Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1862)
- Date
- 1862-10-28
- Page
- Seite 635 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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685 Ein Candidat, theol. oder, Philol., der auch Unterricht in den neuen Sprachen sowie in der Musik zu ertheilen befähigt, wird als Hauslehrer bei Kindern im Alter von 6 — 12 Jahren gesucht bei I. D. Gllinger in Quedlinburg. Vacanz. Die hiesige Lehrer- und Schächterstelle mit einem Einkommen von 130 Thlr., nebst freiem Tisch und freier Wohnung, ist vacant. linverheirathete Bewerber wollen sich in portofreien Briefen, unter Einsendung ihrer Qualifikations-Zeugnisse an Unterzeichneten wenden. # Beuthen N/S., den 19. Oktober 1862. M. Landshuth. Gesucht wird eine Gouvernante israelitischer Religion, welche in den Elcmentar-Fächern, der französischen und englischen Sprache unterrichten kann; angenehm wäre es, wenn selbe ebenfalls Unterricht im Ela vierspielen ertheilen könnte. Die Adresse ist bei der „Expedition dieses Blattes" anzufragen. . Bei Otto Wigand in Le ipz i g ist so e b en erschienen: Theologische Briefe an dte Gebildeten der deutschen Nation, Von kivkarä voll ävr ülm. 3 Bände, gr. 8. 154 Bogen stark; in Umschlag brochirt 10 Thlr. 20 Ngr. D.as hier angezeigte Werk ist eine der wichtigsten und merkwürdigsten literarischen Erscheinungen des Jahrhunderts! Es geht ein lebhaftes Gefühl durch die gebildete Welt; daß die orthodören religiösen Grundlagen nicht mehr haltbar find; daß es einer neuen Reformation bedürfe, welche Religionsunterricht und Gottesdienst in Uebereinstimmung mit der geläuterten Ueberzeugüng dieser Zeit bringe. Niemand zweifelt, daß dieses Gefühl feine Berechtigung habe. Sehr natürlich tritt dasselbe entschiedener in den gebildeten Nicht-Theologen auf, als in den abhängigen Geistlichen; um ihm aber endlich zum Durchbruch zu helfen und zu einent Resultate zu führen, dazu fehlte unseren gebildeten Zeitgenossen ein Werk, welches sie in den Stand setzte, den geschichtlichen Nachweis zu liefern, daß die Dogmen, welche dem gebildeten Zeitbewußtsein anstößig sind, auch historisch unhaltbar seien, daß aber auch zugleich den Beweis gäbe, daß mit der Beseitigung der Vernunftwidrigen Dogmen die Religion selbst nicht aufgehoben ist, daß vielmehr ein vernunftgemäßes System übrig bleibt, bei dem sich auch-die Regierungen recht wohl zufrieden geben können. Diese Aufgabe haben sich die „theologischen Briefe.an die deutsche Nation" gestellt. Sie unterwerfen in einer gemeinfaßlichen Sprache das ganze alte und neue Testament einer eingehenden Kritik. Der erste Band beginnt mit einer geographischen Uebersicht des alten jüdischen Landes und einem Abriß der alten jüdischen Geschichte, behandelt sodann die Schöpfungsgeschichte, den Sündenfall, Noah, Abraham, Jsaac, Jacob, Moses, Saul, Samuel, David, die Propheten, die Entstehung der einzelnen alttestamentlichen Schriften, .den Jehovacultus. Die Resultate gehen dahin, daß es weder einen Abraham noch Jacob mit zwölf Söhnen gegeben hat, daß Moses die 5 Bücher nicht geschrieben, daß David ein Götzendiener war, daß der Götzendienst überhaupt bis auf die babylonische Gefangenschaft öffentliche jüdische Staatsreligion gewesen ist, und die sogenannte mosaische Religion erst um 600 vor Ehr. von einer Reformation aus den Prophetenschulen hervorging. Die beiden anderen Bände behandeln das neue Testament. Sie geben einen Abriß der Geschichte der Inden im Zeitalter Jesu, behandeln die verschiedenen Secten, die verschiedenen Messiase, welche damals mit den Ansprüchen aus göttliche Abkunft austraten, die Geschichte Jesu, betrachten alle Wunder und Weissagungen im Einzelnen, geben eine Geschichte der Apostel, der ersten Christen, einen Blick auf die Geschichte des Christenthums bis auf die neueste Zeit und schließen mit der Aufstellung eines Glaubenssystem einer neuen Kirche. Fortlaufende Noten in den Ursprachen aus gleichzeitigen alten Schriftstellern geben den Gelehrten die Belege für die auffallenden, zum großen Theil völlig neuen Resultate dieses merkwürdigen Werkes, daß ohne Zweifel in wenigen Wochen das größte Aussehen in Europa erregen wird. Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: Die Ginweihung -er neuen Synagoge in Aachen am 18. und 19. September 1862. Zwei Reden vom Rabbiner 0r. Philippson. Der Reinertrag ist für die städtischen Hausarmen bestimmt. Preis 2 Sgr. Aachen, 1862. Laaher's Verlag. Neue Ausgabe. Karte: LLK.rLÄ'ALL und Nebenländer, Vom Rabbiner Dr. E. I Blücher bearbeitet. “ Die Gebirgszeichnung ist scharf, die Ausstattung niedlich, und kann dieses Kärtchen beim Lernen der „Biblischen Geschichte" mit großem, vielseitigem Nutzen jedem Kinde in die Hand gegeben werden. -24 Eremplaie für 1 THaler baar, durch Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. > Die günstige Recenfion dieser Karte befindet sich in No. 20 der Mgem. Zeitung des Judenthums. —