Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 43 (21.10.1862)
- Date
- 1862-10-21
- Page
- Seite 610 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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m diese römische. Legierung ihre Mangel hat, und nennt die Mortarageschichte; aber er meint, es müßte sich bessern, oder es muß untergehen, aber alles vermittelst der Vorsehung..—7 Daraus zu schließen hat die Vorsehung mit der jetzigen Politik nichts zu thun, O CohenO Consistorium^ 0 völ-its lsraMte! Mit solchen Ideen hat H. Cohen das neue Jahr begonnen und gegen 2'n'"> den Stempel darauf gedrückt. - 1'IPNN''. ->122 L1L örai; ",12N2',««N3. Merarischer Wochenbericht. Frankfurt am Main, im Oktober. Rom und Jerusalem von M. Heß.*) Es hat in neuerer Zeit keine Tendenzschrift so viel Aufsehen - erregt, - und theils Anerkennung, theils Widerspruch gefunden,-je nach dem Standpunkte des Beurtheilers, wie-.die vorliegende. - Es ist an und für sich neu und kühn, daß ein politischer und philosophischer Schriftsteller für unsere nationale Wiederbelebung auftritt, und es läßt sich denken, daß religiöse Schwärmer seinen Schlußfolgerungen beipflichten, wenn sie auch seine Prämissen, die aus freier Speculation fußen, nicht durchweg als Wahrheit annehmen können. So warm und eindringlich der Verfasser auch den Patriotismus seiner Glaubensgenossen anzuregen sucht, und so schön in der Form,, geistreich in der Anwendung, so manche Bilder aus der Vergangenheit uns vorgeführt werden, so sind es doch nur für den unbefangenen Leser farbenglänzende Seifenblasen, die in der Luftströmung des Zeitgeistes zerplatzen. Ohne auf das philosophische System des Verf.'s, auf seine originelle Weltanschauung , die er nur aphoristisch und nicht im Zusammenhang aufstellt, näher einzugehen und ohne seinem Messiasglauben entgegenzutreten, der nicht einmal der der Propheten ist — die Fusion aller Culten und die Verschmelzung und Verbrüderung aller Völker 4sondern ihm der Glaube an die Wiederbelebung aller welthistorischen Culturvölker ist, erlauben wir uns. nur die vom Verfasser als unbestrittene Wahr¬ *) Wir hatten eigentlich die Absicht, keine Kritik der gedachten Brochüre zu geben, weil sie uns so viele zu bekämpfende Sätze zu enthalten schien, daß eine Besprechung viel zu weitläufig ausfallen mußte. Die obige Recension trifft aber den Kernpunkt so schlagend, -und drückt die Hauptsache so präcis aus, daß wir uns sehr wohl mit ihr begnügen konnten. . Die Redaktion. heit anerkannte noch bestehende jüd.ische Halronalltat.hervorzuheben, und geradezu dem Verft entgegen zu behaupten, daß wir wohl noch als eine reine unvermischte Race bestehen, daß . wir wohl noch den alten nur modificirten nationalen Cultus haben, aber keineswegs eine politische Nationalität -beanspruchen oder erstreben,^ und so wie wir uns an allen Völkerkämpfen. mit Gut und Blut betheiligen, bezeugen wir, daß wir vor Allem erst Deutsche, Franzosen, Engländer und Amerikaner und daun erst Juden sind. .Unsere Liebe und Verehrung für. Wes, was uns an unser Stammland, an Palästina erinnert, hat auch nichts mit einem Patriotismus, gemein undnur den Werth - und die Bedeutung, . wie die. Pietät - zu urpäterlichem Geräthe, dem wir wohl in unfern modernen Prunkgemächern einen ehrenvollen Platz einräumen,, ohne daß es,uns in den Sinn, käme, unser ganzes Leben mit diesen Erinnerungen in-Einklang zu bringen. Wenn es auch, in einiger Beziehung wahr sein mag, daß, wie der Vers, sagt, das gegenwärtige Weltalter die Messiaszeit sei,, welche mit Spinoza zu keimen begonnen und mit der großen französischen Revolution in's Leben getreten sei, so ist es aber nur eine philantropischeIllusion, wenn er den Franzosen „den Vorkämpfern aller socialen Besten beugen" die Rolle des Coresch zuertheilt, welche, so wie den italienischen, so auch den jüdischen Staat wieder. Herstellen werden. Denn das in unserer Zeit zur Geltung gekommene Nationalitätsprincip findet seine Berechtigung nur bei Völkern, die ihr Stammland nicht im Kampfe verloren und nur ihrer staatlichen Herrschaft und heimatlicher Institutionen beraubt sind... .So haben.die Griechen und. Italiener nur die Kelten ihrer Dränger abzuwerfen brauchen und sind vom politischen Tode frisch in's Leben getreten; wie ganz anders ist aber unsere Lage, das Stammland ist.uns ganz entfremdet und nur von einem kleinen Bruchtheil unseres Volkes bewohnt; wir sind auf dem ganzen Erdkreis zerstreut und mit allen Culturvölker» amalgamirt. Wir bilden nunmehr nur eine große religiöse Genossenschaft, vereint durch das Band des gemeinsamen Glaubens, durch unsere historische Vergangenheit, unsere Literatur, und gemeinsame Sprache der Gebete. Ein einheitliches vaterländisches Band wird aber in Wahrheit weder erstrebt noch gewünscht, und die darauf bezüglichen Gebete aus den Verfolgungsperioden datirend, sind uns nur noch stereotype Formeln, welche wie mit einer malajischen Gebetmaschine abgebetet werden. , Und. würde auch in unseren Tagen ein französischer Coresch erstehen und ausruferu Wer Unter