Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-11-25 · Heft 48 (25.11.1862) · p. Seite 695

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 48 (25.11.1862)
Date
1862-11-25
Page
Seite 695 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226310-3226359--20806-3249894
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

695 dev Herr M lShlnons' -- und besonders der-Directör derselben, Herr vr. Hirsch, ein Israelit in der besten Bedeutung deS Wortes ist. Und diese Erziehungsanstalt, Ver so -viele Ellern ohne 'Unterschied des Glaubens' ihre unglücklichen Lieblinge anverträuenist unter dein Patronat des echt toleranten Herrn Hoffmann, Bürgermeisters dieser Stadt, durch' den unermüdlichen Eifer ihres Vorstands-Präsidenten — Doctör Mölenwäter— und nicht weniger durch die ausgezeichneten Leistungen dieser Anstalt in dem Jahrzehend ihres Bestehens schon so weit gekommen, daß sie > außer dem bedeutenden regelmäßigen Kostenaufwande allein für das gegenwärtige Schulgebäude nebst den dazu gehörigen Grundstücken und übrigen Bauten 'die erstaunliche Summe von 70-000 Gulden beschaffen konnte: Bei dem ‘ Unbegrenzten Zutrauen, das man den Israeliten hier-schenkt, denke man übrigens nicht, daß man überhaupt gleichgültig für' Religion sei, nein, das Gegentheil ist wahr! Dennunsere Anstaltgestattet nicht nur den Unterricht aller Religionen in ihrem Schullocal, sondern trägt die schweren Kosten und Sorge dafür; und in ganz Niederland werden die Kirchen aller Confcsstonen fleißig, ja vielleicht fleißiger als irgendwo besucht und ist das Sonntagsgesetz unlängst noch von Neuem eingeschärft. L........ Amsterdam, im October. Nach dem Jew. Ree. sind die Wahlen des neuen Cnltusvorständes allhier zum Nachtheil der liberalen Partei ausgefallen, und trafen zumeist nur ultraorthodoxe Männer. Nur '7 Mitglieder der liberalen Partei wurden gewählt- und 6 derselben: fanden daher unmittelbar ihre Nichtännahme eim ::j;- i:; Rußland. Petersburg, 20. October. ^Nat.-Ztg.) -Die Juden sch ast von Wilna und Kowno 'hat bei Anlaß des Nowgoröder'Jubiläums eine von den Blättern veröffentlichte Adresse an den Kaiser 'gerichtet. In Kremenetz hat ein Jude, Namens Karson, am Geburtstage des Kaisers und wieder am Nowgoroder Tage-' 600 Soldaten bewirthet und den Civil- und Militärbehörden ein großes Diner gegeben. Dieselben haben geruht, das jüdische Diner änzunehmen. ' — : Die oben erwähnte Avreffe^der'Juden in Wilna und Kowno ist, was von großer Bedeutung auch vom „Journal de St. Petershourg“ und zwar in ihrer vollständigen Fassung, in der es heißt: „Die Juden erwarten von dem jetzigen Kaiser die vollste bürgerliche Gleichheit mit den anderen Bevölkerungsclassen", veröffentlicht worden. —. Eine Correspondenz der „Ostseeztg.", die sich über die großen , vom Kaiser und dem Großfürsten Constantin in Polen durchgeführten Reformen ausläßtzählt unter denselben auch Folgendes auf: .,Die Reorganisationen der Behörden schreiten fort und die Emancipation der Juden, ein Werk, wozu man in andern Ländern, deren jüdische Volkszahl sich nirgends mit der polnischen (630,000 auf 5 Millionen) messen kann, Jahrzehende brauchte, ist hier in einem Jahre vollendet worden." - Petersburg , im October. Nach Mittheilungen, welche dem Arch. isr. zugekommen, ist von Seiten des kaiserl. Ministeriums beschlossen worden, den unglückseligen Proceß der Juden von Saratow einer nochmaligen Untersuchung zu unterziehen, und zwar unter den Auspicien des Ministeriums selbst. — Dieses Factum selbst genügt schon, um ein Helles Licht auf die Unschuld der unglücklichen Berurtheilten zu werfen. - Mitau, im November. (Privatmitth.) Wer die Stellung unserer Glaubensgenossen in Kurland kennt, wie ihnen alle Rechte, die sie seit dem Jahre 1-799 besaßen , durch das 1845 für die Oftseeprovinzen zur Geltung gebrachte „Provincialgesetz"Henommen, ihnen weder Stimmnoch Wahlfähigkeit/ ebensowenig wirkliches Bürgerrecht oder eine eigne Verwaltung als gegliederte Gemeinde gelassen worden ist, wie sie aufhörten ländliche Befitzlichkeiten und das Recht, in Flecken und Krügen zu wohnen, erwerben zu dürfen, dagegen vielen Schichten der christlichen Bevölkerung CoNcessionen zugeständen wurden, die den Juden gegenüber Spielraum genug ließen, verrostete -mittelalterliche Unduldsamkeit anzuwenden,' und 1 auf diese Weise größern Rechtsbeschränkungen als unfern Glaubensbrüdern in andern Gouvernements des russischen Reiches unterzogen sind, uns äüfzuerlegen: dem fehlt jetzt auf die Befürchtung, ob die Juden in Kurland ebenfalls die Wöhlthat -der Gleichstellung erlangen werden, eine bestimmte Antwort. - Durch das große Wort unseres erhabenen Monarchen -Kaiser Alexander II., ist die Staatsregiernng 48**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.