Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1862)
- Date
- 1862-11-25
- Page
- Seite 691 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m wesen hat in der neuern Zeit vielfach die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die ewig herumwaudernden Heini athlosen Bettler, die besonders in Ungarn und Polen sehr zahlreich sind, sind, eine wahre Plage für die Gemeinden, Wir bemerken daher, daß in dem citirten Gutachten des R. Juda Minz über diese Bettler ini«, wie.sie daselbst genannt werden, aus Treviso Klage geführt wird, und daß diese Armen von R. Juda doch in Schutz genommen werden. Es ist dies also ein altes Uebel! ZeitungsnachrichLen. Deutschland. Lndwigshaftn, 7. November. In dem „Evangelischen Kirchenboten" hatte ein pietistischer Stoßseufzer gegen die Gleichstellung der Juden in Baden sich vernehmen lassen. Einige Kraftstellen dieser frommen Auslassung mögen hier einen Platz finden. „Jeder in der heiligen Schrift belesene Mensch weiß, daß der heutige Zustand der Juden vorhergesagt ist, und daß er erst ein Ende .nimmt > wenn Israel sich bekehrt. „Denn die Kinder Israel werden lange Zeit ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Leibrock und ohne Heiligthum bleiben. Darnach werden sich die, Kinder Israel bekehren und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen; und werden den. Herrn und seine Gnade ehren in der letzten Zeit." Man sucht dies Wort unwahr zu machen. So hat auch.die badische .Kammer dieJudenemancipation durchführen wollen, d. h. die Juden sollten Beamte, Professoren, Richter u. s. w. werden können. Aber es liefen von allen Enden des Landes Proteste dagegen ein. Und mit Recht. Die Juden sind wie eine Schmarotzerpflanze, die den Baum, auf dem sie wächst, aussaugt. , Die. Juden sind eine wahre Landplage. Wehe uns, wenn sie auch noch die öffentlichen Aemter an sich reißen könnten, wehe unfern Schulen, wenn die.Juden.Gymnasial- und Universitäts-Professoren l werden könnten! Das Wort der Schrift geht, in Erfüllung; die Juden hat der Fluch getroffen und wohin . sie kommen, dahin kommt der. Fluch. Und dennoch! bleibt auch das Wort. Gottes an Abraham-wahr: Du sollst ein Segen sein. Die bekehrten-Juden, (nämlich .die wahrhaft bekehrten, nichtdie aus. unlauteren Gründen übergetretenen) sind ein Segen" u. s. w. ... Der „Pfälzische Curier" übernahm es, in seiner No. vom 8. November eine kräftige Widerlegung dieses Libells zu geben, zugleich aber auch die Vertheidigung in eine nachdrückliche Anklage zu verwandeln, indem er schließt: „O ja, es giebt schon Landplagen und Schmarotzerpflanzen im Staate. Die protestantische Bevölkerung der Pfalz vermag ein bezügliches Geschichtchen zu erzählen! Wer hat denn die unirte Kirche bei uns an den Rand der Auflösung gebracht, wer sie in die heilloseste Zwietracht und Verwirrung gestürzt, wer hat einen fast fünfjährigen heißen Kampf hervorgerufen, um die finstern Geister der Intoleranz, des Aberglau-, bens und Afterglaubens über den Haufen zu werfen? Fünf Jahre hindurch waren die Frommen die Landplage der unirten Kirche der Pfalz, und sie sind heute noch die Schmarotzerpflanzen am Riesenbaume der culturgeschichtlichen Fortentwickelung der. Menschheit. Genug! ein Plaidoyer für die fast in allen eivilisirten Ländern zur Geltung gekommene Judenemancipation hieße ja „Eulen nach Athen tragen". Der Zweck vorstehender Zeilen war daher auch kein anderer, als einen tollfanatischen Artikel des Kirchenboten an . den Pranger der Abgeschmacktheit zu stellen und ihm das Brandzeichen des höhern Blödsinns aufzudrücken. Das ist übrigens nur die eine, die sittliche oder besser die unsittliche Seite obigen Artikels, derselbe hat auch noch seine str afrech tli ch e,- imArtikel 118 §. 2 des neuen Strafgesetzbuches vorgesehene Seite, und wie wir mit Bestimmtheit vernehmen, haben bereits, die Vorstände der israelitischen Gemeinden von Landau, Frankenthal und Kaiserslautern die Einleitung einer strafrechtlichen Verfolgung gegen die verantwortliche Redaction des „Evangelischen Kirchenboten" provocirt." (Wir können dieses Vorgehen der genannten israelitischen Vorstände gegen den „Evangelischen Kirchenboten" nur lobend anerkennen. Würden die Vorstände .der preußisch en Gemeinden eine gleiche Energie gegen die feudal-pietistische Presse entwickeln, die Letztere würde bald doch aus gemäßigteren Tonarten sprechen. Die Redact. d. A. Z. d. Jud.) Preußen. . . » , Berlin, im November. Dem Schweizer „Bund" .'wird von hier geschrieben: Vor den hiesigen Gerichten schweben jetzt. mehrere Civilprocesse, welche ein eigen-