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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-28 · Heft 44 (28.10.1862) · p. Seite 634

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 44 (28.10.1862)
Date
1862-10-28
Page
Seite 634 (sequence 14)
Language
German
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m brauchen Herrn Cohen, welcher sich mit widerwärtiger Ostentation katholischer als die Katholiken gebehrdet, nur auf die Thatsache zu verweisen , daß es die Juden nicht den kirchlichen Einrichtungen und Reformen, sondern ausschließlich dem Fortschreiten des politischen Liberalismus im Staate zu verdanken haben, wenn sie nicht mehr geröstet und verbrannt, gefoltert und geächtet werden. Nur der politischen Entwickelung des Staatslebens haben die Juden die attmälige, stück- und ruckweise Anerkennung ihrer Menschen-, Bürger- und Heimathsrechte zu verdanken, welche sich jedoch um so langsamer und unzureichender verwirklichen, je mehr sich auch Juden beeifern, den liberalen Bestrebungen der Gegenwart entgegenzutreten." . — Da Herr Cohen Mitglied des israel. Consist. ist, so unterliegt leider! dieses selbst bereite Spöttereien deshalb. So läßt sich die „K. Z." schreiben: „Auch das israelitische Consiftorium von Paris glaubt, wie mir versichert wird, sich mit dieser Lösung beschästigen zu müssen. Zum Glück wären die Stimmen für und gegen den Papst getheilt, so daß also die Autorität dieser Corporation zu gleichen Theilen in die beiden Wagschaalen fällt. Das Consiftorium soll, in Folge seiner getheilten Ansicht, beschlossen haben, in dieser Angelegenheit kein öffentliches Votum abzugeben." Es versteht sich von selbst, daß hieran kein wahres Wort ist, da politische Fragen gar nicht innerhalb der Befugnisse des Consistoriums liegen. Rußland. Warschau, 7. October. Bei der jetzt auszuführenden Conscription ist unter Anderem festgestellt worden, daß die städtische Bevölkerung ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses der Conscription unterzogen werde. Wer sich erinnert, welchem Mehrprocentsatze vor der Regierung Alexanders und welchen Vexationen die jüdische Bevölkerung bei der Conscription unterlag, wird sich des obigen Grundsatzes erfreuen. Holland. Amsterdam, im September. Es interessirt vielleicht manchen Leser, zu erfahren, daß der junge Hirsch, der in einem Zustande von verbrecherischer Exaltation den Missionär Schwarz mit einem Dolche gestochen, und dafür zu 12 Kahre Gefängniß verurtheist worden, jetzt nach Verlaus einiger Jahre vom Könige der Niederlande begnadigt worden ist. (Arch. isr.) A nzei gen. Am 15. September wurde hier Herr Moritz Treichenberg, früher Cantor in Strakonitz, einstimmig von der israelitischen Gemeinde zum Ober-Cantor erwählt, und hat nach seinem Antritt am Neujahrs- und am Versöhnungsfeste in Gegenwart einer ansehnlichen Versammlung von Glaubensgenossen aller Länder mit dem größten Beifall vorgebetet. Ä. N. Leipzig, den 22. October 1862. Lehrergesuch. In hiesiger ist. Gemeinde ist die Religions-Elementarlehrer- und Vorsängcrstelle mit einem jährlichen Gehalt von 350 Fl. offen. Bei Unterrichtertheilung der französischen Sprache würde sich der Gehalt um Bedeutendes erhöhen, und wollen sich Reflectirende hierauf bet Unterzeichnetem Vorstände baldigst melden. Homberg a/Ohm, den 16. October 1862. D e r 25 o r ft ci \i b.: David Meyersel-. Die israelitische Gemeinde zu Mühlheim a. Rhein sucht zum sofortigen Eintritte einen geprüften Religionslehrer und Cantor. Hierauf Reflectirende wollen ihre Zeugnisse francirt an den Unterzeichneten einsenden. D e r V .o r st a n d. Die hiesige Lehrer- und Cantor-Stelle, verbunden mit einem Gehalt ad Minimum 250 Thlr. jährlich nebst freier Wohnung, wird mit dem 1. April 1863 vacant. Die Stelle bietet besonders Gelegenheit durch Privatunterricht obiges Gehalt um wenigstens 100 Thlr. zu erhöhen. Qualificirie Reflectanten belieben ihre Zeugnisse dem Unterzeichneten Vorsteher recht bald portofrei einzusenden. Bocholt, den 28. September 1862.; Phl. Liebreich. p. p. Den geehrten Abonnenten der „Zeitung des Judenthums" mache ich heute die ergebene Anzeige, daß ich Buxtorf’s Cohcordantiae (hebräisches Wörterbuch mit lateinischem Commentar) in meinem Selbstverläge hebräischer Werke mit vielen Verbesserungen der Neuzeit in-5 Bänden verlegt und kürzlich gänzlich beendet habe. Hauptsächlich empfiehlt sich diese .Ausgabe durch sehr sauberem Drück und gute Coxrectur als Prachtwerk, und berechne ich das vollständige Exemplar auf Schreibpapier wit 6 Thlr. und auf Druckpapier mit 5 Thlr. pr. Caffa. Stettin, den 15. October 1862. E. Schrentzel.

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