Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1862)
- Date
- 1862-10-21
- Page
- Seite 613 (sequence 9)
- Language
- German
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der BudjetcomvMiorl liegeimJnteresse der Gymnasien. Pse. strenge ^EeibuyA.der- Confessionen .habe sich aus d^r Schule. - in.bas Leben.übertragen,. — Cultilsminister Müh l er: . PK Htaatsxegierung..,könne sich ..dem AnträgeMicht unbedingt. ayschljeßen., Äer Charakter her Schule könne, nur ans der. Summe von historiftstgeftellt.Wryen,;. die Commission sei rn.Een juristischen Fehler verfaßen, .indem sin die Bestimmung ( der ..Schulen abhängig mache, von - den Worten der Stiftungsurkunde., Pas sei aber nicht das einzige Moment, sondern es müsse die ganze chistorische Entwickelung der Anstalt in Betracht gezogen! werden., Nach diesen Principien -sei die Staatsregierung; verfahren, sie habe die Unterrichtsanpalten, für welche - ein hestimylter confessioneller, Charast^ nachweisbar, ■ darin erhalten., Eben so habe die lebendige EntwicklUM dahin geführt, auch Anhalten--ins Leben Zurufen, : welche keinen Konfessionellen Charakter haben, und die Staatsregierung sei einer Enstvicklung nach dieser Seite z hin nicht principiell entgegengetreten und diesen Weg werde die Negierung auch künftig verfolgen; es könne aber' die BeurtheituNg, der einzAney Anstalten nicht von den Worten der Stistüngsurkunden abhängig gemacht Mrden, sondern^ nur von der' Summe der''historischen! Momente. — Äbg. v. Auersw ald gegen den Antrag; aus formalen Gründen: Et halte denselben für seht j bedeutend, er habe auch feine volle' SympatM aber der Antrag hange mit der Aufgabe der Budgetcommisfion nicht M entfernteste MÄmett ünd eine Pflicht zur Stellung'desselben lag ihr nicht ob. Er würde borschlagen/ den ANtragan^ die Unterrichtscommissiott zü verweisen,/dies' Wüchr aberchet dem nahe' bevorstehenden Schlüsse der Session 'zu' keinem Erfolge mehr führen. Wohin solledas führen, wenn dem Häufe so weitgreifende Anträge so üttvorbereitet vorgelegt' würden? Im' Interesse der' Sache empfehle' er die Ablehnung des Antrags-. — Abg. v. SYbel weist den Zusammenhang des' Antrags mit dem Etat' nach. - Die Cömrniffion habe' hier ' ihre Ueberzeugung ausgesprochen, daß das Geld zu bewilligen sei für konfessionslose und nDr^sür confessionelle Schulen. Er verstehe .nicht, wie man den Antrag alseinen unerwarteten bezeichnen 'könne, da die Frage schon mehrmals irrt Hause Mgehend erörtert wpxden., Die Staatsregierung hätte wohl epwarten könnendaß der Antrag zur Sprache, kommen wüxde.^ Wollen man dey Charasterber Schulen in hem Ginne entscheiden, wie der Custusmiyister aasgeführt habe, so müßte... mau die Entwicklung .des Jqhr? chnnderts umgehen; man müsse auf Heu-Westfälischen Frieden,. auf den Reichsdeputationshauptschluß zurück greifen. Die Commission sei der Ansicht, daß es nur auf die Bestimmungen der. .Stiftungsurkunden ankommen Wune. Die, allgemeinen Sätze der Religiösitäl hätten - alle Confessioneu gemein .und diese sollten auf de,n Schulen -gelehrt werden; die confessionelle Scheidung sei. nicht etwas-Althergebrachtes, sondern etwas neu Octroyirtes. (Bravo.). Im Interesse der religiösen Ausbildung und der wissenschaftlichen. Entwicklung bitte er um Annahme des Commissionsantrags, denn es sei eine politische,. wissenschastliche und religiöse Pflicht, sich zu dem Schritte, endlich zu entschließen, der den Unterricht. aus den Händen der Confessionen nehme und dadurch einen weltgeschichtlichen Proceß, welcher durch Jahrhunderte, hindurch gehe, endlich zum Abschluß bringe. (Beifall.). -- Der C ultus m i n ist er: Der Abgeordnete-für Krefeld habe vornehmlich im Interesse der Wissenschaft den Commissionsanttag empfohlen;.^ habe aber vergessen, daß noch ein anderes Interesse existire, das der Gerechtigkeit. Der Westfälische FriedenSschtuß sei auch zwischen Deutschland und auswärtigen, Mächten, aber namentlich und vor allem zwischen den beiden, großen streitigen religiösen Parteien erfolgt. Man dürfe die Verpflichtungen, die dort eingegangen, nicht aus den Augen setzen und damit den Boden der Gerechtigkeit.verlassen.. — Abg. Peichensperger.(Beckum):. Zunächst schließe er sich allen^ Ansichten, an, die der Abg. v< Auerswald geltend gemocht habe. Dann wende er sich gegen Yen Abgeordneten für strefeld, der so viel durch einander gemischt habe, daß er den chemischen Proeeß der Scheidung nicht sofort vollziehen könne. Unter anderm sei es seltsam genug , daß weder Hr. v. Sybel noch die Commission, an den Art. 15. der Verfassung gedacht hatten, welcher ausdrücklich borschreibe, daß die evangelische und Römisch-katholische Kirche, so wie alle andern Religionsgesellfchasten . im Besitze ihrer Wohlthätigkeitsanstalten u, s. w. bestimmten - Fonds verbleiben sollten. Die consessionelle^ Scheidung, sei im übrigen nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Lehrer zu empfehlen. Es sei bei allen Lehrgegenständen der confessionelle Charakter des. Lehrers in Betracht zu ziehen., Selbst bei der Mathematik sei. dieser Umstand nicht ohne Belang, denn alles Lehren reducire sich auf die Grundfrage über - das Verhältniß zwischen Gott