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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-28 · Heft 44 (28.10.1862) · p. Seite 632

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 44 (28.10.1862)
Date
1862-10-28
Page
Seite 632 (sequence 12)
Language
German
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drtt ein wesentliches Verdienst hat, zahlt er doch schon circa 100 Mitglieder, die sich alljährlich zu einer Generalversammlung zusammenfinden. Auch hat der Verein bereits factisch seine Wirksamkeit begonnen, imem er schon armen Mädchen eine Beisteuer von je 100 Thlrn. zu ihrer Verehelichung bewilligt hat. Möge dieser segenverheißende Verein überall in unserer Provinz die . gebührende Anerkennung und vorzüglich die verdiente zahlreichste Betheiligung finden! — Wolfs Loewh. Oesterreichischer Kaiserstaat. Krakau, 7. Octöber. (Privatmitth.) Der gewesene Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Herr Salomon Deiches, spendete 10060 F. O. W.: für die Vollendung des schon im vorigen Jahre begonnenen, aber durch Mangel an Geld nicht vollendeten Baues eines fast 2000 Patienten umfassenden allgemeinen Krankenhauses, dessen Herstellung wir schon dadurch hoc anno gewärtigen. Aus tiefer Erkenntlichkeit für diese der Gemeinde sehr zu gute kommende Wohlthat, erschien heute eine Deputation, der ihr Wohlthätigkeits-Berein, das Rabbiner-Collegium an der Spitze, bei ihm, und ihm eine vom WeinsLerg in hebräischer Sprache abgefaßte Dank-Adresse zu überreichen, bei welcher Gelegenheit ihm auch ein innerhalb des Hofes dieses colossalen Gebäudes zu errichtendes Denkmal zugesichert ward. Der Herr S. Deiches sprach seinen herzlichsten Dank für die ihm erwiesene Ehre und seine Wünsche für das Gedeihen dieser.Stiftung aus; beschenkte auch sie sogleich mit einem auf 500 Fl. O. W. geschätzte mm ^idö sammt Zubehör in das in diesem Gebäude zu erbauende Betzimmer. Möge dies zahlreiche Nachahmer finden und jeden unserer Religionsgenossen zu bedeutenden Spenden für ihre Wohlthätigkeits-Anstalten anfeuern. Ich kann nicht bei dieser Gelegenheit umhin die hiesige Gemeinde darauf aufmerksam zu machen, daß es hier an einem Waisenhause durchaus Noch'thut, da doch die im Elend lebenden Kinder ganz ihrem Schicksal überlassen sind. Möchten doch diese 'Zeilen nicht wirkungslos bei unserer Gemeinde vorübergehen!! Was sonst die cultuellen Zustände unserer Gemeinde anbelangt, nahm leider „ein heiliger" Mann aus Russisch-Polen, mit Namens „Guter Jude" seit 4 Wochen hier seinen Wohnsitz, der durch cabbalistische Vorträge und Cantaten am Sabbath Nachmittag den ganzen Strom chassidischer Parteigänger an sich zieht. Diese seit undenklicher Zeit völlig dem Trinken des Branntweines ergeben, glauben in ihm die günstigste Gelegenheit gefunden zu haben, ihre bereits schon verblaßten Orgien und das Tanzen und Springen auf den Bänken und Tischen, mit welchem nicht selten die übelsten Gefahren verbunden sind, wieder ins Leben zu rufen. Wenn auch Einige, denen es höchst verdrießlich war ein solches Verfahren bethätigt zu sehen , durch strenges Auftreten ihre Mißbilligung zu erkennen gaben, so wird dieses leider nur zu schnell von der Masse seiner Anhänger zurückgedrängt, da doch der Herr Rabbiner S. Schreiber mit ihm Hand in Hand geht. — A. Wollmann. Großbritannien. - London, 1. Oktober. Sonntag den 28. September, d. i. am Dias, fand das feierliche Begräbniß der Lady In d i th M o n t e s i o re Statt. Das Nähere, wie eine biographische Skizze geben wir in der nächsten Nr. des „Jüdischen Volksblattes". Frankreich. Breslau, 5. Oct. In vor. No. d. Bl. wurde schon kurz von der Redaktion das Plaidoyer des Herrn Cohen in Paris für die Aufrechterhaltung der weltlichen Herrschaft des Papstes verurtheilt.*) Die hier erscheinende „Morgenzeitung" vom h. D. enthält einen Artikel darüber, welchen hier wiederzugeben am Orte sein wird. Der Art. hat die Überschrift: „Die jüdische Gewissensfreiheit unter dem Schütze des Papstthums" und lautet: „Hier war Alles schon einmal da, — schon Alles dagewesen — schon dagewesen, — Alles dagewesen" — sagt Rabbi Akiba zu Uriel Acosta, und auch das ist nicht neu, daß ein Jude für den Papst in die Schranken tritt. *) Wir erwarten in diesem Augenblicke die betreffenden Nummern des Journals La France, um unsererseits ausführlich die Erpectorationen des Herrn Cohen, welcher zugleich Redacteur eines (horribila dicia 1) jüdischen Journals, das den pomphaften Namen La veril6 israelile führt, ist, zurückzuweisen. Die Redaction.

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