Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1862)
- Date
- 1862-10-21
- Page
- Seite 617 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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vMheidigt.; devl ein eigenes Organ für alles Unparteiische, im Judenthume gegründet, von einem Einzelnen., * einem Fremdenein Urtheil - über -Tausende entgegennehmev, es der Oeffentlichkeir überliefern und das- „ sUüiut-ur. et?Hera pars“ -so ganz übersehen. UsberdieB! kann, jener so bösartige Artikel, der die gemeinsten Lügen selbst nlchL .vei'schmäht, falls es unter her christlichen Bevölkerung bekannt wird, zu einer fürchterlichen Geißel für stns werden; doch jedes Werk enthält seine Kritik, jn sich selbst, Lügen, Unkenntniß, LächerlichkerLen sind der röche Jqden, der sich durch jenen Artikel hinzieht. — " „Die Juden jn Kuslaud tragen Alle, so heißt es, einen polnischen Charakter, ihr Aussehen, Meldung, Sprache erinnern an das nahe Litthauen, qus dem sie auch ursprünglich emgewandert sein mögen. Wahrlich wir fragen billjgerweise was unter polnischem Charakter, was unter einem Aussehen, das an das nahe Litthauen erin next, verstanden werden soll? Der sLorrespondent scheint ganz Hsopdere MMiudien gemacht zu 'chahen, und..ein neues menschliches Aussehen, dis dahin den europäischen Gelehrten unbekannt, das litthauische nämlich, emdeckt zu haben; daß die Juden einen polnischen Charakter angenommen haben, d. h. Polen 'geworden Wen, ist ebenfalls eine neue Entdeckung, doch dann greift Correspondent in uns. nicht die Juden, sondern die Polen an. Ein edler Menschenfreund! — Was; das Tragen der; sogen an nten litthanifchen Kleidung anbetrifft, -so hätte Correspondent wohl wissen Men, daß dieselbe thüls durch die vorgeschrittene Bildung , theils durch das strenge Gesetz der Regierung längst mit dem Jnterdkct belegt worden sei. Es kommen wohl öfters nach Mitau'Personen in jener Kleidung üüs' dem nähen Litthauen und sicherlich hat Cordefpond'enl in dem Kreise, in dem er lebte, vielfach Gelegenheit gehabt dieselben zu sehen, doch jene Personen Wd'-keine Mitäuer, sondern Litthauer — unserem Berichterstatter' ist es freilich einerlei — denn an der -Wahrbeit ist'ihm wenig gelegen! — Die hiesigen Juden sollen aus -dem nahen -Litthauen eingewandert sein. „Correspondent hgtte aber nuch seicht erfahren können, daß ein großer * Theil ursprünglich ausländischen Ursprungs sei; übrigens war Polen das Land, das die 'Juden, während der. großen Perfolgungen großmüthig aufnahmMd ^wohin,die meisten Juden, zogen. Sollte übrigens Correspondent. uns seinen.Stammbaum. näher eingehen, so ckönnte es. sich vielleicht ebenfalls ereignen, daß er seine Ahnen in Litthauen finden würde. Wie flüchtig Correspondent auch selbst über die klarsten Dinge urtheilt, ergiebt sich daraus, daß seiner Angabe nach selbst der Kleinhandel mit Obst und'Gemüse sich nur in den Händen der Juden befinde", leider hat er aber wieder eine kleine Vökkerverwirrüng vorgenommen und die bei'uns mit jenen Gegenständen - fast ausschließlich handelnden Russen für Juden'gehalten^ ' Einmal werden Juden zu Polen, ein andermal macht der lange Rock und große Bart (den die nationalen Rüssen fast Alle tragen) die Russen zu Juden! — Was sollen wir aber zu jener abscheulichen Lüge sagen,, daß unsere Kinder nur dann im hiesigen' Ghmnasio vorwärts kommen, wenn die Lehrer jener seit fast einem Jahrhundert bestehenden, verdienstvollen Anstatt bestochen würden! Correspondent ist nicht nur Judenfeind, sondern Menschenfeind, wenn er eS wagt, verdienten Männern so gemeine' Schwäche' unterzuschieben;1 hätte er doch' in jeder unserer hiesigenstiner hohen Ansicht nach so unwissenden Familien, erfahren können, -wie viele unserer Kinder, Brüder, 'Verwandter, im Laufe der letzten 50 Jahre die höchsten akademischen Würden erlangt, wie viele von ihnen bedeutende StüatS- Aemter bekleiden. Sind auch viele, leider durch Zeitumstände gezwungen, später unserer Religion abtrünnig geworden, so haben sie doch stetsals Juden ihre akademische Laufbahn geehrt durch glänzende Zeugnisse beendet! Etwa auch durch Bestechung? Auch von SelbstgefühlerLödtung rc. wird gesprochen — doch wahrlich es leuchtet aus jeder Zeile, wie wir es für einige Sätze bereits bewwse.n haben, so viel gemeine. Lüge, hervor, daß .es -zu weit, führen würde, wollten wir jede, einzelne dexselbeir widerlegen.- Wie weit jedoch .Correspondent sich von seinem persönlichen . Hasse gegen die von ihm genannten Reichen, denen, er .es wohl, nicht, verzeihen Hr.nn , daß er ihre Häuser nur von der - Außenseite sehen Konnte, erstre.ckt, geht daraus hervor, daß,er sich selbst der Lächerlichkeit Preis giebt. Unsere Trauen sol- .hen dargn schuld -sein, daß von chier. aus nur 10 Abonnements auf die Bücher iM Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur aufgegeben sind! . Me mag es dann erst nach ves Correspondenten Ansicht um die .Frauen -anderer Städte - mitbedeutend größer« jüdischen Gemeinden bestellt sein-, dienur ■ wenig mehr als 10 Exemplare - bestellt haben! r— , Glaubt er vielleicht; unfern Bildungsgrad nach dieser Skala zu beurtheiken? vdvr lebe«'wir m solch barbarischem! Lande, wo Bü-