Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1862)
- Date
- 1862-12-16
- Page
- Seite 742 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74S befähigt ist, unsere Glaubensgenossen in S ch u l a n g e - legenheiten etwas vorsichtig zu machen. 274) Zahlung von Schulgeld seitens jüdis ch er Einwo hu er n ach erfolgter Ein schul ung zu einer christlichen Schule. Die Beschwerde des evangelischen Schulvorstandes vom 9. August d. I. über die Verfügung der Königlichen Regierung zu N. vom 21. Juni d. I., betreffend die Heranziehung des jüdischen Kaufmanns L. zu den Beiträgen für die dortige katholische Schule, vermag ich nicht für begründet zu erachten. _ . : Nachdem die dortigen Juden und unter ihnen insbesondere auch der rc. L. bei Gelegenheit der Einführung von Hausväter-Beiträgen an Stelle der bisherigen Unterhaltung der Schulen aus der Kämmerei-Kasse und der dadurch bedingten neuen Regulirung der dortigen Schulverhältnisse vor'dem Magistrat zu Protocoll erklärt haben, sich der katholischen Schule anschließen zu wollen, und dies unter Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde zur Ausführung gekommen ist, müssen die dortigen Juden als zur katholischen Schule eingeschult betrachtet werden, und steht es nicht in ihrem Belieben, sich von dieser zu trennen und nunmehr zur evangelischen Schule sich zu halten. Wenn dessenungeachtet einzelne Juden ihre Kinder in die evangelische Schule schicken, so werden sie dadurch von der Beitragspflicht zur katholischen Schule nicht befreit. Andererseits ist aber auch der evangelische Schulvorstand nicht verpflichtet, jüdische Kinder ohne eine angemessene Entschädigung in die evangelische Schule aufzunehmen. Es bleibt daher demselben unbenommen, sich eine solche bei Aufnahme jüdischer Kinder auszubedingen und, wenn dieselbe verweigert wird, die Aufnahme abzülehnen. Berlin, den 27. Oktober 1862. Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten, v. Mühler. * An den evangelischen Schulvorstand zu N. 20,703. U. —. Dasselbe Heft enthält die Urkunden über mehrfache Stipendien-Stistungen an der Universität Breslau, die bei Gelegenheit der Jubelfeier dieser Universität im laufenden Jahre gegründet wurden. In den Urkunden der Stiftung der Stadt Breslau von 2000 Thlr. und der Breslauer Stiftung ehemaliger Comilitionen zu 300 Thlr. jährlich ist der Confession mit keinem Worte erwähnt, und dürsten daher, wenu nicht spätere Interpretationen , die auf diesem Gebiete bekanntlich nicht ungewöhnlich sind , es anders ausdeuten , die Stipendien auch jüdischen Studirenden' zu Gute kommen können; dagegen hat das Berliner Jubelstipendium von 1010 Thlr. als dritten Paragraphen-ausdrücklich bestimmt: „daß bei der Ertheilung ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses und ohne Rücksicht auf die Facultät nur auf Würdigkeit des Bewerbers - gesehen. werde." — Endlich kommt von diesem Jahre an die..Stipendienstistung'der Schwabe-Priesemuth'schen Eheleute von 67,060 Thlr. zur Auszahlung, in deren Urkunde es §. 4. heißt: „Bei Verleihung des Stipendiums haben die Studirenden evangelischen Bekenntnisses den Vorzug. Doch sind in Ermangelung geeigneter-evangelischer Bewerber Nichtevangelische, Katholiken und Juden nicht ausgeschlossen. Ein Unterschied der Facultät findet nicht statt."- Oesterreichischix- Kaisersta«t. Pesth, 17. November.' (Privatmitth.) Die „Presse" meldet von hier: „Der Statthaltereirath hat das Gesuch des „Magyar Egylet“ um Bewilligung zur abermaligen Abhaltung einer Landeseonferenz der jüdischen Lehrer, gleich derjenigen, die im Frühjahre d. I. stattfand, abschlägig beschieden. — Jndeß behält die Statthalterei die Protokolle jener Conferenz zu eventuellem Gebrauche zurück, mit dem Bemerken, daß die Landesbehörde nicht abgeneigt ist, die Meinungen mud Rathschläge dieses Vereins in allen die Israeliten betreffenden und durch die Statuten nicht ausgeschlossenen Angelegenheiten von Fall zu Fall einzuholen und meritorisch zu würdigen." ■-■■v ' Der Magyar Izraelita“ i)t kürzlich wieder erschienen und hat seinen Redacteur während dev mehrwöchentlichen Unterbrechung gewechselt. Der.Artikel : Aus Ungarn in No. 45 hat hier allgemeine Aufmerksamkeit erregt, und Jeder gesteht, daß hier die Wahrheit offen gesagt wurde! — In Pesth hat der junge Ketten außerordentliche Erfolge durch seine musikalischen Productionen erlangt. (Das „Jüd. Volksblatt" bringt eine interessante biographische Skizze des jungen Künstlers.) ■ Schweiz. Bern, 23.' November. (Privatmitth.) In einer der jüngsten Nummern dieser Zeitung wurde berichtet,