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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-10-21 · Heft 43 (21.10.1862) · p. Seite 614

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 43 (21.10.1862)
Date
1862-10-21
Page
Seite 614 (sequence 10)
Language
German
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Hl Mid Menschen. ^WttwleitO Wenn lrUcinu den -Lehrern foeitf confesfionellett Charakter nehms>' -so^ müßten' sich 'bfe rHeireü- Professoren auch - Nichl älspolitische Charaktere hinstelleM Es käme' sonst leicht, daß ein geehrter? Professor Geschichtenach politischen Tendenzen: -Mache. (Heiterkeit.) Toleranz' sei zu wünschen, die wolle er auch ,- aber man würde sie Nicht mit den voll der Commission empfohlenen Mitteln erzielen. Cr 'empfehle die Verwerfung des Commissionsantrages. — Abg. Schulze (Berlin): Man habe geltend gemacht, daß die Krage nicht bei dieser Gelegenheit, nicht Lei der Budgetverhandlung erörtert werden dürfe, sondern bei: Gelegenheit der Discussion des Unterrichtsgesetzes. Er gehöre nun fteilich Nicht zu den ältesten ' Mitgliedern des- Hauses, aber so lange er in demselben sitze, sei stets die in der Commission befolgte Praxis inne gehalten worden. Die materielle Seite der Frage - habe der Abgeordnete für Krefeld erschöpft, er habealle Momente, die für den Antrag sprächen, überzeugend hervorgehoben. Man könne sich, wolle er noch hinzufügen, nicht verhehlen, daß das Bedürfniß, sich religiös zu bilden, durch das konfessionelle Element, und man könne keins■ ausnehmen, in gewisser Weise getrübt werde. Wenn das Princip der Gerechtigkeit angerufen sei, so könne man das 8uum cuique grade zu Gunsten des Antrages geltend machen; dem Staate gehöre die Schule. Dem Rechtsboden, den man in Verträgen von mehreren hundert Jahren suchen wolle, könne -eine solche Kraft nicht eingeräumt werden, daß er gegen den Geist-der lebenden Zeit sich kehren dürfe, um die vorgeschrittene Bildung - in den Zuständen einer versunkenen Epoche fest zu hätten. — Abg. vr. Zehrt spricht gegen den Antrag und wendet' sich' -mit Heftigkeit gegen die Ausführungen des Hrn. v. Shbel, dem er bemerkt, daß die Lumpen und Lappen, mit denen er neulich so fteigiebig gewesen, wohl kaum zureichen würden , die Blößen seiner historischen Ausführungen über das gegenwärtige Thema zu decken. Der Antrag enthalte eine schwere• Rechtsverletzung, gegen die protestirt werden müsseso viel man irgend protestiren könne. Er sei sogar eine Verfassungsverletzüng, und -'gegen den Versuch, die Kinder in solchen konfessionslosen Schulen zu convertiren, sei die Praxis, die Julian, der Abtrünnige, seiner Zeit gegen 'die Christen angewendet, eine - sehr milde gewesen. — Der Antrag auf Schluß der Debatte wird gestellt und angenommen. Der Referent Abg. vr. Schubert LestrMi ^' Äe'' DMüttk ’%Ajbu UrWstM' dis Annahme des Commissiönsantrag's. Man wollenicht räüben, was andern' gehöre, aber man wolle bei 'allen Anstalten, die. meu gegründet würden oder auf denen nicht bestimmte Verpflichtungen ruhten , Toleranz Und Gleichstellung der Eonfeffiönen einführend Abg. v. S hb e l bemerkt persönlich:* ' Nicht das christliche Wesen wolle er aus den Schulen Verbannen, nur diejenige Seite der christlichen Religion Pflegen, welche die Confessiönen einigt, nicht die, welche sie trennt; auch wolle sein Antrag nicht den verschiedenen Kirchen den Genuß der in ihrem'Besitze befindlichen Schulen^ ÄNstalten ünd Stiftungen entziehen; solche Schulen gebe es in Menge nach Art. 22. der Verfassung; sie seien völlig verschieden von den Stadtschulen, uNd für diese Schulen dem Staate das Recht der Anstellung von Lehrern ohne Rücksicht üüf die Confession ZU bestreiten, das sei eine pettüo xrmeipü. - ' Der' Antrag der Commission wird mit großer Majorität angenommen. O österreichisch er Kaiserstaat. Lemberg, 22. September. Unter diesem Datum wird der „Ostd. P." u. A. Nachstehendes von hier mitgetheilt: „Straßenskandale, Scheibeneinwerfen, Juden Hetzereien scheinen gegenwärtig bei uns an der Tagesordnung, zu sein. Anlaß hiezu bieten namentlich die hier -allwöchentlich .stattfindenden nächtlichen, militärischen Fackelzüge, welche, unsere liebe Straßenjugend vorzüglich dazu benützt, ..um,.an den.Fensterscheiben der Jndengaffen ihr. Müthchen, zu kühlen, welche Bühereien sie auch seit einiger Zeit ungestraft fortsetzt,- nachdem sie unlängst auch vor. der Wohnung des hiesigen Oberlandesgerichts-Präsidenten, .Ritter v. Strojnowski, dasselbe gethan und dazu noch eine Katzenmusik.exequirt hatte." . Sie . sehen aus diesem, daß die Inden alle Ursache haben, aus. die sehr ehrenwertße Gesellschaft, .in welcher man ihnen die Scheiben einschlägt, Stolz zu sein.,;; V, *' Prag, 3. October. Das Prager juridische Doctoren - Collegium berieth am 1. d. über bas Gesuch detz Israeliten, Jur. Candv,: Arnold Rösenbacher um Zulassung zur Prüfung aus dem kanonischen Rechte und Erwerbung des Grades eines Doktors sämmtlicher Rechte. Deut betreffenden Berichte des „Tagesb. a. Böhm." -- entnehmen wir:

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