Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1862)
- Date
- 1862-12-16
- Page
- Seite 741 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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741 munalschülen, hier, und theilweise von denen der Umgegend. durch einen Choral, begrüßt , und vom Dirigenten der. evangelischen Schule, Herrn Rector Finke, im Namen des Lehrerstandes beglückwünscht. Ihnen folgte die, .Schuljugend, Welche ihren-. > treuen Lehrern durch Wort und .Festesgabe tiefempfundenen Dank: für ihre lange aufopferndeBerufsthätigkeit aussprach. :;; 9lad} beendetem Gottesdienste in der Synagoge begann in der durch die Fürsorge des Schulvorstandes finnig geschmückten Schullocalität die. öffentliche Feier, welcher die städtischen, Behörden, der Rabbiner, die Gemeinde- und Vereinsvorstände, sowie ein -zahlreiches Publikum■ aus der Gemeinde beiwohnte. Nach Eröffnung derselben durchs einen entsprechenden Gesang wies der Inspektor der Schule, Herr.Pastor Frommberger, in : einem anmuthigen Vortrage die Bedeutung des Tages für die geistige. Entwickelung der israelitischen Jugend der Stadt nach, und indem er eine Parallele zwischen. dem Bildungszustande von früher und jetzt zog und die Schwierigkeiten hervorhob, mit welcher die Anstalt T)enen gegenüber zu kämpfen hatte, welche hier wie überall «aus. verschiedenartigen und nicht immer lauteren Motiven der allgemeinen Volksbildung abhold sind, ermunterte er dieGemeinde, keine Opfer zu scheuen, um die Schule zum Heile der Heranwachsenden Generation zu erhalten und zu heben! — Herr Lehrer Siegmann führte die Entwickelung der jüdischen Volksbildung -seit dem Erlöschen der.politischen Selbstständigkeit durch Titus -. bis zur Gegenwart vor und verweilte bei Moses Mendelssohn, dessen geistigem. Einflüsse wir unsere -sociale und bürgerliche Stellung in der Gegenwart zu verdanken haben. - Den herzlichen Worten der Herren Joseph und Rudolph Moll, welche im Namen des. Schul- und Gemeindevorstandes den. Jubilaren den Dank der Gemeinde, ausdrückten, folgten kostbare Geschenke/ welche: den.Empfängern stete Erinnerung für anerkannt, treue Amtsführungbleiben sollten: - Mit Declamationen der Schüler -und Dankesworten der Jubilars -schloß diese-Feier, welche ein noch festeres Band um Schule und Haus , zu schlingen wohl geeignet war. Abends vereinigte ein von den Schulvorstehern, Herren Samuel Bernhard, Rudolph Moll und Eugen Gottstein im Hotel de Dresde zu Ehren der Jubilars geschmackvoll arrangirtes Festmahl die Spitzen der Behörden mit der Elite der Gemeinde. Der Frohsinn und die gehobene Stimmung der an achtzig Personen: zählenden Gesellschaft sprach sich ebenso wohl. in. den bezüglichen.; Tischreden als in dem von dem anwesenden Gymnasiallehrer vr.. Mettener verfaßten, und von der Gesellschaft, gesungenen Festgedichte aus. Erst spät in der Nacht. trennte. man sich,. von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Volksbildung allein das sicherste Bollwerk gegen die feindlichen Einflüsse sei, welche die fortschreitende Toleranz der Gegenwart so gern untergraben möchten! — Wir fügen diesem Berichte noch den Wunsch hinzu, daß auch in andern Gemeinden Vas Verhältnis zwischen Gemeinden und Lehrern zu einem so innigen als bei uns sich gestalten und daß die Anerkennung, die so warm den von der Regierung lebenslänglich angestellten Männern durch diese Feier von der ganzen Gemeinde ausgesprochen worden ist, zur Berichtigung der außerhalb unserer Provinz noch bestehenden irrigen Ansicht beitragen möge, daß nur bei solchen Lehrern, über deren Haupt das Damoklesschwert der Contractskündigung schwebe, eine dauernde Berufstreue vorausgesetzt werden könne. Bielefeld, im December. (Privatmitth.) Die Beitrittserklärungen zur'Unterstützungskasse des Vereins israelitischer Elementarlehrer nehmen erwünschten Fortgang. Auch haben wir die erfreuliche Thatsache zu constatiren, daß bereits in andern Kreisen die Sache warme Anerkennung und wohlwollende Unterstützung findet. So hat vor Kurzem der in weitern Kreisen rühmlichst bekannte Verlagsbuchhändler Bädeker in Essen, welcher die mit den Statuten versandten Begleitschreiben an die Lehrer und Gemeindevorstände in mehren hundert Exemplaren gedruckt, die Annahme jeglicher Vergütung dafür — zu Gunsten der Unterstützungskasse — ab gelehnt. Dank und Ehre diesem Biedermanne! — Gewiß werden auch dieGemeinden nicht Zurückbleiben. Mögen nur vor Allem die Lehrer selbst durch zahlreichen, baldigen Beitritt beweisen, daß sie den Werth der Sache erkennen! Mögen sie nicht vergessen, daß es gilt, die Grund st eine herbeizutragen zu einem Baue, der einst ihnen und ihren Angehörigen gegen des Lebens Ungemach ein schützendes Obdach bieten soll. Die Saat,, die wir mühsam, doch mit Opferfreudigkeit streuen, sie wird einst unfern Nachkommen die labende Frucht gewähren, und ihr Segen ist unser Lohn. . Bonn, 5. November. (Privatmitth.) Das Novemberhest des „Centralblattes für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen" enthält eine Verfügung, die wohl 51