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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-28 · Heft 44 (28.10.1862) · p. Seite 624

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 44 (28.10.1862)
Date
1862-10-28
Page
Seite 624 (sequence 4)
Language
German
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624 Ausgehen, Md verflucht sei -er LeM'.EivMen^z Möge- -der Herr ,ihm 'niemals verzeihen, : Uiöge/^er-den, Zyrn des Herrn und - seinen Eifer. gegen, diesen, Menschen entbrennen .lassen, . zMd: ihm, - alle ,Flüche-! ,auserlegen, welche in dem Gesetzbuche, verzeichnet, sind, j'Mdj feinen Namen un^ 1er d em Himmek Zernichten, und möge - der Herr, :ihn zum Unglück trennen, von allen Stämmen. Israels,: Mitallen den Verwünschungen des Himmels- ., die in i dem Gesetz- Luche verzeichnet sind; ynd ihr,.. die ihr hem Herrn, eurem Gotte, nyhänget, ihr.alle seid heute, gesegnet-; wenn ihr' beherzigt, daß Niemand mit ihm mündlich; oder schriftlich verkehren darf, Niemand ihm eine Guy st erweisen, Niemand unter einem Dache mit ihm verweilen,': Niemand vier Ellen in seiner Nähe, Niemand irgend-rin von ihm verfaßtes oder geschriebenes Document lesen." Die Vertheidigung ches Spinoza^ aufzufinden ist: auch Herrn van Vloten nicht-gelungen : . Lerfireüte. Bemerkungen. In der xn eueften Schrift des,durch seinen. Fund der ältesten BiheHandschrift berühmten -und verdienten- Constantin Tisch endorf: „Aus dem heiligen Lande/ Leipzig 1;862," (aus welcher wir.interessante Notizen und Schilderungen im „Jüdischen Volksblatte" geben) begegnen wir riner Auslastung., die wir hier zu registriren nichtunterlassen: wollen. In dem; Augenblicke, wo - sich der Reisende-! aufdem Gipfel des. Dschebel Mousa als der Höhe, auf welchernach der Tradition -und den Oertlichkeitey. die, Ertheilung der! zehn: - Gebote vorsich ging, befand,, ruft'.er, der gläubige christliche Theologe (S. 90), aus: „Der Berg selbst erscheint wie ein Altar/ zu einem unvergänglichen, Merkzeichen vom Finger deK. Ewigen-'aufgerichtet. - Haben ■ doch auch im Laufe der Jahrtausende zahllose Pilger ausallen Zonen darauf gestanden, gestaunt und gebetet; Jude, Christ und Mohammedaner haben hier über alle hemmenden Schranken hinweg eine gemeinsame Stätte: der Andacht gefunden. Wunderbar! Die Stimme des Gesetzes mit ihren strengen .Mahn-, und Strasworten, wie sie. allen erklungen , so') ist.!.sie -auch allen klar und theuer geblieben, während die: Stimme der himm-! lisch fröhlichen Verheißung, die, der erlösenden Erfüllung,- zum unheilvollen - ,Mißverständniß, zur Spaltung Untere den Völkern der Erde geworden". Dieses Zugeständniß eines christlichen, Theologen ist gewiß bemerkenswerth. Während, sagt er selbst, aus,- die. Verkündigung an Israel klar und: bestimmt,- deür Vet^ stände-und dem Herzen, genügend, von der ganzen Menschheit anerkanntdie Urbereinstimmung und den Frieden herbeifuhrt, hat das christliche Dogma die entgegengesetzten Eigenschaften und Wirkungen! - ■ ■ ... Literarischer Wochenbericht. : ' - Bonn, 5. Octvber. Die hies. Ztg. enthält folgenden Art.: „Eine deutsche Forderung an Rom." Land oder Geld haben wir nicht von Rom' zu fordernaber Bücherdie, deutsches Eigenthüm, noch in Rom in der vaticanischen Sammlung liegen. Es ist bekannt, daß die Italiener im dreißigjährigen Krieg die Eroberung' Heidelbergs' benutzten, um (1622) die dortigen Handschriftenschätze' zu erlangen und nach Rom zu schleppen; daß später 'nachder- Besiegung Napoleons Deutschland sein Eigenthüm' zurücksorderte, und, kraft des Friedens Von Paris , Willen mit der Bewirkung der Rückgabe beauftragt wurde. Ein' unglücklicher Umstand trägt Schuld, daß ihm zweihundertsiebenundachtzig hebräische Handschriften-entgingen. Das von Affemanni angefertigte Verzeichniß der "hebräischen Handschriften des Baticans wurde nämlich 4m Jahre 1768 fast in der ganzen Auflage durch einen Brand vernichtet, so daß dieses Buch zu den großen' Seltenheiten gehört-' und Willen dasselbe während der Verhandlungen nicht zur Benutzung hatte. Diese 287 Bände: enthalten größtentheils mehrere Stücke in einem Buch, : und sollen zusammen anderthalbtausend hebräische Schriften ümfaffen. Unter ihnen befinden sich nicht nur vorzügliche-Handschriften herausgegebener Werke, sondern auch ' vieledie noch niemals im Drück erschienen, ja mehrere, die überhaupt nur einmal, in dem Exemplar der Baticana, -vorhanden sind. Die Zeiten, in denen man das (spätere) jüdische Schriftthum verachtete und als nichtsbedeutend ansah, sind vorüber, seitdem man einsehen gelernt hat, daß darin wichtige Beiträge zur Kennt- - niß des Mittelalters ruhen. Für diejenigen aber, die, noch auf veralteten Standpunkten stehend, die jüdischen Schriften als der Kenntniß unwerth anfehen, sei bemerkt, daß auch Handschriften der-Bücher des alten Testaments unter diesen.ehemals pfälzischen , sich befinden. Die Dinge in Rom. werden keinen langen Bestand mehr haben, und: es dürfte daher in naher Zeit eine geeignete Gelegenheit für die deutschen Regierungen kommen, die Herausgabe des deutschen Eigenthüms zu erwirken. Aber wo ist frei-

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