Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 48 (25.11.1862)
- Date
- 1862-11-25
- Page
- Seite 688 (sequence 4)
- Language
- German
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(Herrschaft- Weniger. Md Bevorrechtigter), und ein soli cher die-Krone-wett beschränkender -als der constttutionelle^^denn iNrjeneM liegt-nicht blos die/Gesetz- : gehung unh .Pas, richterliche Amt in den Händen derarv-Z flokratischen Familien, sondern auch dielBerwaltyng. nimmt j chre , Kager aus ihnen und das Heer ist in ihrer Ge- \ Walt. Die Feudalen machen - aus dem Könige. immer nur l einen Dogen /von Venedig. Daß sie stets geneigt sind,: für. den Besitz ihrer Rechte die Krone? zu gefährden und \ aufzuopfern, beweisen zahllose Thatsachen aus der . Geschichte des Mittelalters und der modernen Zeit., Dies ist Alles so; wahr und unumstößlichdaß man sich nur wundern muß, wenn es nicht , allgemein bekannt ist. Es. ist daher die einfachste Speculation, den constitutionellen; Staat, mit Hülfe des ,-starken Königthums" niederzutrelen, dann aber das Königthum durch-die feudalen In-: fiitutionen in größere Beschränkungen zu bringen., als der constitutionelle Staat jemals beabsichtigt und realisirt. Als die Monarchie mit Hülfe des Volkes die Feudalen. niedergeschlagen,, war der Absolutismus möglich,? weil dann die Feudalen eine organifirte Macht sind, welcher -die . Rechte des Volkes kein Gegengewicht mehr halten.. ' Wir aber die Königstreue nur eine Spekulation der! .Feudchlen ist, so ist dies auch der unbeschränkte Judenhaß,- in welchem sie in.Preußen jetzt „machen". Sie haben i von Anfang an, d. h. von 48 an, in dieser Beziehung; zwei Gedanken verfolgt: der eine, durch Judenverfolgungen der Aufregung und Leidenschaft des Volkes einen Ableiter zu geben, und. zugleich dadurch Zustände herbei-? zuführen,. in .welchen ^zuletzt -die Militärgewalt mit vollem Rechte eine unbedingte Herrschaft üben müsse; der zweite,? durch die Jdentificirung - per Liberalen mit den Juden,: durch die.Charakterisirung und Bezeichnung alles Liberalen als jüdisch, als von den Juden ausgehend und betrieben, als jüdischen Zwecken .dienend bei dem Volke die Verachtung alles Freisinns und aller Freisinnigen zu be-? wirken. Wer das - Vorgehen der feudalen Blätter von; damals bis zu dem heutigen Tage aufmerksam beachtet, wird, die systematische. Verfolgung- und Ausführung dieser beiden Gedanken überall finden und ihm diese Erklärung ihres äöenehmensganz und gar durchsichtig erscheinen. ... ■ ./■/' Daß sich die Feudalen hierin, Gottlob! gänzlich ver-? rechnet haben, , nun, das passirt jedem Speculanten, und es ist nur der .zweite, grobe Fehler, in den sie verfallensind. Die Feudalen kennen eben hierin so wenig wie in den meisten anderen Punkten das preußischeVolk. Die-? -ftsugerade chat/M M aller Itzit-lalSzu thatsächlichen Verfolgungen: der Judenungeneigt erwiesen; - esl war --immer zu.'aufgeklärt: und zu gerecht/ um selbstbei vorhandeneu Vorurtheilen gegen die Inden sich zu Thätlichkeiten gegen sie Hinreißen zu lassen./ Dies war selbst noch 48 im Elsaß und in einigen? Strichen von Schwaben und Franken, möglich, aber, in? keinem Theile Don Preußen.? Gerade mit ihrer. Spekulation auf: Judenhaß gingen /also die Feudalen und in ihrem, Gefolge die Pietisten in Preußen am meisten irre, und sie können immernoch eher Adressen und Deputationen zu, Stande bringen, als eine Judenhetze.:, Ja , im Gegentheil, wie wir es schon öfter hervorgehoben,, reinigen, sie durch ihr Benehmen. gerade den Namen. Jüde von den Flecken, mit welchen er beim Volke noch behaftet war, und bringen ihn zu ehrenvoller Anerkennung.*) : . Einige Bemerkungen üb er die Stellung der Mbbinen im Mittelalter. ° , Don David Oppenheim, Rabbiner. , Die Einführung der Morenu (ungefähr -1350)- um Unberufene vom Rabbinate fern und abzuhallen, brachte dennoch später viele Schwierigkeiten. und. -Streitigkeiten hervor, indem es oft der Fall war, daß ein zum Morenu graduirter Talmudist. in seine Heimathsgemernde zu- *) Nachdem wir obigen Artikel geschrieben, kommt uns No. 46 der „Europa" zu, welche' folgenden Artikel über „Die -Literaten berj; preußischen; Reactionspartei" enthält. Aus demselben geht-ebenfalls und recht deutlich hervor, wie an d.i es e r Partei Al le s nur S p e c u l a t i o n ist, und daß sie/ihre wesentlichsten Organe aus Männern recrutirt, denen eine solche Speculation - aus die Stirn geschrieben ist.? Der: Artikel lautet: „Die günstige äußere Lage, in welcher die preußische Reactionspartei sich augenblicklich - befindet, wird von den Führern. derselben mit einem überaus regsamen Eifer zur Befestigung und Ausbreitung ihres Einflusses benutzt. Jedes solche Streben darf heutzutage ohneMithülfe der Tagespreffe kaumauf einen nennenswerthen Erfolg. rechnen,.? und.; so sieht sich denn auch die Partei, aus deren Mitte einst das,Unsterbliche Wort Thapden- Triegläffs: „Preßfreiheit, aber einen Galgen für die Literaten daneben! " erscholl, in die vielleicht nicht ganz angenehme Lage-'ve^setzl^ 'sich der im Grunde des Hetzend doch gehaßten- Presse für ihre Zwecke zu bedienen. Der; ^KMchm^LuMdeW-PrmßischWBolkSblM, / welche