Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1862)
- Date
- 1862-11-25
- Page
- Seite 694 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3226310-3226359--20805-3249893- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m schehen ist.' Wahrlich, 'solche „Vergleichungen"' fprechrn nicht zu unserm Vortheil, und' wollen. wir hoffen, :daß auch in diesem. Punkte unser Volk wenigstensfreisinmiger und gerechter werde, wenn es gewisse Matadore und Parteien nicht übersich gewinnen, . human - und freisinnig zu sein." " . Die Aa rg au er R eg i e ru n g. wird, das In - deneinbürgerungsgesetz, das den Stürm der Ulträmontanen hervorgerufen, dem Volke nun doch zur Abstimmung vorlegen. Dieselbe , wird am 11. d. M. stattfinden und folgende Fragen sollen beantwortet werden: 1) Soll das Gesetz abgeändert werden?- 2). Wenn die Abänderung beschlossen wird, soll es ganz oder nur theilweise abgeändert werden? (Bei den Wühlereien der Ultramontanen ' und dem in Flecken und Dörfern von dem Weltverkehr wenig berührten vorurtheilsvollen und eisenharten Schweizervolke wird diese Abstimmung sicherlich ein verneinendes Resultat Hervorbringen. Die Redaction der Allg. Ztg. d:/Jud.) / Aarau, 12. November. (Privatmitth.) Heute fand die Volksabstimmung über die totale oder theilweise Revision des bereits gesetzlich verkündeten Judengesetzes statt. Mit einer Majorität von mehr als 10,060 Stimmen wurde die totale Revision beschlossen. (Der Beschluß des aargauischen Volkes veranlaßt wohl einen Juden, ihn mit den jüngsten Ukasen des großen russischen Kaisers zu vergleichen! Jndeß wenn einmal Ungerechtigkeit und Barbarei noch immer ihre Götzendiener haben sollen, ist es doch besser, sie befinden sich in dem kleinen Canton Aargau als in dem größten Reiche der Welt, als in Rußland! Die Redact. d. A. Z. d. Jud.) Frankreich. Nancy, im October. In diesen Tagen fand die jährliche Prüfung und Preisvertheilung in der hiesigen Religionsschule öffentlich statt. Nicht-blos die ausgezeichneten Leistungen der Zöglinge, namentlich in der hebräischen 'Sprache, erregten die Aufmerksamkeit des . zahlreichen, auch nichtjüdischen Auditoriums, sondern eine wahrhafte Sensation machte die Rede des einen Vorstehers der Schule, des Herrn Levy-Bing, so daß sie von den drei hier erscheinenden Zeitungen mitgetheilt wurde. Sie besprach die obersten Principien des Judenthums mit eben' so vielem Geiste im Inhalt, ■ wie Schönheit.und?Eleganz in der F-rm, und hob den Werth.der chebräischen-.Sprache für .die' ganze -Culturwelt nachdrücklich hervor. > - . '■ Holland. '-v - Rotterdam, 23. October. (Privatmitth.) Am 6.. dieses fand: hier die feierliche Einweihung des neuen Schulgebäudes für die hiesige Taub stumm en-Austalt statt. / y.:.l : Im äußersten westlichen Stadttheil, in der..Nähe des neuen Theaters, des musterhaften Krankenhauses, des zoologischen Gartens und wes holländischen. . Eisenbahnhofes, erhebt sich, im -Hintergründe, einesziemlich ausgebreiteten. Lüstgartens, der noch von einer beträchtlichen Anzahl Kindergärtchen umsäumt ist, sehr muthsvoll. dieses Schulgebäude für - hundert. Zöglinge nach allen Erfordernissen derneuesten- Bauordnung eingerichtet und nach der Aussage, kundiger Männer kann dasselbe in jeder Hinsicht mit den besten Einrichtungen dieser Art glänzend wetteifern. Die Taubsiummen-Anstalt hier,, derer schon früher mehrmalen in dieser Zeitung erwähnt wurde, besteht bereits zehn Jahr und ihre Leistungen sind so rühmlich bekannt, daß die immer wachsende Zahl-ihrer Zöglinge nothwendig machteeine eigens dafür eingerichtete Schule zu erbauen, und war es nun, wo zur feierlichen Stunde am obenerwähnten Tage die 80 unglücklichen Kinder, worunter 12 israelitische -- versammelt waren: Außer vem Lehrer-Personal und den Eltern der Zöglinge waren auch die Vertreter aller städtischen Behörden, Institute für Kunst und Wissenschaft, wohlthätigen Stiftungen innerhalb wie-auch außerhalb.dieser Stadt, gegenwärtig, und wohlthuenw war es jedem Anwesenden bei der Anschauung der trefflichen Anlage und Ausführung von diesem Neubau, die schönen Möbel und Schulutensilien darin, auch die gefällige Kleidung und Haltung wie die gute Disciplin, die brüderliche Eintracht aller Lehrer aus verschiedenen Religionen und die einmüthige Theilnahme aller Glaübensparteien an dieserso herrlichen .Stiftung, zum Heil so vieler bedauernswürdigen /Kinder: zu. gewahren./ - - Ganz besonders aber ist. dies unfern - Glaubensgenossen erfreulich, da die erste Anregung zur Herstellung dieser Anstalt von' einem Israeliten — Dr. Polano — aüsging, derselben ersten Zöglinge Israeliten waren, der Sicretär ihres Vorstandes ein Israelit —