/Schweizerbote. Daß unter solchen Verhältnissen nach der Volksabstimmung vom, 1 1.;November wenig für uns Israeliten zu. hoffen sei, kann! man an den Fingern abzählen. Es wurde von einem Mitglieds des Großen Rathes der Antrag gestellt, das „Judengesetz" vom. 15. Mai aufzuheben und dafür die alten Gesetze wieder neu zu beleben. Herr Präsident Oberst Siegfried bemerkte, das sei verfassungswidrig. Es wurde der Gegenstand einer Commission von 11 Mitgliedern übergeben, welcher dem Großen Rathe einen Vorschlag bringen soll. — Die aargauischen Israeliten haben sich mit einer Beschwerde an den Bundesrath gewendet, v. Rußland. Von der russischen Grenze, im November. (Privatmitth.) In der No. 43 der Ztg. des Iudenthums ist eine Entgegnung des Berichtes eines Reisenden in Kurland erschienen, von den geachtetsten Männern der Gemeinde Mitaus unterschrieben. Diese Thatsache legt jenem Reisenden eine Rücksicht auf, die das Besprechen allgemeiner Gegenstände sehr hemmt..• Wenn Beobachtungen ,, Bemerkungen, Tadel allgemeiner Verhältnisse persönlich aufgefaßt werden , so ist. jede unparteiische Besprechung unmöglich. Es sind ungleiche Waffen, wenn man von der einen Seite ungestraft die gröbsten Schmähungen gebrauchen kann, und wenn man von der andern Seite. Namen zu schonen hat. Wir hätten auch nunmehr die ganze Angelegenheit, die auf diese Weise zu einer persönlichen wird, ruhen lassen, wenn es uns nicht Ehrensache wäre, das Wesentliche unserer Behauptungen dem Unwesentlichen gegenüber, auf. das sich die Entgegnung beschränkt, zu beleuchten und den unparteiischen Sinn des Publikums richten zu lassen. — Was die Einwanderung der Juden in Kurland aus Litthauen oder Polen betrifft, was ihren Klein- oder Großhandel angeht, ist von so untergeordneter Bedeutung und etwas von des Menschen eigener Wahl so ganz Unabhängiges, daß es keinem Menschen einfallen kann) daraus eine Anklage, Berläumdung oder selbst einen Vorwurf zu machen. Was den schlechten Zustand der Schulen, die Sittenlosigkeit der Jugend, den Jndifferentismus der Frauen gegen die Religion betrifft, so sind das ebenfalls znm großen Theil Verhältnisse, die zu ändern nicht in jede s E i n z e l ne n Macht liegt; ja es wäre mehr als thöricht, jeden, Einzelnen deshalb zur Rechenschaft ziehen zuwollen.Wirwissen es recht gut, daß die allgemeinen Verhältnisse, unter denen die Juden lebten und zum Theil noch leben, schuld sind an Erscheinungen, 51**

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