Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 49 (2.12.1862)
- Date
- 1862-12-02
- Page
- Seite 711 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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gimg esnB'solchen Verbotes hinlänglich zu überwachen. Vielmehrist, das; Motiv übertlar. 'Der bürgerlichen Gleichstellung gegenüber, welche den Juden in Italien so unbedingt und-vollständig geworden, will die päpstliche' Regierung ihren Gläubigen!ihren Willen, die Ungläubigen mit Stumps und Stiel auszürotten, erweisen. Der Widerstand, welchen der Raub des Mortarakindes bei' den Juden fand, hat, ovschon dieser realiter Nichts vermochte, den! Haß in dem Herzen der Ultramontanen bis zum Ueberyraß^verstärrt. — Im Aebrigen erachten wir die Vertreibung unserer: Glaubensgenoffen aus der päpstlichen Herrschaft für kein Unglück für diese; ihre italienischen Brüder werden. sich der Verjagten annehmen und die Noch der Einzelnen J lindern, j bieje", btyin aber bald unter dem freien Himmel Italiens wie Erlöste aufathmen die Welt hat aber von Neuem in eclatanter Weise erfahren, wessen sie sich von der weltlichen Herrschaft des Papstes zu gewärtigen habe.) - Türkei. KonstanLinopel, jm November. Aus Konstantinopel.schreibt man der „Triester Ztg.":. Es stellt sich immer klarer heraus,' daß das Verdienst des letzten Feldzugs in Montenegro und. namentlich das letzte günstige Resultat, die Bewegung gegen Rieka, lediglich dem Verstände und her Tapferkeit Mahmud Paschas verdankt werden muß. Dieser,. ein zum Islam übergetretener Israelit, Nachens Freund aus. Warschau, ein noch junger Mann von 33 Jahren, hat sich während des montenegrinischeni Krieges vom Bimbaschi (Major) zum Generalmajor emporgeschwungen. Ihm ist auch die Errichtung der Blockhäuser in Montenegro übertragen worden. . Correspondenz. Ueber Zweck und BehaadlMg der Bibel in Schulen. Von Moses Mannheim«/ Miglonslehrer, .früher Rabbinatsverweser in Darmstadt. (Schluß aus No: 46.) . Noch eines -Grundes Ist hierErwähnung zu thun, der den Lehrer.auffordert,, die trockenenGeschlechtsregi- 711 per -und Namensverzeichnisse nicht - gänzlich zu übergehen. Es ist diesdie^ überhandnehmende Geneigtheit mancher modernen Rabbiner und' Prediger, ihren Predigten einen Text aus der Agada zu Grunde zu legen, wie aus manchen neuestens erschienenen Predigtsammlungen zu ersehen ist. — Denn da bekanntlich die Agada so gern jene Geschlechts- und Namensregister zum Gegenstände ihrer symbolischen Deutung und Auslegung macht, ‘ so müssen Kinder . mit denselben vertraut: und für ihr . späteres Leben fähig gemacht werden, die bezüglichen, zu Texten benutzten agadischen Stellen, wenn auch nicht ganz, denn dazu können sie für die-Uneingeweihten'nicht genug licht und durchsichtig gemacht werden,' doch annähernd"zu verstehen.*) ,—7 / .. c c) Es giebt auch Erzählungen, die. nicht unwichtig genug sind, um ganz ^übergangen zu werden/aber auch nicht wichtig genug/ um sie mit aller Gesprächigkeit Ünd Weitschweifigkeit des biblischen Erzählers wiederzrigeben. Hier muß der Inhalt zusammengezogen und nur die Hauptstellen müssen vollständig hervorgehoben werden. Man hüte sich jedoch, nicht Alles, was uns nicht als Glied in der historischen Kette erscheint, und was ausgeschieden werden 'könnte, ohne vdn Mchichtttchen ZÜu *) Antrierkun g d. Eo rr e fp. Ob aber agädische Stellen überhaupt mit Fug und Recht als Predigttexte benutzt werden können) ob sie dem Zwecke der Kanzelberevtsamkeit hinderlich oder förderlich sind — das ist eine- Frage, die noch nicht genügend erörtert worden, zu deren endgültigen Lösung sich wohl gewichtigere Stimmen;ctl8 die meinige mögen vernehmen lassen. Demungeachtet möge -auch meine umnaßgebende Stimme hier einen Raum finden, vielleicht stellt sich die Sache von einer Seite dar, die zur Entscheidung einen, wenn auch nur geringen Beitrag liefert. — Der Zweck einer Predigt, mag das Thema dogmatischen, moralischen, historischen, psychologischen öder natrirbetrachtenden Inhalts sein, ist vorherrschend ein praktischer; sie soll belehren, aber vorzüglich erbauen, das Gemüth der Hörer auf das Ewige und Göttliche richten, deren Willen auf das Gute lenken: die Zuhörer sollen ihre Entschließungen mit denen des Redners verbinden zum Streben nach dem Ideale vollendeter Menschheit. —' Wesentlich gefördert wird dieser Zweck dadurch, daß der Prediger biblisch predigt und die Zuhörer auch davon überzeugt. Nicht sein Wort darf der Prediger ver^- künden, sondern' Gottes Wort; an die Lehre und Sprache der Bibel mriß er sich in seinen Vorträgen halten, im biblischen Geiste und Tone reden. — Was kann ihn aber hieran stärker und öfter erinnetn, als der Gebrauchs deri Kauzelreden einen biblischen Text zu Grunde' zu'legen? 49**