Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 51 (16.12.1862)
- Date
- 1862-12-16
- Page
- Seite 738 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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738 vu»g„-. trotz Mr, rmmenschlichsten Verfolgung, mit. wunderl barer-^mnerW. 'Kx-ft; feWietz^aydiesem iLeben::-Mit -welj .Hen, Mühen. mud, /Opfern,diese/ Literatur jvon- --den Juden j gefördert iDurde, ,HHS szyA neben den vielen, Mit. wahrer; Pracht gedruckten Werken auchwiederi manches--andere j auf dem. elendesten grauen Papier,: mitabgenutztenoft: aus weiter^ Ferne entliehenen Lettern, deren Druck nur j mit Mühe gelesen^ werden,-kann. Mo Murdew-in diese | wuyderljche - lebendige. Volkssprachform auch die - Bücher f der Heiligen Schrift^ und der, .bedeutendsten. Lehrer und' Weisen übertragen',und mit.seder Übertragung die An- \ erkennung und das tiefgewurzelte Bedürfniß deutschen ] Lebens der Juden , auf, deutschem Boden, .ausgesprochen, j Und .MS., wunderbar .reiche geistige,: Streben, Ringen, j Wirken., unh Schaffen --hNeb Jahrhunderte /lang. ,unerj kannt, unbeachtet! . .Kn.deutscher- Eulturhistyriker, kein» Linguist,. kein Sociqlpolitiker nahm, irgengwelche - Notiz! /davon!"- i Aeber Die politische Stellung des Kaufmannsstand es.*) Neigt sich der.Kaufmannsstand im großen Ganzen mehr der liberalen oder der conservativen Richtung in der Politik zu? Diese Frage liegt bei der-großen politischen Entwicklung und Erregtheit, die unserer Zeit eigen ist, wohl-sehr nahe, und zwar nicht blos den Gliedern dieses Standes selbst, sondern auch Jedem, der an den politischen Bewegungen; einen. regemAntheil nimmt. - .. Suchen wir uns daher diese Frage klar zu beantworten. Ihn scheint aber.erst die Frage vorangehen zu müssen: ob man > überhaupt eine gewisse politische. Richtung in einem ganzen zahlreichen-Stande suchen dürfe?-oder ob sich die -politischen Ansichten ebenso wie die religiösen so in jedem einzelnen Manne individualisiren, dass man von der Gesammtrichtung eines Standes: nicht sprechen könne? , In , der Thal: ist die politische Ueberzeugung in dem Individuum nur selten Erzeugniß ■ selbstständigen Nach- .;; *) Der obige Artikel ausder Feder des Herausgebers d./iBl.,;- Ur. -L. Ph., -/erschienen; -in dem „Central- Organ der Vereinigung von Genossenschaften junger Kaufleute Deutschlands" Nr. 9, in welchem Blatte vr. PH. schon Hstei?'ÄdHandlungen' gegeben, z. P. „über mittelalterliche 'und moderne Handelspolitik", „Über altindisches Handelsrecht" wird auch in dieser Zeitung von Interesse sein.-; - Die Redaction. denkens. und Prüfens, -!sondern sie geht? 01$ zwei>-Momentew hervor; erstens/aus^Anlage, Erziehung, Bilvüng und Beschäftigung-^zweitens; aus > den Interessen -'welche im Lebensberufe enthalten und: mit demselben^ verwachsen .sind.---.Denn da ^nur -Wenige - eigentlicherkPrincipienmeuschen -sind-- d. h. solche,, welche»;sich! bestimmte Grundsätze geschaffen haben, und sich von denselben-sorgfältig leiteü und - bestimmen-lassen, -so ist .nichts einfacher, als daß die Zwecke',-:. Bestrebungen, Wünsche und Dhätigkeiten des Individuums tragenden. Interessen : gleichfamdie r Augengläser werden, durch welche die-Dinge angesehen werden, und es hat-dies durchaus.nichts-mit jenem heuchlerischen Gebühren.-gemein, das seine momentane Handlungsweise nach, einem momentanen .Interesse - üm; eines augenblicklichen Vortheils willen richtet. Gerade; darum aber kann man, trotz der'Modifieirungen in jedem einzelnen Menschen dennoch: von einer. politischen Richtung eines ganzen Standes, sprechen,-weil-eben für diesen die Bildungswege und die. Interessen gleicher Art sind. Von vornherein nun scheinen die bedeutendsten Motive dafür vorzuliegen, daß der Kaufmannsstand sich den liberal-politischen Ansichten zuneige, und sie zu den eignen mache. Vor Allem ist der Handel kosmopolitischer Natur. Er darf keine Vorurtheile gegen Nationen und Stände haben; er muß seine Maaren aus allen Zonen und Ländern holen und sie dahin versenden; er kennt weder Freund noch Feind, sondern hat nur nach den besten Bezugsquellen und Absatzwegen zu fragen und seine Verbindungen dahin zu leiten, wo er die besten Märkte findet. Nicht einmal die Concurrenz istsein Feinddenn gerade diese belebt erst recht das' Geschäft; sein einziger Feind besteht in den Hindernissen, die man ihm schaffen, in den Schranken, die man um ihn ziehen will, in den Monopolien, Privilegien- - Vor- - und Unrechten, die man-ihm entgegenstellt. Und da-nun die- Erfahrung; genugsam - gelehrt hat, daß dev Geist,' der die Staatsorganismen belebt und beherrschtein einheitlicher ist, nicht auf'der einen Seiteein despotischer,' einschränkender und fesselnderauf der andern ein freier, frischer Beweglichkeit fähiger und zugeneigter sein kann, daß daher auch der Handel nur unter deiner freisinnigeren-- die Gedanken und Ziele der Zeit begreifenden Regierungzu rascher Blüthe gelangen kann : so geht hieraus hervordass auch der-Kaufmannsstand i eine liberalere Politik vorziehen, ja für nothwendigerkennen werde: - ' ' ' Hierzu kommt, daß der- Handel selbst in einer fortwährenden Bewegung begriffen ist, daß der stete Wechsel