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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-11-04 · Heft 45 (4.11.1862) · p. Seite 646

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 45 (4.11.1862)
Date
1862-11-04
Page
Seite 646 (sequence 10)
Language
German
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646 Mühlheim a. d. Ruhr, 2l.October, Gxivatmitth.) Daß trotz aller einschränkenden Bestimmungen die gute Gesinnung unh der gerechte Wille auch hei mß Betreffs der Israeliten Bedeutendes zu leisten vermögen, beweist unsere gute Stadt, wo durch die Einwirkung deS Wadt-? verordneten Herrn Hanau die städtische Gemeinde der jüdischen Gemeinde ein Haus mit Schullokal zum Geschenk'gemacht hat, den jüdischen Lehrer beruft und anstellt und sämmtliche Bedürfnisse für das jüdische Schulwesen am hiesigen Platze auf die Communalkasse übernimmt.. Das Nähere werde ich Ihnen bald: in einem ausführlicheren Artikel mittheilen. Nekrolog. Münster, im Octob er. (Privatmitth.) Am 16. d. M., verschied zu Hamm der Professor vr. meö. Alexander Haindorf. Wenn je das Wirken eines. Mannes in Israel auf Anerkennung und Dank der.Nachwelt, insbesondere seiner Glaubensgenossen,, Anspruch gehabt hat, so gehört der Verstorbene zu diesen: nicht. allein wegen seiner ausgezeichneten Tüchtigkeit in seinem Berufe und der Art und Weise, wie er denselben erfüllte, sondern auch wegen seiner vieljährigen Thätigkeit als Lehrer an der bis zum Jahre 1849 hier bestandenen medicinisch-chirurgischen Lehranstalt, nach deren Auslösung ihm eine Staats-Pension bewilligt ward; endlich auch und insbesondere wegen der vielfachen Verdienste um die Förderung der Kunst, Wissenschaft und des Gewerbfleißes. — Bieder und anspruchslos von. Charakter, von seltener Begabtheit und Leutseligkeit, genoß er als Arzt großes Vertrauen unter allen Ständen; der körperlich leidenden Menschheit diente er mit der bereitwilligsten Hingebung, den Armen überdies mit Geldunterstützungen, und so konnte es nicht fehlen, daß 'er unter seinen Mitmenschen allgemein geliebt und geehrt war. Aber auch als Mensch und Israelit strebte er, die Bedürfnisse der Zeit erkennend, — nicht nach Ruhm, der seiner Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit fern war, — sondern darnach, geistiges Leben unter seinen Glaubensgenossen zu wecken, indem er, im Jahre 1825 den noch jetzt hier in Münster bestehenden „Verein zur Bildung von Elementarlehrern.und Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden" gründete. Ueber die segensreiche Wirksamkeit dieser Anstalt, zunächst für Westfalen und die Rheinpropinz, habest nicht allein die Königlichen Behörden, sondern, auch die Gemeinden, in denen hier ansgebildete Lehrer angestellt waren oder noch sind, züm Oesteren, so der , Herr. Ober-Präsident von Westfalen in einer Amtsblatts-Bekanntmachung vom 3. Februar d! I., sich.belobend ausgesprochen. Sie ist eine nicht genug zu schätzende Wohlthat. Daß sie uns unter dem Beistände des! Allmächtigen erhalten bleibe, dafür hat der fromme Sinn des edlem Stifters schon rechte zeitig gesorgt, indem er Lei seiner vor 10 Jahren erfolgten Übersiedelung nach Hamm, wenngleich den Unterrichtsgang-und. Geschäfts-Verkehr selbst noch sorgsam überwachend, seinen Schwiegersohn, den Rittergutsbesitzer Herrn Lob auf Caldenhof bei Hamm mit der Leitung der Vereins-Angelegenheiten betraute, der dieselben mit reger Fürsorge und Darbringung erheblicher Geldopfer zum ferneren segensreichen Heile des Judenthüms fortführen wird. Die Anstalt-befindet sich in herrlichster Blüthe bei vermehrter Anzahl ihrer Zöglinge. Wenn also den wackeren Greis, welcher seinem Wunsche zufolge neben .seiner ihm vor 46 Jahren vorangegangenen Gattin hier beigesetzt worden, in einem Alter - von 80 Jahren der Gedanke an seine irdische Laufbahn und besonders an den Fortbestand seiner Schöpfung mit Ruhe und Ergebenheit in das Jenseits Hinübergleiten ließ, so wollen wir sein Andenken ehren und sein Werk der göttlichen Vorsehung und der kräftigen Unterstützung guter. Menschenfteunde empfehlen. Sanft ruhe seine Asche! W—m.. Gnesen, 14. Octvber. (Privatmitth.) Es wird hier ein städtisches Simultan-Proghmnasium errichtet;; der Bau ist bereits bis zur Bedachung vorgeschritten, und das Institut wird voraussichtlich. Michaelis k. I. eröffnet werden. Der Communalvorstand ist entschlossen, die konfessionelle Rücksicht in Betreff der Besetzung der Stellen gänzlich außer Acht zu lassen und die Anstellustgsberechtigung jüd. Lehrer als ausdrückliche Bestimmung in die Statuten aufzunehmen. Der Herr Cultusminister .wird wohl dem Vorstande für diese Humanität herzlich, danken. (?). .... w... Samt.er, 16, October.. Vor der. ersten Abtheilung des hiesigen Kreisgerichts.für Strafsachen kqm gestern ein Strafproceß M. Verhandlung, der principiell für jüdische Gemeinden, von Wichtigkeit ist. Der Handelsmann B. aus Pinne war angeklagt den. dortigen jüdi-

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