Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1862)
- Date
- 1862-11-25
- Page
- Seite 692 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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6SL thümliches Licht auf die Geld Verhältnisse unserer Pa ir-s Wersens Ein-Mann-der gutgesinnten^Partei, der-MsHerrenhaus.reif war-, ein Herr v-iE., hat sich seiner Carreire durch die Wucht -entzogen; er wird wegen Wechselsälschuug steckbrieflich verfolgt. -Da vieledieser Herren Juden zu- Gläubigern r haben ,, so ist es nicht Mverwundern, wenn sie eine Presse organisirten, welche ' jetzt eine förmliche Judenhetze inaugürirt hat. Schlägt' man die Juden todt, so . schlägt man auch die Gläubigerjener Herren todt. Freilich will das ' Bold auf den Zopf nicht anbeißen, der : ihm von feudaler Seite - hingehalten wird. Um so wüthender wird aber die. kleine Kläfferpresse, welche jetzt unter dem Schutze der Reaction -groß wird.*) - Berlin^ 13. November. >(Privatmüth.) Zu den großartigsten Institutionen, 'durch welche die -Residenz Berlin ' .sich, .zu dem -höchsten ' Gipfel der Wissenschaft und Cultur emporgeschwungen, hat, gehört unstreitig auch.-das gymnastisch-orthopädische Institut des königlichen Sanitätsrath Herrn Dr. Bereud. :* Herr Berend wirkt seit vielen Jahren -segensreich für die gesammte Menschheit patriotisch für Preußen, und speciell-wichtig für das ganze Juventhnm. ' Nachdem - er der Gründereines in seiner Art einzig dastehenden, orthopädischen Instituts wurde,-in welchem die> verschiedenartigften- Verkrümmungen des Rückgrats, der Hüfte, Knien, - Füße, Hände, Lähmungen und ähnliche Leiden zur Behandlung kommen, nachdem Herr Berend seitmehr als dreißig Jahren so außerordentlich thätig: und einflußreich auf dem chirurgischen Gebiet überhaupt ist, so daß er von seinem Könige und ändern Monarchen zum Ritter hoher Orden ernannt -wurde, so -daß viele gelehrte Gesellschaften zu Berlin, St. *) Dies erinnert lebhaft an' den Witz in der jüngsten Nummer des,-Kladderadatsch": Die Feudalen wünschen nicht - nur die Juden allesammt hängen.zu lassen,- sondern führen , es auch durch, denn es.rpären schon viele Juden an dem'Fürsten H. hängen geblieben. -—' Nebrigens iss es weder im Ernste noch im Scherze wahr, daß die vornehmen Cavaliere die Juden zu ihrengroßen und kleinen Anleihen noch gegenwärtig bereit finden. Dieses Geschäft haben die Juden, seitdem ihnen die ganze Industrie ihre Wege geöffnet hat, 'längst verlassen, und unter Pen Gläubigern der Herren finden sich nur immer verhältnißmäßig wenige Juden. "'Mähr 'Äeiöt nür die Berfolgüngssucht der reactionären' BläMr gegen' die IM den. -- DMR.ewäctüorM - | Petersburg, Brüssel,1 Rom, Neapel und verschiedenen - andern-' ihn theils zu ihrem 'Ehrenmitglied/ theils zu ihren- Mitglied gemacht haben, genießt ' er' das 'große - Glück, 'Tausende von - Kränken geheilt zu haben! Bon allen Gegenden der- Erde, - von allen Eonfesfionen - und Nationen,' vom höchsten bis zu dem niedrigstem Stande - strömen dem Institut > - Leidende zu. Die - vornehmsten Familien finden dort eine Bequemlichkeit,'' wie sie die- - selbe nur ämeigenen Hanse haben können^' - Der überaus liebenswürdige Charakter des Herrn Berend flößt den Patienten solches Vertrauen ein, daß sie sich schon durch seine Anwesenheit beglückt fühlen. Sein unermüdlicher Geist belebt alle Orgaüe des Instituts. Für Alles ist die cheste Sorge getragen: Eine sehr zuvorkommende und aufmerksame Dienerschaft, pflichtgetreue. Pflegerinnen für weibliche Patientinnen, diestreng getrennt von den männlichenbesondere Räume - einnehmen , wissenschaftlich geprüfte Damen, die beiden. schulpflichtigen Patientinnen -den Unterricht in Religion,' Sprachen und anderen Gegenständen leiten. Es wäre unmöglich' auf jedes Detail zurückzukommen, besonders da es nicht in unserm Zwecke liegt- und Herr Berend Aerzten, sowie sich fürdas Institut interessirende Privatpersonen entweder Jahresberichte zusenden oder sonstige Auskunft -auf Anfragen ertheilen würde. Die vielen armen Patienten, welche zum Theil - sehr billig,-zum. Theil unentgeltlich ohne Unterschied der Confesfion in dem Institut gepflegt und behandelt werden, beweisen am Besten den uneigennützigen, -für alles Hohe und- Edle begabten Sinn des Herrn- Berend. - Tausende von Menschenherzen schlagen ihm dankbar entgegen. - - - n Wichtige , von seinen »eigenen Collegen hoch anerkannte Dienste hat Herr Berend der Wissenschaft der Mediän ^geleistet und schon jetzt sich - darin, einen unsterblichen Namen gegründet. Wenn Herrn Berend für sein -umfangreiches Wissen , verbunden mit trefflicher und -anziehender Beredtsamkeit, leider auch.noch kein Lehrstuhl.der hiesigen Universität -eingeräumt wurde, so unterläßt' -doch .keineswegs -derselbe, -vielen hiesigen Aerzten und Studirenden bei seinen häufigen. Operationen, .Erstere,. ihr Gebiet auf dem Felde der Chirurgie zu bereichern, Letztere, auf dem Privatwege das zu gewähren, was -sie in den Hörsäten der. Universität entbehren müssen. Die japanesischen Aerzte, welche bei ihrer; Anwesenheit hiesige - Spitäler besuchten, versäum-- ten nicht, auch: dem. orthopädischen- Institut des Herrn