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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-28 · Heft 44 (28.10.1862) · p. Seite 625

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 44 (28.10.1862)
Date
1862-10-28
Page
Seite 625 (sequence 5)
Language
German
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m lich eitte deutsche' Vertretung? Hoffen wir, daß-sie bestehen wird-an dem Tag/ an welchem sich unsere Forderung Mid Nachdruck gellend Machen läßt. Der Nachweis wird sich alsdann leicht aus dem amtlichen Assemanni'- schen Verzeichniß liefern lassen, in welchem jeder aus Deutschland fortgeführte Codex als „olim palaiinus“ gekennzeichnet ist. Das Verdienst übrigens, diesen unfern Anspruch ermittelt zu haben, erwarb sich F. Lebrecht in seiner'fleißigen Abhandlung „Handschriften und erste Ausgaben des babylonischen Talmud," Berlin 1862 S. -69 —81, welche das erste Heft der wissenschaftlichen Blätter aus der Veitel Heine Ceskaim'schen Lehranstalt (Leib Im midrasch) in Berlin bildet. Da dieselbe vermuthlich nicht so allgemein bekannt wird wie sie verdient, haben wir geglaubt, auf die in ihr enthaltenen Angaben Hinweisen'zu müssend Erfreulich ist es übrigens, aus dem Lehrplan der gedachten Anstalt, an der außer Lebrecht ein Zunz, Haarbrücker und Steinschneider wirken, zu ersehen, in welcher umfassenden und gründlichen Weise gegenwärtig, die künftigen Rabbiner geschult werden. In 2ter Auslage erschien dieser Tage das interessante Schriftchen des Lehrers Markus G. Dreifus, zur Würdigung des Judenthums unter seinen Nichtbekennern. ^mocte oon Dr. Kayferling- Rabbiner. (Winterthur, Gustav Lücke.) E u d i n ge n, 1' 2. O c t o b e r. ÄbvaVttNel. In No. 41 dieser Zeitung macht Herr Rabbiner Dr. Oppenheim die Bemerkung, daß Familien in der Türkei den Namen Abarbanel führten und diese Schreibart wohl die richtige sein müsse; nichtsdestoweniger wird es doch bei der Schreibart Abravanel,' wie sie von Zunz zuerst wieder eingeführt ist, sein Bewenden haben müssen. Als Beleg hierfür sei nur kurz erwähnt, daß in einer erst jüngst von Nur aufgefündenen Urkunde aus dem Jahre 1437 der Natne Abtavanel, so geschrieben, vorkömmt. Der Infant Don Fernando befahl vor seiner. Abreise nach Afrika, daß man an Abravanel, juck eu m o r ä d ö r e in L i s b o ä die' geliehene Summe' von 202,100 Reis zurückzahle^ Das Weitere hierüber in der demnächst erscheinenden Fortsetzung meiner Geschichte der Juden in Spanien , und Portugal. Dr. M. Kayserling. H s st o r i s ch. e Not i z e n von G. Wolf. . Eine Familie jüpisthLr Aerzte. Wien, 7. October. Das talmudische Sprichwort «->2 entspricht dem deutschen: „der Apfel fällt nicht weit vom Stamme." Es giebt Familien, in welchen die eine oder die andere wissenschaftliche Disciplin mit Meisterschaft gehandhabt wird und diese Meisterschaft sich gewissermaßen vckm Vater auf den Sohn vererbt; freilich giebt es auch Beispiele vom Gegentheile und wie manchmal der große und mächtige Strom im Sande verrinnt, so ziehen auch große Männer dahin, ohne daß man es an ihren Nachkommen bemerkt/ daß sie einem edlen Stamme entsprossen sind. Wir erinnern nur an die Söhne Moses, die gänzlich unbedeutend waren (einer derselben wird sogar vom Talmud des Diebstahls beschuldigt), von den Söhnen Samuels sagt es die Schrift ausdrücklich „sie waren eigennützig, nähmen Bestechung an und beugten das Recht" u. s. w. Wir wollen dem Leser eine berühmte Familie bis ins vierte Geschlecht vorführen, eine Familie. jüdischer Aerzte in Italien aus dem Mittelalter. Zu jener Zeit mußten jüdische Aerzte, trotzdem — wie bekannt — Päpste sich ihrer bedienten, nichts desto weniger päpstliche Bewilligung haben, um practieiren zu dürfen. Diese Bewilligungen, die in den Archiven aufbewahrt sind,-bieten die Handhabe, die jüdischen Aerzte jener Zeit kennen-zu lernen. Der Stammvater jener berühmten Familie, ist W ilhelm di Portaleone aus Mantuaer war 1436. Leibarzt des. Königs Ferdinand .von Neapelcher ihn zum Ritter ernannte, später war er Leibarzt des Herzogs von Mailand, Galeazzo Sforza, 1479 ging er nach.seiner Geburtsstadt Mantua und wurde 1500 Leibarzt, des Herzogs Ludwig Gonzaga. Wilhelm hatte zwei Söhne, Abraham und Lazar. Abraham war Arzt des Herzogs von Urbino,, Guido d'Ubaldo, dann, des Frederico Gonzaga. Papst Paul UL gab ihm die Bewilligung zur ärztlichen Praxis..- ■ Lazar war Arzt des Grasen Carolo Giovanni Sassatelli, General der venetianischen Republik 1520, dessen päpstlicher Dispens ist vom Jahre 1499. Abraham chatte zwei Söhne, die Aerzte. waren: Lion Und Lucido, letzterer erhielt, vom Papste Clemens 6. Febr. 1593 die Bewilligung in Sermide practieiren zu dürfen. Die Söhne des Lazar wären: David und Abraham,

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