Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1862)
- Date
- 1862-11-25
- Page
- Seite 696 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Jelgava 3× ep/1000666
- Riga 1× ep/1000826
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696 im Bewußtsein ihrer guten Sache vorgegangen.und hat. in das.-Aufhebender Leibeigenschaft mit den unhaltbaren Zuständen der Vergangenheit gebrochen, unfern Brüdern wurden, ihre Ghettos, wo solche bestanden, so wie das Innere des Reichs erschlossen; die Hochschulen für alle Zweige der Wissenschaften geöffnet und können sie,-wo ihr Verbleib gestattet ist, auch ländliche Besitzsichkeiten erwerben; nur von Kurland wurden hiergegen Einwendungen erhoben und diese : Provinz als unzulässig dargestellt. Die Juden in Warschau sind emancipirt worden, und wir in Kurland sollen ausgeschlossen bleiben? . Nur in Liev- und Kurland soll die Inhumanität und der Judenhaß überall sich breit machen? Daher hätte der vorurtheilsfreie Correspondent als Vorkämpfer, die öffentliche Meinung für die Neuzeit zu gewinnen, ein verdienstliches Werk begehen können, : wenn er in der Riga'schen Zeitung bei der von ihm besprochenen Frage über das „Provinzialgesetz^ auch den Juden Rechnung getragen-hätte, statt sie mit Stillschweigen zu übergehen, da doch die Städte Riga, Mitau und Liehau noch keine Beweise geliefert haben, daß auch.sie der Humanität und Toleranz den Juden gegenüber zugängig seien, um sich in dieser Beziehung den freisinnigen Handelsstädten des civilisirten Europas würdig anzureihen. Vielmehr gelten in Riga noch heute für Juden die Paßbeschränkungen und. temporären Judenhetzen, während die Juden in Kurland, besonders in der. Stadt Mitau, durch ihre städtischen Besitzlichkeiten Wohlhabenheit, numerische Anzahl und ihren bedeutenden Hander nicht wenig zum Emporblühen der Städte beigetragen haben. Ebenso ist aus ihrer Mitte ein Contingent Hochschuljünger hervorgegangen, denen freilich der heimathliche Boden mit seinen Widersprüchen nicht gefallen wollte, und die daher ihr Glück im Innern des Reichs gesucht und gefunden haben, wobei es denn für die hiesigen jüdischen Gemeinden bedauerlich war, die höchste Bljithe der Intelligenz, die stets die beste Vermittlerin gegen Vorurtheile und. Rischus ist, nicht in ihren Kreisen wirken und nicht in ihre Verhältnisse Eingreifen zu sehen. Man weiß aber, welche hervorragende Stellung unter den russischen Juden die Mitauer einnehmen, so lange die Rechtsbeschränkungen von 1845 ihre nachtheilige Wirkung auf sie nicht geübt hatten, woher auch die Consequenz entstanden ist, m Kurland nur denjenigen Juden den permanenten Verbleib zu gestatten, die ihre männliche Abstammung vom Jahre 1799 aus der Provinz nachgewiesen-, hatten. - i : - Unsere Glaubensbrüder in Kurland, die .Mitau besonders,. erkennen den Zeitgeist mit allen seinen Anforderungen an, und werden auch ferner auf der Bahn der Entwickelung fortschreiten, durch Regelung ihrer Zustände, ihrer bestehenden uyd neu zu schaffenden Institutionen, durch thätige Theilnahme an den Schulen für Söhne und Töchter, die neu ins Leben gerufen werdenvor Allem aber durch Gemejnsinn und Einigkeit für Civjljsation. .. Der aufgezogene Glücksstern für Rußland duldet keine Irrlichter und dürste daher auch in Kurland seine Wirkung nicht ganz verfehlen. Vertrauen wir der Gnade und Gerechtigkeit unsres großen Kaisers — er wird, einer Provinz nicht gestatten, sich, und einen Theil ihrer Bewohner der Wohlthaten zu berauben, die seine' huldvolle Hand über sein großes Reich in Fülle ausstreuet! — Italien. Turin , 29. September. Die,.^reü. mr." enthalten unter diesem Datum eine Correspondenz, aus der wir Folgendes entnehmen. Nachdem der Correspondent sich über die würdige Wirksamkeit des Rabbiu.en Herrn S. ylper, sowie über bie Gründung eines Hospitals durch den Ritter Sinegaglia, der mit Spendung bedeutender Summen vorangegangen, ausgelassen, erzählt er: - . . . „Am 26. um zwei Uhr füllten sich der große Hof und dje prachtvoll geschmückten Säle der königlichen Universität mit einer großen Anzahl hervorragender Personen zur Feier eines Festes, welches das erste dieser Art in Italien war. Es betraf dies nach einem allgemeinen Concurs die Vertheilung von Preisen an die Zöglinge des technischen Staats-Instituts. Hervorragende Gelehrte, hohe Beamte des öffentlichen Unterrichts, Mitglieder des diplomatischen Corps waren unter dem Vorsitz des. Herrn Pepoli, des Ministers des Ackerbaus und des Handels, versammelt. Der Ton der Trommel kündigte die Ankunft der Prinzen Hum- Lert und Amadeus, des Prinzen Napoleon und der Prinzessin Clotilde an, sowie auch die Herzogin von Genua und der Prinz von Carignan erschienen waren. Nach einer Eröffnungsrede des Ministers fand die Vertheilung statt. Die Prinzessinnen selbst erhoben sich,