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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-09 · Heft 50 (9.12.1862) · p. Seite 728

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 50 (9.12.1862)
Date
1862-12-09
Page
Seite 728 (sequence 12)
Language
German
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dies 30,000 Doll, zur Ausführung des Baues geschenkt hat. Obwohl die Tempelmitglieder, welche durch Zahl, wie durch Gewicht und Einfluß die Hauptstütze der Gesellschaft bildendaher auch die Majorität in der Verwaltung haben, am zahlreichsten bei diesem Act vertreten waren, so hat doch jede Gemeinde und jede der vielen Wohlthätigkeits-Körperschaften ihr Contingent zu dieser großartigen Feier gestellt, und es war wohlthuend dem jüdischen Herzen, hier das gesammte Israel der Metropole, das sonst in so viele Richtungen und Separatinteressen sich sondert, in einem Brnenpunkte vereinigt zu sehen. Um so schmerzlicher berührte es uns, so wie es sichtlich ein Gefühl der Indignation bei der Menge hervorrief, daß Herr vr. Raphall in seiner Rede die gewiß ganz unpassende Gelegenheit dazu benutzte, Worte des Hohns und der Verachtung gegen die neuere religiöse Richtung deren anwesenden Vetretern und Anhängern in's Angesicht zu schleudern, vr. Adler, der nach ihm sprach, konnte natürlich nicht 'anders als den hingeworfenen: Handschuh aufnehmen, und der Sieg, mit welchem er den Angreifer:zurückgeschlagen, und die würdige Haltung, in der er es vollbracht, zeigte sich eclatant genug in dem allseitigen Applaus und dem. vielseitigen Händedruck, der ihm am Schlüsse geworden. Im Uebrigen hat diese Feier, bei der auch Congreßmann Conkling und Ald. Dayton begeisternde Worte für den jüdischen Wohlthätigkeitssinn gesprochen, von Neuem die thätige Theilnahme und Fürsorge für dieses Institut geweckt und gesteigert. Viele neue Mitglieder sind seitdem der Gesellschaft beigetreten, und am jüngsten Azereth-Feste wurden fast in allen hiesigen Synagogen — die hocharistokratische Portugiesengemeinde ist die einzige, die sich principiell abschließt und bei keiner noch so wohlthätigen Sache der Gesammtheit betheiligt — Sammlungen für die Gesellschaft veranstaltet. Der Tempel allein sammelte an diesem Tage von den bloßen Anwesenden während dem Gottesdienste über zwei Tausend Dollars. Viele Mitglieder, die nicht anwesend waren, werden ihre Beiträge nachträglich einsenden, und die Summe wohl auf das Doppelte steigern. — Fast großartiger noch hat sich unser jüdisches Hoßpital hier in diesen Tagen zu einem Aufschwünge erhoben. Bisher alljährlich gezwungen, zur Bestreitung seiner sehr bedentenden.Ausgaben ein Comitö auszusenden, um: freiwillige Gaben anzusprechen, hat die Verwaltung desselben den Beschluß gefaßt, die Herzen ded Reichen derart in Anspruch zu nehmen, daß sie den Capitalfond; des Hospitals ein fürj allemal auf 50,000 Doll, erheben, wodurch: es fortan sich selbst zu erhalten vermöge. Und siehe da, während des jüngsten Festes Manien zwei Männer die aber strengstens ihre Namen verschwiegen wissen wollen und spendeten jeder derselben die Summe von zehn Tausend Dollars zu diesem: Zwecke. Das verdient wohl registrirt zu werden. . Schweden. Stockholm, 13. November. Unter anderen Propositionen hat die Regierung gestern dem Reichsrathe eine solche vorgelegt, durch welche die Ehe zwischen Christen und Juden für erlaubt erklärt und zu diesem Behufe auch die Ci vilehe eingeführt werden soll. Wie bekannt, hat im vorigen Jahre diese Angelegenheit auf Veranlassung eines besonder» Falles, in welchem von der Geistlichkeit die Trauung eines Brautpaares von gemischtem Glauben verweigert wurde, zu Verhandlungen. im Staatsrathe geführt, in denen die Majorität desselben eine Ehe zwischen Christen und Juden als nach der bestehenden Gesetzgebung nicht zulässigerklärte. Aus dem zugleich mit der bezeichneten Proposition gestern dem Reichstage vvrgelegten Staatsrathsprotocolle ersieht man, daß der Staatsminister der Justiz, de. Geer, aufs Entschiedenste die Ansicht vertheidigt hat, daß auch in der jetzigen Gesetzgebung irgend ein Hinderniß für eine Ehe zwischen Christen und Juden nicht besteht. Stockholm, Anfang November. (Privatmitth.) So eben hat die Regierung den gerade versammelten Reichsständen einen Gesetzentwurf vorgelegt, der für das Judenthum im Allgemeinen von nicht gewöhnlichem Interesse, für die schwedischen israelitischen Gemeinden aber im Besonderen von größter Wichtigkeit sein dürste. Letzteres um so eher, je mehr — bei der Kürze der Zeit, von welcher sich hier die schüchternen Anfänge der Judenemancipation datiren — der jetzt von der Regierung gethane Schritt nur der Anfang vom Ende der endlichen völligen, bürgerlichen Gleichstellung der Israeliten in Schweden zu werden verspricht. — Die betreffende Gesetzesvorlage behandelt, die Ehen zwischen Bekennern der Staatskirche und Israeliten, welche bisher im Gesetz durchaus verboten, von uun an gestattet sein sollen. — Die Art der Eheschließung beruht auf den

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