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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-12-02 · Heft 49 (2.12.1862) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 49 (2.12.1862)
Date
1862-12-02
Page
Seite 704 (sequence 4)
Language
German
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verlegen muß,,.pvelchM das,.MteriM Wesen seine Begeistigung,. seine, Ideen ^nnd Motive schöpft., Ebenso wird .jene. gegenEeiüge^.Durchdringungauf dem Gebiete des Idealen sich, darin/äußern, daß alles Ideale einen realen Boden, aus welchem es erwachse, sucht, sich des Realen "als der Leiter, auf welcher es von Stufe, zu Stufe in die Höhe steigt, nicht entäußert, und bei seinem Hinausstreben über das Reale den Zusammenhang mit , diesem nicht verliert. Machen wir uns dies an einem Beispiele klar. Man hat erkannt, daß die plastische Kunst unserer Zeit eine realistische ist, d. h. daß sie in ihren Erzeugnissen vorzugsweise nach Naturwahxheit strebt, in den Formen daher sich fast ängstlich an die Wirklichkeit hält und den Ausdruck, die leidenschaftliche Bewegung zu reproduciren sucht, überall also nach dem Charakteristischen verlangt und strebt, In,der That erwies sich dies schon im ersten,Iahrzehend des Jahrhunderts, indem z. B. die. Versuche Goethes die, Kunst auf die ideale Schönheit der" antiken.Formen, und, .das. i.n d-er „Rnhe" bestehende!Le6eUsprincip der' anAken Kunst zurückzuführen, Versuche, die der Altmeister 'theoretisch und praktisch, förderte, ^gänzlich' scheiterten.,, Daß die historische.Malerei.und das, Genre, sotvie chas Portrait und Zeitcostüm,iu per Bildhauerei gegenwärtig den Botderraum einnehmen, ist die nothwendige Folge.^ Darüber ,ist es aber, bereich 'zum allgemeinen Bewußtsein gekommen, daß.die Kunst, wie sie aus diesem Wege Vieles gewonnenHund. sich, dem nebulirenden, und geistlosen Förmwesen entzogen hat, auf der anderen Seite anällemidealen Aufschwung, am. Adel des Geschmacks, an- Erhebung von dem Gewöhnliche^ außerordentlich /verloren hat, und Paß ihr darumsinnerhM ihres .realistischen Gewinnes ein neuer idealer Inhalt gegeben werden muß, sovaß Pies bereits zum Maßstabe, der, Kritik geworden ist. Hier 'stehen wir in der.Gegenwart; auf dieser Stufe sind bereits auf beiden Gebieten große Erfolge errungen worden - aber gerade darum .tritt bereits, überall das Bednrfniß und die Sehnsucht nach dem Idealen wieder kräftig hervor^ Sind also die Klagen über den Materialismus unserer Zeit an sich und für Pen Augenblick. recht, so sind sie dochnur einseitig und.äußerlich, Ausdruck Dessen, was demIndividuum sich/fühlbar.macht, , aber ohne tiefere Begründung .und, Wahrheit,,und jedeufalls das Mittel, um zum Besseren" zu führen, Pas aber nicht wieder in einem völligen Umschlag ins/ Gegentheil bestehen kann, wird und darf, sondern vielmehr Pen Weg zu einer höheren.' AuSg^ihung/ und. ,E.mhnt der beiden Richtungen suchen und'.finden muß. , . . ,... Kommen wir nun zu dM BerhöltM .deSiMaterialismus und unserer, gegenwärtigen' Lage, zur Religion:i, (Schluß folgt.)-.i . - LMrarrschK Hlöchenbencht. /. ,f.‘ B on n,. 31. Oktober.Während die Pariser- Wochenschrift „La verstö isl-aSIlle"-eingegangen,-ist in New-Vork ein neues Blatt : „Ibe lleeol'cl", erschienen; von welchem uns bereits 3 . Nummern vorliegen. Der Herausgeber zeichnet A. S. Cohen u. Comp. Der hauptsächlichste Grundsatz dieses neuen Blattes scheint.die Mannigfaltigkeit zu sein, da in demselben die. vielfachsten und verschiedenartigsten Rubriken vereinigt sind.. So -nimmt auch die in- Nordamerika so überaus vorwiegende Freimaurerei einen großen Matz Mn Literatur (auchnnichtjüdische), die. Damenwelt,- die.- täglichen Vergnügungen, commerzielle. Notizen.-wevpenneben gehaltvollen Artikeln und - Berichten jüdisch - religiöser. Tendenz - ^berücksichtigt. In den letzten zwei Nummeryj werden Pie imdemSchlachten des gegenwärtigen,Krieges verwun d ete n.Soldaten jüdischen Glaubens namentlich aufgeführt,' -soweit -sie der Redaction. bekannt werden, und jede Nummer - bringt deren eine sehr bedeutende.Zahl. Bonn, 2. November. Die diesjährigen Werke des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur sind bereits größtentheils - im Druck begriffen. •; Unter. Anderm heben wir hervor den 7. Band von Grätz' .Geschichte der Juden;, den 3, Band des Jahrbuchs, für Geschichte der Inden und des Judenthums, enthaltend - sehr interessante .Abhandlungen von Dr. B, B e e r .(das Leben Moses mach den Midraschim, . soweit der Verewigte es vollendet hattep vr. M. A. Lev.y, str. Herz seid,. A. Neubauer (Text und UebersetzungJrzweier ungedruckten Reisebeschreibungen aus den Jahren 1.847 ff.), ür. .Kayserling, vr. Wien er u. A.; ferner der Divan. Gabirol's von llr.. Geiger; die Parabeln, Legenden und. Aussprüche aus. dem Talmud rc. .(nach gestimmten. -Rubriken geordnet), von Prof. Giuseppe Levi,uiu deutscher Übertragung und mit Angabealler-Duellen-von Rabb. Selig mann, und andere Werke mehr..:-— Hingegen wird».in diesem: Jahre per dritte Theil . der .Religionslehre des Lr. .Philip pson nicht erscheinen, da der Letztere durch .seine Krankheit im vorigen Winter-und seine Uebersiedelung nach- Bonn mchp im Stande, war,

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